23.07.2009

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Wiedeking tritt zurück, Macht wird Nachfolger

Nach fast 17 Jahren gibt Dr. Wendelin Wiedeking seinen Posten als Vorstandsvorsitzender der Porsche SE und AG ab. Mit ihm geht Finanzvorstand Holger Härter. Das gab der Aufsichtsrat des Unternehmens heute (Donnerstag) bekannt. Beide Vorstände verlassen Porsche zwar mit sofortiger Wirkung, sollen aber weiterhin beratend tätig sein. Ihre Aufsichtsratsmandate bei der Volkswagen AG und der Audi AG legen sie ebenfalls nieder. Wiedekings Nachfolger wird der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht, seine Stellvertretung übernimmt Personalvorstand Thomas Edig.

Die Entscheidungen wurden in der Aufsichtsratssitzung am gestrigen Mittwoch, 22. Juli, getroffen. Wiedeking erhält als Kompensation für die Auflösung seines Vertrags, der noch bis 2012 läuft, 50 Millionen Euro, von denen die Hälfte an eine soziale Stiftung geht. Härter erhält eine Abfindung in Höhe von 12,5 Millionen. Damit verzichten beide laut Aufsichtsrat auf dienstvertragliche Ansprüche in erheblichem Umfang. Als Gründe für den Rücktritt nannte Porsche die Auffassung von Wiedeking und Härter, dass es für die weitere strategische Entwicklung der Porsche SE und der Porsche AG besser sei, wenn sie als handelnde Personen künftig nicht mehr an Bord sind. Sie wollten mit diesem Schritt einen wichtigen Beitrag zur Befriedung der Situation leisten und die Bemühungen um einen integrierten Automobilkonzern.

Der Aufsichtsrat habe in seiner Sitzung zudem dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, eine Kapitalerhöhung im Volumen von mindestens fünf Milliarden Euro vorzubereiten. Damit sollen die Voraussetzungen für die Bildung eines integrierten Automobilkonzerns aus Porsche SE und Volkswagen AG geschaffen werden. Außerdem sei der Vorstand ermächtigt, die Gespräche mit Qatar über einen Einstieg bei Porsche endzuverhandeln.

Dr. Wendelin Wiedeking gab heute eine persönliche Erklärung zu seiner Abfindung ab, die im Folgenden im Wortlaut wiedergegeben ist: "Persönliche Gründe, aber auch meine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, veranlassen mich, einen erheblichen Betrag für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. Als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit meinen langjährigen Mitarbeitern und Weggefährten beabsichtige ich am Stammsitz der Porsche AG in Stuttgart-Zuffenhausen, eine gemeinnützige/mildtätige Stiftung zu gründen. Unter maßgeblicher Einbeziehung der Porsche-Betriebsräte soll die Stiftung, die mit Barmitteln in Höhe von 25 Millionen Euro ausgestattet werden soll, auch zukünftig eine sozial gerechte Entwicklung an allen Porsche-Standorten unterstützen.

Darüber hinaus werde ich dem Sozialfonds der Landespresse Baden-Württemberg e.V., der Stiftung der Hamburger Presse und dem Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten e.V. je 500.000 Euro zukommen lassen. Die Spenden sollen entsprechend den jeweiligen Satzungszwecken der Unterstützung notleidender Journalisten im Alter dienen. Des Weiteren werde ich in Projekte investieren, mit denen in Deutschland Arbeitsplätze geschaffen werden. Ich bin in Deutschland voll steuerpflichtig, so dass die Hälfte meiner Einkünfte als Steuer an den Staat geht. Die Stiftung in Zuffenhausen soll meine beiden bereits bestehenden Stiftungen für soziale Zwecke in Beckum/Westfalen und Bietigheim-Bissingen mit einer Stiftungssumme von insgesamt 10 Millionen Euro ergänzen."
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Autor(en): Ruben Danisch
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