28.09.2009

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
BOOKMARK
RSS-Feed
NEWSLETTER

Volvo: Ab 2020 absolute Sicherheit für Insassen eines Volvos

Auf der Suche nach der Vision eines Straßenverkehrs ohne Unfälle hat sich Volvo ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Spätestens im Jahr 2020 soll kein Insasse eines Volvo mehr verletzt oder gar getötet werden. Dabei setzt der schwedische Automobilhersteller auf Prävention, so dass im Mittelpunkt die Weiterentwicklung bestehender und die Einführung neuer Sicherheitstechnologien wie beispielsweise die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen steht.

Ziel der Entwickler ist es, den normalen Fahrmodus aufrecht zu erhalten. "Um unsere Vision des unfallfreien Verkehrs zu realisieren, muss bereits in dieser Phase den meisten potenziellen Gefahren begegnet werden. Bestenfalls gelingt es uns, dem Fahrer so zu helfen, das er in den normalen Fahrmodus zurückkehrt, sobald eine kritische Situation auftritt", erläutert Jan Ivarsson, Head of Safety Strategy bei Volvo.

Ein Schritt dahin ist die Weiterentwicklung des Kollisionswarnsystem, das Volvo mit der Weltpremiere des neuen Volvo S60 im Jahr 2010 präsentieren wird. Dieses verfügt über eine automatische Notbremsfunktion - die automatische Bremskraft wurde somit von 50 auf 100 Prozent erhöht - und soll Fußgänger erkennen können.

Das neue Kollisionswarnsystem mit automatischer Notbremsfunktion und Fußgängererkennung besteht aus drei Komponenten: Einem Dual-Mode-Radarsystem, das in den Frontgrill integriert ist, einer Kamera hinter dem Innenraum-Rückspiegel sowie einer zentralen Kontrolleinheit. Radar und Kamera überwachen kontinuierlich den Straßenbereich vor dem Fahrzeug. Aufgabe des Radarsystems ist es dabei, Objekte zu erkennen und die Entfernung zu ihnen zu messen, während die Kamera den Typ des jeweiligen Objekts registriert. Das System ist so programmiert, dass es auf Fahrzeuge reagiert, die sich in Fahrtrichtung bewegen oder still stehen. Durch die neue Technologie und den erweiterten Beobachtungsbereich können auch Fußgänger frühzeitig erkannt werden, die gerade die Straße betreten.

In einer Notsituation warnt das neue System den Fahrer zunächst durch ein akustisches Signal und ein Blinklicht im Head-up-Display in der Frontscheibe. Diese optische Warnung ähnelt einem Bremslicht, um die intuitive Warnung zu unterstützen. Sobald ein Zusammenstoß droht und der Fahrer nicht reagiert, wird automatisch die volle Bremskraft aktiviert. Dies setzt voraus, dass das Objekt sowohl vom Radar als auch von der Kamera erkannt wurde. Möglich wird die automatische Vollbremsung durch die Sensor-Technologie.

Die neue Technologie soll dem Fahrer helfen, Kollisionen unterhalb von 25 km/h vollständig zu vermeiden. Bei höherem Tempo geht es darum, die Aufprallgeschwindigkeit so weit wie möglich zu reduzieren. "In den meisten Fällen können wir die Kollisionskräfte um 75 Prozent verringern", betont Volvo-Sicherheitsexperte Thomas Broberg.

Zugleich hat Volvo die adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC (Adaptive Cruise Control) um eine neue Funktion erweitert: In Verbindung mit dem automatischen Getriebe ist sie jetzt auch bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten aktiv, und das radargestützte System behält die Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug bis zum Stillstand bei. So lässt sich ACC auch im Stop-and-Go-Verkehr nutzen und bringt neben mehr Sicherheit ein Plus an Komfort. Das bisherige System war unterhalb von 30 km/h nicht aktiv.

Zudem beschäftigt sich Volvo mit der Frage, ob ältere Menschen am Steuer eine Gefahr im Verkehrsalltag darstellen. Der schwedische Automobilhersteller hat sich dazu an einer aktuellen Studie zur Verhaltensforschung an Kreuzungen beteiligt, die vom schwedischen Forschungsinstitut für Straße und Transport (VTI) durchgeführt wurde. Teilnehmer waren dabei Autofahrer über 75 Jahre sowie eine Vergleichsgruppe mit Fahrern im Alter zwischen 35 und 55 Jahren. Die Studienteilnehmer absolvierten Fahrten auf einer Teststrecke mit verschiedenen Geschwindigkeitsbeschränkungen und unterschiedlichen Verkehrssituationen. Außerdem wurde die Flexibilität des Halses gemessen und ein Blickfeld-Test durchgeführt.

