start
NACHRICHTEN

VCD: Elektroautos retten das Klima auf absehbare Zeit nicht

13.11.2009 - Die Einführung von Elektro- und Hybridfahrzeugen wird bis 2030 nur einen geringen Beitrag zur CO2-Minderung im Verkehr leisten können. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die gestern, 12. November 2009, von "Transport and Environment" (T&E), dem europäischen Dachverband des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD), veröffentlicht wurde. Dafür werde die Marktdurchdringung mit diesen Fahrzeugen zum einen bis zu diesem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch zu gering sein. Zum anderen bestünden derzeit noch erhebliche Gesetzeslücken auf EU-Ebene, die einer generellen Senkung der CO2-Emissionen aus dem Autoverkehr im Weg stünden. Elektrofahrzeuge könnten langfristig nur zum Klimaschutz beitragen, wenn dafür geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden, so der VCD. So müsse zu allererst der EU-CO2-Grenzwert für Pkw ab 2020 auf 80 Gramm pro Kilometer und ab 2025 auf 60 Gramm pro Kilometer verschärft werden. Nur so werde Planungssicherheit und der notwendige Anreiz für Investitionen in eine kohlenstoffarme Fahrzeugtechnologie und -infrastruktur hergestellt.

Nach dem Bekenntnis von Verkehrsminister Peter Ramsauer zum Ausbau der Elektromobilität warnt Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand die neue Bundesregierung davor, dem Technologie-Hype der letzten Monate blind zu folgen. Sie müsse das Wesentliche im Auge behalten: "Elektroautos sind kein Selbstzweck und werden allein das Klima auf absehbare Zeit nicht retten." Laut Korn müssen Deutschland und die EU grundsätzlich dafür sorgen, dass die CO2-Emissionen aus dem Verkehr und die Abhängigkeit vom Öl gesenkt werden. Dafür müssten alle Fahrzeuge - also auch Diesel und Benziner - effizienter werden.

Laut der neuen Studie von T&E enthalte die derzeitige CO2-Grenzwertregelung auf EU-Ebene für den Klimaschutz "schädliche" Gesetzeslücken. So würden Automobilhersteller einen "Freifahrtschein zur Produktion spritfressender SUVs" erhalten, wenn sie dafür ein Elektromodell auf den Markt brächten. Gleichzeitig würden Elektroautos als "Null-Emissions-Fahrzeuge" eingestuft, ohne zu berücksichtigen, woher der für sie verwendete Strom stamme. Durch diese Regelungen entfiele der Anreiz für die Autohersteller, insgesamt spritsparende Autos zu bauen. Zudem würde verkannt, dass Elektroautos nicht per se klimafreundlich seien. Auch sie müssten an ihrer Ökobilanz gemessen werden, betont der VCD. Es müsse sichergestellt werden, dass der Strom für Elektrofahrzeuge nicht aus klima- und umweltschädlichen Kohle- oder Atomkraftwerken stammt.

Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte: "Elektrofahrzeuge, die derzeit in Pilotversuchen über Deutschlands Straßen rollen und mit Strom aus Kohlekraftwerken betrieben werden, haben eine schlechtere CO2-Bilanz als ein moderner Verbrennungsmotor. Deshalb muss parallel zum Aufbau einer Infrastruktur für Elektrofahrzeuge der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden. Auch der Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen muss transparent werden. Wie herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind auch Elektrofahrzeuge mit einer Verbrauchsanzeige auszustatten."

In der neuen T&E-Studie "How to avoid an electric shock? - Electric cars, from hype to reality" wurde untersucht, welche Rolle Elektrofahrzeuge bei der angestrebten CO2-Minderung des Verkehrs spielen können und welche gesetzlichen Maßnahmen für mehr Klimaschutz notwendig sind. Die englische Fassung der Studie finden Sie hier.


