13.07.2009

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Crashtest Tata Nano - Kostengünstig Ja! Aber auch sicher?

Ein viersitziger Pkw für weniger als 2000 Euro? Ein solches Fahrzeug kann doch nicht sicher sein - könnte man glauben. Dass dies ist nicht die ganze Wahrheit ist, stellte Tata bei einem Crashtest auf der Mira Testanlage in Birmingham am 10. Juli unter Beweis.

Mit einer Länge von 3,1 Metern, einer Breite von 1,5 Metern und einer Höhe von 1,6 Metern besitzt der Tata Nano die kleinsten Außenmaße aller in Indien erhältlichen Pkw, ist jedoch im Inneren 21 Prozent geräumiger als das kleinste Fahrzeug, das es derzeit auf dem Subkontinent zu kaufen gibt. Trotz des günstigen Preises und der geringen Ausmaße erfüllt der Nano alle gesetzlichen Sicherheitsvorgaben für den indischen Markt: einen Frontalcrash auf ein festes Hindernis bei 48 km/h und die so genannte ECE-R 12 Spezifikation. Soweit die Fakten. Außer der Tatsache, dass die Struktur des Nano sicher ist, entsprechen auch viele Ausstattungsdetails den europäischen Richtlinien. Beispiele dafür sind der Innen- und die Außenspiegel, die Sicherheitsgurte und die Sitze sowie deren Verankerungen, das Lenkrad, die Scheiben, die Fahrzeugbeleuchtung, Komponenten des Bremssystems, der Kraftstofftank, die Felgen und die Reifen.

Daß der Tata Nano europäische Standards erfüllt, sollte bei einem Crashtest gezeigt werden Dr. Clive Hickman, Chefingenieur bei Tata Motors erklärte: "Mithilfe der Tests, die wir heute bei Mira durchführen, möchten wir beweisen, dass die Fahrzeugstruktur den Vorschriften der europäischen Gesetzgebung entspricht." Bezüglich des Designs des Nano fügte Hickman an: "Bereits zu Beginn des Projektes Nano war klar, dass wir eine modulare Karosserie bauen werden, die es erlaubt, bestimmte Strukturteile hinzuzufügen. Damit konnten wir sicher stellen, dass wir auch ein Fahrzeug für die europäische Gesetzgebung anpassen können, nämliche den seitlich versetzten ECE Frontalcrash auf ein deformierbares Hindernis. Das wird in drei Jahren auch in Indien eine gesetzliche Vorgabe." Die ECR 94 Norm beschreibt einen Frontalcrash auf ein deformierbares Hindernis mit einem 40-prozentigen Versatz bei 56 km/h.

Um den Nano für den Crash zu rüsten, wurde der Kleinwagen mit einem zusätzlichen Airbag ausgestattet. Des Weiteren haben Hickmans Ingenieure die vordere Längsstruktur verstärkt und jeweils eine weitere Verstärkung hinter der vorderen Stoßstange sowie an der Fahrer- und Beifahrertür angebracht. Die Versteifungen erhöhten das Fahrzeuggewicht um 18 Kilogramm. Allerdings entspricht auch diese Version noch nicht derjenigen, die für 2012 als europäisches Modell des Nano angekündigt wurde. Das Fahrzeug für den europäischen Markt wird 15 Zentimeter länger und fünf Zentimeter breiter sein. Außerdem soll es über einen turboaufgeladenen Motor mit 42 Kilowatt und ein Fünfganggetriebe verfügen. Mit diesem Wagen möchte Tata dann ein Vier-Sterne-Testergebnis beim Euro NCAP-Test erzielen.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der aktuelle Tata Nano, der für den indischen Markt vorgesehen ist, die dortigen Vorschriften erfüllt. Erweiterungen im Hinblick auf die neuen indischen Sicherheitsanforderungen ab 2012, die der heutigen Gesetzgebung in Europa entsprechen, machen einige Optimierungen der Struktur notwendig. Diese Weiterentwicklungen machen den Nano dann reif für die Exportzukunft. Das hat der Crashtest in Birmingham am 10. Juli eindrucksvoll gezeigt und Nic Fasci, Ingenieur bei der Vehicle Certification Agency (VCA), hat dies offiziell bestätigt. Die VCA ist die zuständige Instanz für Fahrzeugzulassungen in Großbritannien und unterstützt seit 30 Jahren mit ihrer Erfahrung die Industrie, indem sie international beachtete Tests und Zulassungen für Fahrzeuge, deren Systeme und Komponenten durchführt. Die Messergebnisse und ein detaillierter Artikel werden in einer der kommenden Ausgaben von ATZ veröffentlicht.
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Autor(en): Roland Schedel
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