Die Testergebnisse zeigten eine deutliche Differenz bei den Testgruppen. Die Gruppe der Älteren wies eine geringere Hals-Flexibilität und ein schmaleres Blickfeld auf. Bei den Fahrtests zeigten sich auch Unterschiede beim Beobachtungsverhalten. Während die Älteren mehr auf Linien und Straßenmarkierungen achteten, um sich im Verkehr zu positionieren, richteten die jüngeren Fahrer ihre Aufmerksamkeit mehr auf dynamische Objekte wie Fahrzeuge, die eine mögliche Gefahr darstellen könnten. Volvo will die Ergebnisse zur Entwicklung präventiver und unterstützender Sicherheitssysteme für ältere Fahrer nutzen.

Ein wichtiges Thema der Forschungsarbeit besteht darüber hinaus darin, die Kommunikation zwischen Fahrzeugen zu ermöglichen. Denn in Zukunft müssten Automobile in der Lage sein, untereinander zu kommunizieren und Informationen mit anderen Fahrzeugen auf der Straße und der Verkehrsinfrastruktur auszutauschen. So könnten Fahrzeuge beispielsweise erkennen, wenn eine Frontalkollision droht und bei ausbleibender Reaktion des Fahrers selbsttätig die Fahrtrichtung ändern. Die größte Herausforderung bei der Realisierung eines solchen Szenarios besteht nach Meinung der Sicherheitsexperten darin, eine gemeinsame Sprache für diese Art der Kommunikation zu finden. Ein Volvo muss fähig sein, mit Fahrzeugen anderer Hersteller zu kommunizieren. Zugleich müssen alle Fahrzeuge Informationen mit der Verkehrsinfrastruktur austauschen können.
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Caterina Schröder
   mehr Beiträge vom 28.09.2009:
» Nachrichten:

start
DOSSIERS ZUM THEMA
Effizienz elektrischer Systeme - Standards und Maßnahmen
Effizienz elektrischer Systeme - Standards und Maßnahmen 06.02.2012 - Der Beitrag, den E/E-Fachverantwortliche zur besseren Effizienz eines Gesamtfahrzeugs leisten, ist größer denn je. Denn der elektrische Leistungsbedarf eines gut ausgestatteten Premiumfahrzeugs von 2 kW führt immerhin zu 2 l/100 km mehr Kraftstoffverbrauch. Einige... » mehr
Fahrzeugsicherheit: Neue Testmethoden für die Fahrzeugsicherheit (30.01.2012)

Akustik: Akustikoptimierung - Vom Geräusch zum guten Klang (03.01.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
FACHARTIKEL ZUM THEMA
Unfälle durch fehlerhafte Lastverteilung
Unfälle durch fehlerhafte Lastverteilung 03.02.2012 - Ladungssicherung wird in Deutschland auf sehr hohem Niveau betrieben. Schwere Straßenverkehrsunfälle infolge unzureichend gesicherter Ladung sind selten. In der Öffentlichkeit wird aber nach wie vor über vermeintliche Missstände berichtet, die bei Polizeikontrollen... » mehr
Unfallforschung: Wie wirksam sind Fahrerassistenzsysteme – vom Bagatellschaden bis zum schweren Unfall? (03.02.2012)

Unfallforschung: Allianz-AG veröffentlicht Studie "Ablenkung im Straßenverkehr" (03.02.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
WHITEPAPER ZUM THEMA
1D-Simulationsmethoden im KFZ-Wärmemanagement
1D-Simulationsmethoden im KFZ-Wärmemanagement 12.01.2010 - Immer schärfere CO2-Regelungen und die aktuelle Wirtschaftslage erfordern eine schnelle und kostengünstige Umsetzung konkreter Effizienzmaßnahmen. Hierbei spielt das Wärmemanage-ment eine zunehmend wichtige Rolle. » mehr
Magura Controls: MAGURA Controls - der starke OEM-Partner (09.08.2007)

start
INTERVIEWS ZUM THEMA
"Elektrofahrzeuge erfordern zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen"
"Elektrofahrzeuge erfordern zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen" 30.01.2012 - In ihrem aktuellen Weißbuch will die Europäische Union bis 2020 die Zahl der Unfallopfer erneut halbieren. Die damit verbundenen Aufgabenstellungen an Industrie und Politik bedürfen eines abgestimmten Vorgehens, dessen Kernpunkte in der "Berliner Erklärung zur... » mehr
Car-to-X: "Wir befinden uns in einem radikalen Umbruch" (12.12.2011)

Landtechnik: "Rekuperation ist in der Regel nicht möglich" (08.11.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
WebTV ZUM THEMA
Kraftstoff-Einsparpotenzial bis zu 20 Prozent - Volvo testet Schwungradspeicher
Kraftstoff-Einsparpotenzial bis zu 20 Prozent - Volvo testet Schwungradspeicher 26.05.2011 - Volvo plant im Herbst dieses Jahres ein Schwungradspeicher-System im öffentlichen Verkehr zu testen. Diese Technologie soll einem Vierzylinder-Motor die Leistung eines Sechszylinders verleihen. Und dies bei einer gleichzeitigen Kraftstoffersparnis von bis zu 20... » mehr
Volvo V60 Diesel-Plug-In-Hybrid feiert Weltpremiere in Genf (21.02.2011)

