10.08.2009

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Hintergrund Formel 1: Endlich Ruhe

Alle Formel 1-Teams haben mit Ausnahme der BMW-Sauber AG das neue Concorde Agreement unterschrieben. Eine Piratenserie neben der Formel 1 ist damit endgültig vom Tisch. Der Streit zwischen der Teamvereinigung FOTA und der FIA ist beigelegt. Die gute Nachricht: Alle Formel-1-Teams haben mit Ausnahme der BMW-Sauber AG das neue Concorde Agreement unterzeichnet. "Die Teamvereinigung FOTA begrüßt den Abschluss der Verhandlungen, die jetzt letztlich zur Unterzeichnung des 2009er-Concorde-Agreements geführt haben", teilt die FOTA in einer Presseerklärung mit.

Hintergrund: Das von allen Teams, der FIA und der Formula One Administration FOA unterschriebene Concorde Agreement bildet die Grundlage für die kommerziellen und regulativen Richtlinien, während sich die Teams bis Ende 2012 zur Teilnahme an der Formel-1-Weltmeisterschaft verpflichten. Die aktuellen Teams (Ferrari, Toro Rosso, Red Bull, Williams, Force India, McLaren Mercedes, Renault, Toyota und Brawn) und die drei neuen Teams (Campos, Manor, US F1) werden ab 2010 an den Start gehen.

"Die Formel-1-Teams haben aus freien Stücken ein eigenes Abkommen getroffen, welches sicherstellt, dass der ursprüngliche Weg der FOTA zur weiteren Kostensenkung weiterhin beschritten wird, bis hin zu einem Kostenniveau der frühen 1990er-Jahre", verkündet die FOTA. Und der neuen Formel-1-Kommission wird künftig eine Schlüsselrolle bei möglichen Veränderungen in der Formel 1 zukommen. - Alleingänge eines FIA-Präsidenten macht das unmöglich. Die FOTA will das Interesse der Formel 1 langfristige sichern: auf den besten Rennstrecken fahren, viele Zuschauer anlocken und die Reichweite der F1 ausbauen.

Die Basis für eine Formel 1 ohne öffentliche Streitereien scheint geschaffen. Auch ein Ausstieg von Renault und Toyota ist nach der Unterschrift vor 2012 kaum möglich. Nur BMW Sauber F1 hat seinen Absprung gerade noch geschafft, eben vor dem Stichtag der beide Seiten verpflichtenden Unterschrift. Über die Gründe ist bereits berichtet worden. Diese mögen aus unternehmerischer Sicht der BMW AG verständlich sein. Aber warum hat der Vorstand einem Rückkauf an Peter Sauber, der 20 Prozent an der BMW-Sauber AG hält, nicht schnellstmöglich zugestimmt?

"Nach der Ankündigung durch BMW, zum Saisonende 2009 aus der Formel 1 auszusteigen, habe ich versucht, das Team zu übernehmen und zu retten. Die Verhandlungen mit BMW sind jedoch gescheitert, weil die Forderungen für mich ganz einfach viel zu hoch waren", sagt Peter Sauber (65) in einer Stellungnahme. "Als Folge davon konnte ich auch nicht das Concorde Agreement unterschreiben, was Zahlungen in Millionenhöhe garantiert und die Zukunft des Teams gesichert hätte", erläutert der Schweizer. Noch bis zum Stichtag hätte ein Nachfolgeteam an die Stelle von BMW Sauber F1 treten können und wäre in den Genuss eines gut gefüllten Vermarktungstopfes gekommen - einem Neuling wird dies wohl nicht gewährt.

Ist das Lebenswerk von Peter Sauber zerstört? - "Das ist für mich der bitterste Tag in meiner 40-jährigen Motorsportkarriere. Es ist auch ein herber Rückschlag für das Team. Es geht jetzt darum, nach weiteren Lösungen zu suchen. Die Verantwortung dafür liegt in den Händen von BMW", sagt ein unglaublich enttäuschter Peter Sauber. Hintergrund: Er will die rund 400 Arbeitsplätze der BMW-Sauber AG am Standort in Hinwil retten.

Und es macht durchaus Sinn, den Formel-1-Betrieb mit dem jahrelangen Know-how unter neuer Führung weiterleben zu lassen - an Interessenten soll es jedenfalls nicht mangeln. Die FOTA hat bereits signalisiert, "alle Bemühungen zu unterstützen, die es der BMW-Sauber AG ermöglicht, ebenfalls Teil des neuen Concorde Agreement zu sein".

Dass BMW aus der Formel 1 ausgestiegen ist, ist die eine Sache, die andere ist die Frage, warum man dem langjährigen Weggefährten Peter Sauber nun Steine in den Weg wirft? - Sauber, der in der Schweiz ein sehr hohes Ansehen genießt, hat nicht nur eine ganze Nation hinter sich, sondern auch jene Menschen, die ihn jemals kennen und schätzen gelehrt haben.

Deutlicher denn je wird, dass kühles Konzerndenken nicht mit den geschäftlichen Prinzipien eines Peter Sauber übereinkommen. Bis heute hat es keine Einigung über den Verkauf des Teams am Standort Hinwil gegeben, die Zeit drängt. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen erklärt: "Der uns vorgegebene enge Zeitrahmen hat nicht ausgereicht, um mit den Interessenten und Investoren eine Lösung für solch eine komplexe Transaktion zu finden." - Zu diesem Argument passt der plötzliche Abgang von BMW von der Formel-1-Bühne gut.
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Autor(en): Peter Hartmann / auto-reporter.net
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