25.08.2009

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Kleine Testfahrt: BMW 320d Efficient Dynamics Edition

Die Pressemitteilung aus München Ende vergangener Woche versprach viel. BMW kündigte ein neues "Flaggschiff" in Sachen Sparsamkeit an, das gleichzeitig keine Abstriche in Sachen Sportlichkeit machen soll: Den etwas störrisch klingenden "BMW 320d Efficient Dynamics Edition", der auf der IAA 2009 debütiert. Während der aktuelle 320d im EU-Normzyklus mit 4,8 Litern Verbrauch und Emissionen von 128 Gramm CO2 pro Kilometer gemessen wird, begnügt sich das neue Sondermodell laut Konzern mit 4,1 Litern und 109 Gramm CO2. Gleichzeitig sinkt die Leistung um 10 kW auf 120 kW, das maximale Drehmoment legt jedoch von 350 auf 360 Newtonmeter zu.

Eine "markentypische Auflösung des Zielkonflikts von Fahrfreude und nachhaltigem Fahren" (O-Ton BMW) soll das Editionsmodell sein, oder anders ausgedrückt: Ein weiterer tastender Versuch, wie sich der BMW-Markenkern "Sportlichkeit" in Zeiten von Klima-Angst und Wirtschaftskrise erfolgreich erhalten, ja sogar stärken lässt. Nicht zuletzt soll aber auch der Absatz der bei europäischen Flottenkunden beliebten Limousine hoch gehalten werden. Der 320d ist das volumenstärkste Einzelmodell des OEM, und der CO2-bewusste Großeinkäufer soll künftig die Wahl haben: Entweder er kauft mehr Leistung, mehr CO2 und etwas mehr Agilität oder er spart - Hauptsache es ist ein BMW. Der Preis bleibt jedenfalls gleich: Ab rund 33.000 Euro wird der neue Effizienz-Sportler ab März 2010 zu haben sein. Über konkrete Verkaufsziele schweigt sich das Unternehmen aber vorsichtshalber aus: Ein Sprecher rechnet mit "einigen tausend zusätzlich verkauften Einheiten".

Die CO2-Diät scheint indes gelungen. Die Sportlichkeit hat nicht gelitten, zumindest legt das die gestrige Testfahrt von ATZonline in München und Umgebung nahe. Auch wenn die Limousine im Vergleich zum Standard-Modell 0,3 Sekunden länger braucht, um von Null auf 100 km/h zu beschleunigen, sind keine Abstriche in puncto Agilität und Präzision auszumachen. Wer den "neuen" 320d sportlich fahren möchte, der kann - nur dann spielt der seine neue Enthaltsamkeit natürlich nicht aus.

Für angehende CO2-Engel heißt es selbstredend, Abschied vom Bleifuß zu nehmen und die Freude am Fahren mit einer neuen Freude am Schalten zu verbinden. Ab 1.500 1/min mahnt das Display zum Kuppeln, so dass man im Stadtverkehr nur selten in Drehzahlbereiche jenseits der 2.000 kommt. Das ist zwar alles andere als sportlich, aber gemütlich. Zudem ist es, für einen Selbstzünder, erstaunlich laufruhig, und das trotz einer, für den niedrigen Verbrauch besonders notwendigen, längeren Hinterachsübersetzung. Die wiederum bringt ein niedriges Drehzahlniveau mit sich. Um die daraus entstehenden Drehungleichförmigkeiten und Motorvibrationen zu reduzieren, hat BMW gemeinsam mit LuK ein Fliehkraftpendel entwickelt, das in das Zweimassenschwungrad des Motors integriert ist. Und das leistet sehr gute Dienste: Die bei der Lastanforderung freiwerdenden Schwingungen sind nachdrücklich getilgt. Sparsam fahren schont Ohren und Nerven.

Neben den bereits bekannten Maßnahmen der Efficient-Dynamics-Charta (Start-Stopp-System, bedarfsgerechte Steuerung von Servolenkung und Klimakompressor sowie Bremsenergie-Rückgewinnung) wartet der neue Diesel-Sparer mit einer aktiven Kühlluftklappen-Steuerung auf, rollt auf Leichtlaufreifen und hat sich dem Boden um 15 Millimeter genähert. In der Summe ergibt sich daraus ein exzellenter cw-Wert von 0,26 - und halt jene 4,1 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer.

Nur, schafft man die wirklich im Alltag? Ja, man schafft sie - aber nur, wenn der rechte Fuß nicht lustvoll nach unten zuckt, um den 320d in seiner Sportlichkeits-Ehre zu packen und dessen hübsches Drehmoment auszukosten. Und nur, wenn man diszipliniert und emsig schaltet. Und nur, wenn man auf die Klimaanlage verzichtet. Da wir all das nicht (immer) beherzigt hatten, schlugen nach 100 Kilometern schließlich 5,1 Liter Verbrauch zu Buche. Zwei Kollegen der schreibenden Zunft indes wollten es genau wissen, fuhren vorschriftsmäßig und schwitzten - der guten Sache zuliebe. Das Ergebnis ihrer Ausfahrt: 4,1 Liter. Es geht also, sofern man "Freude am Sparen" hat.
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Autor(en): rp
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