26.10.2009

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VDI-Fachtagung "Fahrzeugsicherheit 2009": Paradigmenwechsel gefordert

"Bei unseren Bemühungen um besseren Schutz für Fahrer und Insassen sollten wir uns nicht an tradierten Funktions- und Konstruktionsvorschriften orientieren, sondern an Wirkvorschriften", forderte Andre Seeck auf der diesjährigen VDI-Fachtagung "Fahrzeugsicherheit" in Berlin. Der Leiter der Abteilung Fahrzeugtechnik der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) appellierte, sich nicht allein auf das technisch Mögliche sondern das sinnvoll Einsetzbare zu konzentrieren. Im Hinblick auf Fahrerassistenzsysteme sollte der Schutz von älteren Menschen stärker in den Fokus rücken. Mit der bisherigen Denkweise komme man nicht weiter. "Früher wurde die Messlatte für Fahrzeugsicherheit vom Gesetzgeber hoch gelegt und bestimmt", sagte Seeck. Heute eile die Technologie voran und die Rahmenbedingungen für den Einsatz hinken hinter her. "Wir sollten Politiker zum Nachdenken anregen und Gesetzgeber davon überzeugen, dass auch Systeme, die den Fahrer in Grenzfällen überstimmen, zu mehr Sicherheit beitragen", ergänzte Prof. Dr. Schindler, Leiter der Tagung und Leiter des Fachgebiets Kraftfahrzeuge an der Technischen Universität Berlin.

Auf der mit 100 Teilnehmern besetzten VDI-Tagung wurde die Gründung einer neuen Arbeitsgruppe bekannt gegeben: Im Themenfeld der Advanced Forward Looking Safety Systems (vFSS) arbeiten künftig alle deutschen Automobilhersteller sowie Bast, die Dekra und Versicherer gemeinsam an vorausschauenden Fahrerassistenzsystemen.

Einer der neuen Schwerpunkte auf der Berliner Tagung behandelte das Thema "Sicherheit neuer Fahrzeug- und Antriebskonzepte". Gasbetriebene Fahrzeuge aber insbesondere Hochvoltsysteme in Elektro- und Hybridfahrzeugen stellen nicht nur die Fahrzeughersteller und Werkstätten sondern auch Rettungskräfte in Unfallsituationen vor ganz neue Herausforderungen. Hinter den neuen Richtlinien verstecken sich viele noch nicht gelöste Hausaufgaben, die die Hersteller nun lösen müssen. Hier treibt im Gegensatz zu den angesprochenen technischen Möglichkeiten bei Fahrerassistenzsystemen der Gesetzgeber die zu entwickelnden Technologien.
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Autor(en): Markus Schöttle
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