06.11.2009

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ThyssenKrupp: Ventilhubsysteme schlagen Karosserieteile im CO2-Vergleich

Der Werkstoffspezialist ThyssenKrupp sieht in der Optimierung des konventionellen Antriebs den weit größeren Beitrag zum Klimaschutz als in Leichtbaumaßnahmen an der Karosserie. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse des Drei-Jahre-Projekts InCar. Die Europäische Union wird ab 2012 jene OEMs mit Strafzahlungen belegen, die Automodelle mit Werten über 130 g Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer auf den Markt bringen. Verglichen mit dem Thema Leichtbau lassen sich allein durch die InCar-Maßnahme "variables Ventilhubsystem" 14 g CO2 pro Kilometer einsparen. Der Karosserieleichtbau kommt nur auf eine CO2-Ersparnis von 2 g/km. "Kombiniert man die aus ökologischer Sicht besten InCar-Maßnahmen lassen sich im Vergleich mit dem aktuellen Stand der Technik 17 g CO2 pro gefahrenem Kilometer einsparen", sagte Dr. Ulrich Jaroni (Foto) als Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Mit 1 g/km tragen Maßnahmen am Fahrwerk wie eine integrierte Lenkung einen nur kleinen Teil bei. Die Emissionsverminderung von 17 g entspricht einer für den OEM ersparten Strafzahlung von etwa 1600 Euro für jedes neu zugelassene Fahrzeug.

Gestern, 5. November 2009, hatte ThyssenKrupp die Endergebnisse des eigenfinanzierten Entwicklungsprojekts InCar zu Innovationen bei Karossiere, Fahrwerk und Antrieb in einer Pressekonferenz und mit einem Ausstellungs-Lkw in Duisburg genauer vorgestellt. Aus 460 Ideen hatten 100 Ingenieure 35 konkrete Projekte für ein modernes Automobil mit Serienstart 2012 abgeleitet. Das Budget des InCar-Projekts, das 2006 startete, betrug 35 Millionen Euro.

Dr. Karsten Kroos, Vorsitzender des Bereichsvorstands Components Technology der ThyssenKrupp AG, erklärte die Vorgehensweise für den Bereich Karosserie wie folgt: "Wir verglichen die InCar-Lösungen nicht mit einer realen Rohkarosserie eines konkreten Fahrzeugherstellers, sondern mit einer herstellerunabhängigen Referenzstruktur, die von uns entwickelt wurde. Das macht es unseren Kunden leichter, unsere Innovationen zu übernehmen und an ihre jeweiligen Marken-, Design- und Produktionsstrategien anzupassen." Für die Lösungen wurden umfangreiche Analysen zu Werkstofftechnik, Strukturfestigkeit, Fertigungsfragen und Kosten samt Ökobilanz durchgeführt.

Bislang hatte noch kein Automobilzulieferer ein derart umfangreiches Paket herstellerunabhängig entwickelter Innovationen entwickelt. Mehr Informationen wird das Sonderheft ATZextra "Das InCar-Projekt von ThyssenKrupp" liefern, das am 4. Dezember 2009 erscheinen wird. Die ersten InCar-Bauteile werden zurzeit in den Werken der Automobilhersteller für die Serieneinführung erprobt. Mit InCar-Innovationen könnte der Kunde Ressourcen schonen, Kosten sparen oder Autos mit verbesserten Funktionen bauen - je nachdem, welches Entwicklungsziel für ihn wichtig ist. Gleichzeitig seien die Innovationen so abgesichert, dass sie mit deutlich verringertem Aufwand in die Serienfertigung übernommen werden können, oft sogar kostenneutral.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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