20.08.2009

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Fahrwerk des neuen Opel Astra im Detail

Für die zukünftige Generation des Opel Astra haben die Ingenieure eine neue Fahrwerksgeometrie entwickelt. So steht der Kompaktwagen mit der gegenüber dem Vorgängermodell deutlich verbreiterten Spur (vorn um 56, hinten um 70 Millimeter) sowie dem um 71 Millimeter längeren Radstand noch satter auf der Straße. Zudem hält mit dem Astra, der seine Premiere am 17. September 2009 auf der Frankfurter IAA feiern wird, die vom Insignia bekannte adaptive Fahrwerkskontrolle "FlexRide" Einzug in die Kompaktklasse. Diese verbindet die einzelnen elektronischen Fahrhilfen wie das Fahrstabilitätsprogramm ESC, die adaptiven Dämpfer CDC, die elektronisch gesteuerte Lenkung, die Gaspedalkalibrierung und gegebenenfalls die Schaltlogik beim Automatikgetriebe zu einem System, das den Fahrerwunsch optimal umsetzen soll.

Die neue Fahrwerksarchitektur kombiniert McPherson-Federbeine an der Vorderachse - wie beim Insignia - und eine neuartige Verbundlenker-Hinterachse mit überlegt positioniertem Watt-Gestänge. Unerwünschte Geräusche und Vibrationen sollen an der Vorderachse durch doppelte Isolation von Fahrwerk und Motor, an der Hinterachse durch spezielle Auslegung des Watt-Gestänges und Achsisolation unterdrückt werden. So wollen die Rüsselsheimer Ingenieure gute Handling-Eigenschaften mit hohem Fahrkomfort verbinden.

Die Hinterachsaufhängung des neuen Astra verfügt laut Opel über alle Vorteile einer Verbundlenker-Konstruktion gegenüber einer Mehrlenker-Achse, wie kompakte und leichte Bauweise, in Kurven größere Sturzsteifigkeit der Räder beim "Rollen" der Karosserie um die Längsachse sowie minimierte Reibung innerhalb der Aufhängung. Das Watt-Gestänge verbessert zusätzlich die Querstabilität.

Das Torsionsprofil der Verbundlenkerachse ist zwischen den Längslenkern etwa mittig zwischen Achsaufhängung und Hinterrad montiert. Unterschiedliche effektive Längen sowie die flexible Orientierung des offenen, U-förmigen Profils, die verschiedene Wandstärken und die beiden Profildurchmesser sollen zur optimalen Abstimmung des Überneigungs- und Steuerverhaltens führen. Das Watt-Gestänge der Hinterachse ermöglicht bei Geradeausfahrt eine freie Federbewegung. In Kurven hingegen minimiert sie die Querabweichung ebenso wie eine Mehrlenker-Konstruktion.

Das Watt-Gestänge ist an einem soliden Querträger am Unterboden direkt hinter der Mittelachse der Hinterräder angebracht. Es besteht aus einem kurzen, schwenkbaren Ausgleichslenker mit Kugelgelenken an jedem Ende, an denen die Querstreben der Räder befestigt sind. Die bei Kurvenfahrt entstehenden Querkräfte werden durch das Gestänge an die Karosserie umgelenkt und dort aufgenommen.

Hauptvorteil dieser Konstruktion ist nach Angaben der Entwickler, dass in den Hauptachslagern kaum Kräfte abgestützt werden müssen, die die Achse bei Kurvenfahrt verdrehen oder seitlich ausweichen lassen würden. Die Lagerbuchsen können daher weicher ausgeführt werden, was ein niedrigeres Geräuschniveau im Innenraum und bessere Entkopplung von der Straße bedeutet.

An der Vorderachse sind die oberen Aufnahmen der McPherson-Federbeine als Zweiwege-Lager ausgelegt, Feder- und Dämpferkräfte werden so getrennt in die Karosseriestruktur geleitet. Um die ungefederten Massen zu verringern und die Gewichtsverteilung zu verbessern, bestehen Lenkhebel und unterer Querlenker aus Aluminium, der Stabilisator aus Hohlprofilstahl.

Der L-förmige Querlenker ist durch zwei Buchsen mit dem vorderen Hilfsrahmen verbunden. Die vordere ist sehr steif ausgelegt, die hintere ist als radial belastetes Hydrauliklager ausgeführt. Generell haben die Entwickler zur Verbesserung von Handling und Fahrkomfort die Aufhängungsgeometrie und die Fahrwerksbuchsen so ausgelegt, dass sie Längs- und Querkräfte optimal aufnehmen können. Für eine möglichst gute Entkopplung von der Straße wird die hintere Querlenkerbuchse zudem hydraulisch gedämpft. Sie soll so zusammen mit der zusätzlichen Isolation des vorderen Aggregatträgers die Einleitung von Vibrationen in die Karosserie minimieren.

Nicht zuletzt bildet die gegenüber dem Vorgänger weiter erhöhte Karosseriesteifigkeit eine solide Basis für verbesserte Fahreigenschaften. Zudem dringen so weniger Geräusche und Vibrationen in den Fahrgastraum.
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Autor(en): Caterina Schröder
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