01.09.2009

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BMW blickt in die Zukunft (Teil 2): Layering optimiert Leichtbau und Aerodynamik

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Die Symbiose aus Dynamik und Effizienz braucht neben einer ausgeklügelten Antriebstechnik (vgl. Teil 1: Hybridantrieb mit neuem Dreizylinderdiesel) auch ein neues Karosseriedesign, das durch funktionalen Leichtbau neben dem Gesamtgewicht den Luftwiderstandsbeiwert möglichst gering hält. Im Falle des "BMW Vision EfficientDynamics" griffen die Entwickler auf die sogenannte Layering-Technik zurück, die es ermöglicht, durch übereinander geschichtete Flächen und gezielt angeordnete Fugenverläufe Bauteile und damit auch Gewicht zu reduzieren. Zudem erfüllt dieses nach Angaben des Münchner Automobilherstellers erstmals im Exterieurdesign angewandte Prinzip aerodynamische Anforderungen ohne zusätzliche Karosserieelemente, allein durch die für die Luftführung optimale Struktur der Flächen

So haben die als Kanal ausgeformten A-Säulen ebenso die Aufgabe, den Luftstrom zu kanalisieren, wie die als Flügelprofil gestalteten Rückleuchten. Der Fahrzeugunterboden ist vollständig verkleidet, um verbrauchsrelevanten Verwirbelungen entgegenzuwirken. Schmale Öffnungen im Bereich der Frontschürze leiten die einströmende Luft gezielt in zwei geschlossene Kanäle. Diese führen an der Innenseite der Frontschürze zu den Radhäusern, wo die Luft beim Wiederaustritt durch eine sehr schmale Öffnung mit hoher Geschwindigkeit knapp an den äußeren Radflanken vorbeigelenkt wird. Der austretende Strahl legt sich wie ein Vorhang seitlich über die Vorderräder und wird daher als Air Curtain bezeichnet.

Um die aerodynamische Qualität des Gesamtfahrzeugs weiter zu optimieren und darüber hinaus auch den Rollwiderstand möglichst gering zu halten, ist das EfficientDynamics-Konzeptfahrzeug mit Reifen und Felgen in einer für Sportwagen ungewöhnlichen Dimension ausgestattet: Die Reifen weisen ein Breite-Höhe-Verhältnis von 195/55 auf. Zugleich sorgt der große Felgendurchmesser von 21 Zoll dafür, dass die Kontaktfläche mit der Fahrbahn auf dem Niveau eines deutlich breiteren Reifens liegt. Ein integriertes Schaufelprofil für die Felgen soll außerdem den negativen Einfluss der sich drehenden Räder auf die Gesamtaerodynamik des Fahrzeugs verringern. Resultat sämtlicher Maßnahmen zur Optimierung der aerodynamischen Eigenschaften ist der Luftwiderstandsbeiwert von 0,22.

Chassis und Fahrwerk des BMW Vision EfficientDynamics sind vollständig aus Aluminium gefertigt. Dach und Außenhaut der großen Türen bestehen beinahe vollständig aus einem speziellen Polycarbonat-Glas, das sich je nach Lichteinfall automatisch abdunkelt. Das 4,60 m lange, 1,90 m breite und 1,24 m hohe Konzeptfahrzeug bietet Platz für bis zu vier Insassen einschließlich 150 Litern Gepäck. Aufgrund der Leichtbaustrategie konnte das Leergewicht nach DIN auf 1.395 kg begrenzt und zugleich ein niedriger Fahrzeugschwerpunkt realisiert werden.

Zugang zu den vier Sitzplätzen schaffen zwei Türen, die sich flügelartig nach oben öffnen. Ihre Drehgelenke sind am vorderen Dachholm im Bereich der seitlichen Blinkleuchten angesetzt und dienen zugleich als Außenspiegelfüße.

Bei der Gestaltung des Interieurs visualisierten die Designer das Leichtbauprinzip ebenfalls mithilfe der Layering-Technik. Zudem dienen einzelne Elemente, wie die zentralen Lüftungsausströmer, nicht allein zur Komfortsteigerung, sondern übernehmen als Teil des Cockpitträgers mehrere Aufgaben. Die körperbetont geformten Sitze bestehen aus einer Kevlarschale, einer Backbone-Struktur und einzeln befüllbaren Sitzpolstern. Durch diesen Aufbau soll hoher Komfort mit reduziertem Gewicht kombinieren werden. Die Verkleidung des Armaturenträgers beschränkt sich auf jene Bereiche, die technische Komponenten einfassen und damit auch im Crashfall einen Beitrag zum Insassenschutz leisten. Auch in den Displays des Instrumentenkombis sowie in der Weiterentwicklung des Head-up-Displays für das Konzeptfahrzeug wird die Überlagerungstechnik umgesetzt. Dadurch entsteht der Eindruck von Dreidimensionalität, außerdem wird eine Möglichkeit geschaffen, verschiedene Signale ihrer Relevanz entsprechend je nach Fahrsituation in den Vorder- oder Hintergrund zu stellen.

Gezeigt wird das portlichen Plug-in-Hybrid-Modell erstmals auf der kommenden IAA (15. bis 27. September 2009) in Frankfurt.
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Autor(en): Caterina Schröder
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