Volvo testet neuen Hybrid-Lkw in London (19.11.2009)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
NACHRICHTEN ZUM THEMA
Aktives Gurtschloss: Mercedes-Benz verbessert den Schutz für Fondpassagiere
Aktives Gurtschloss: Mercedes-Benz verbessert den Schutz für Fondpassagiere 09.02.2012 - Erhöhte Sicherheit und einfacheres Anschnallen für Fondpassagiere: Mercedes-Benz entwickelt derzeit ein aktives Gurtschloss für Mitfahrende auf der Rücksitzbank. Ein Elektromotor bewegt das Gurtschloss automatisch nach oben und unten. Auf diese Weise kann die... » mehr
Famos: Vorausschauen auf Verkehrslage, Straßenverlauf und Streckentopographie (08.02.2012)

sozioökonomische Analyse: Elektromobilität braucht Standards und Normen (07.02.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
EVENTS ZUM THEMA
Aachener Karosserietage 2012
Aachener Karosserietage 2012 25.09.2012 - Die Aachener Karosserietage haben sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Treffpunkt für Karosserieentwickler etabliert. Das Themenfeld Karosseriebau ist aktueller denn je, da es aufgrund seiner Bedeutung für die gesamte Fahrzeugentwicklung, der Einführung... » mehr
Qualitätsmanagement: VDA Automotive SYS (18.06.2012)

Fahrzeugtechnik: 21. Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik (08.10.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
BÜCHER ZUM THEMA
Automobilelektronik
Automobilelektronik 17.01.2012 - Eine Einführung für Ingenieure Systematisches Studienbuch zur Automobilelektronik Sichere und effizientere Autos durch Elektronik Systematische Darstellung der Autoelektronik wie sie für das Studium benötigt wird ... » mehr
Kraftfahrzeugtechnik: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik (01.11.2011)

Kraftfahrzeugtechnik: Bosch Grundlagen Fahrzeug- und Motorentechnik (01.11.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
 
start
PREMIUM PARTNER
start
LOGIN FACHARTIKEL-ARCHIV
 
start
NEUES THEMENDOSSIER ONLINE
Effizienz - elektrischer Systeme - Standards und Maßnahmen

ThemendossierMit den Online-Themendossiers für automobile Ingenieure greift ATZonline Titelstrecken der Fachmagazine der ATZ-Familie auf und erweitert sie um aktuelle Nachrichten, Fachbeiträge und Interviews aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung beim Hersteller & Zulieferer zum Thema Auto und Technik.

Aktuell: Effizienz elektrischer Systeme - Standards und Maßnahmen
start
ATZonline @ FACEBOOK + TWITTER
ATZonline ist jetzt auch im Social-Web. Informieren Sie sich bei Facebook oder twitter über aktuelle Nachrichten, Themendossiers, Interviews und Fachbeiträge auf ATZonline.

ATZonline on twitterTwitterATZonline auf FacebookFacebook
start
LESEPROBE KOSTENLOS ONLINE BLÄTTERN

Lesen Sie hochaktuelle Beiträge zu den Themen Auto & Technik auf technisch wissenschaftlichem Niveau aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Produktion der Automobilindustrie.

» ATZ: Seit 1898 in der Automobilindustrie die Zeitschrift für Auto & Technik

» MTZ: In der Auto-Motor-Entwicklung die Zeitschrift für Ingenieure

» ATZelektronik: Die Auto-Zeitschrift für Elektronik & Elektrotechnik

» ATZproduktion: Die Technik-Zeitschrift für die Automobilindustrie-Produktion
start
AUTOMOTIVE AGENDA IST NOMINIERT
Automotive Agenda ist mehrfach nominiert:

Innovationspreis 2011Design Preis
start
NEWSLETTER
Mit dem Newsletter erhalten Sie zwei Mal in der Woche aktuelle News, Berichte, Events und Interviews aus der Automobiltechnik und Automobilentwicklung. Natürlich kostenlos!

Exklusiv für Newsletter-Abonnenten:
regelmäßig kostenlose Fachartikel

  
start
BUSINESS PARTNER
BorgWarnerTE Connectivity
start
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE
Das Wissen der Experten:
Qualitätsgeprüft. 25.000 Stichwörter. Kostenlos.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen
start
KOOPERATIONEN
eCarTecElektro-Mobil Kongress
 
RSS Home Springer Automotive Media Mediadaten AGB/Datenschutz Impressum Kontakt

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012