Autor(en): Caterina Schröder
send print AddThis Feed Button
start
MEHR ZUM THEMA
Elektroauto   VCD   CO2-Minderung   Verkehr   Elektromobilität   Studie  
SYSTEM PARTNERS RANKING 2009


ATZextra: System Partners - Ranking 2009ATZextra: System Partners - Ranking 2009
2009 ist ein historisches Jahr für die Automobilindustrie: Wie kommen Autobauer und Zulieferer durch die Krise? Bereits seit dem dritten Quartal 2008 sind kontinuierliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen. Umso interessanter ist daher die Betrachtung der 100 in diesem ATZextra "System Partners" aufgelisteten Zulieferer.  » RANKING KOSTENFREI ALS PDF
start
WEITERE NACHRICHTEN
» US-Regierung vergibt Milliarden-Kredit an Nissan für EV-Produktion
Die Entwicklung umweltschonender Antriebsalternativen für den Gütertransport und die Individualmobilität fördert die US-amerikanische Regierung mit einem Milliarden schweren Entwicklungsprogramm. Im Rahmen dieser Initiative bewilligte jetzt Energieminister Steven Chu der Nissan North America ein Darlehen in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar (rund eine Milliarde Euro). » mehr...
» Volvo führt System zur freiwilligen Alkoholkontrolle ein
Als erster Automobilhersteller hat Volvo mit "Alcoguard" ein eigenes Kontrollsystem zur Vermeidung alkoholbedingter Verkehrsunfälle zur Serienreife gebracht und bietet dieses ab sofort auch auf dem deutschen Markt für die meisten aktuellen Modelle an. » mehr...
» Deutsche und französische Automobilindustrie einigen sich auf einheitlichen Elektrofahrzeug-Stecker
Die Experten der deutsch-französischen Arbeitsgruppe "Elektromobilität" haben sich auf einen einheitlichen Standard für Elektrofahrzeuge verständigt. Neben einer einheitlichen Steckverbindung gehören dazu ein intelligentes Lademanagement und Abrechnungssystem, das unter anderem grenzüberschreitendes Laden und Abrechnen ermöglichen soll - vergleichbar mit dem Roaming beim mobil Telefonieren. » mehr...
 
start
PREMIUM PARTNER
dSpaceTRW
TESISThe MathWorksAVL
start
LOGIN
 
start
DIE NEUE ATZ
111 Jahre Erfahrung. Neu in Form gebracht. 111 Jahre Erfahrung. Neu in Form gebracht.

ATZ, MTZ & Co. präsentieren sich seit Januar 2010 im neuen Design. Lesefreundlich, klar strukturiert und visuell noch ansprechender.
Die neue und moderne Optik unterstützt dabei die eindeutig technisch-wissenschaftliche Ausrichtung der Zeitschriften und gibt fundierten Hintergrund-Informationen noch größeren Raum. Überzeugen Sie sich selbst!
start
KOSTENLOSE LESEPROBE



Lesen Sie hochaktuelle Beiträge aus Forschung, Entwicklung und Produktion der Automobil- industrie auf technisch wissenschaftlichem Niveau.
start
Neues Special: 70Jahre MTZ
70 Jahre MTZ: MoTor der Zeit 70 Jahre MTZ: MoTor der Zeit

Immer eine Drehzahl schneller sein, wenn es um Motorenentwicklung und -technik geht - das ist seit 70 Jahren die Maxime der MTZ - Motortechnische Zeitschrift. Wir dokumentieren ausgewählte Forschungs- und Entwicklungsergebnisse auf dem Gebiet der Verbrennungsmotoren, die in der MTZ veröffentlicht wurden.
start
AKTUELL IM ATZblog
ATZblogVerschoben
Johannes Winterhagen

Im Blog von ATZonline (ATZblog) berichten Entscheider aus Industrie und Forschung sowie Beiräte, Herausgeber und Redaktion der ATZ & MTZ über aktuelle Themen der Automobilindustrie.
start
AUTOMOTIVE AGENDA
Augen auf! Augen auf!

Die soeben erschienene Ausgabe 04 von Automotive Agenda widmet sich dem Thema "12 Aufgaben für die Autoindustrie der Zukunft". In ausführlichen Hintergrundbeiträgen und Interviews werden die wichtigsten Herausforderungen der Branche im kommenden Jahrzehnt analysiert, u.a. die Themen Antriebstechnologien, Elektromobilität, Nachhaltigkeit, Energie, Indien und China.

Die "Deutsche Fachpresse" zeichnete Automotive Agenda im Juni dieses Jahres als "Fachmedium des Jahres 2009" aus.
start
NEWSLETTER
Mit dem Newsletter erhalten Sie drei Mal in der Woche aktuelle News, Berichte, Events und Interviews aus der Automobiltechnik und Automobilentwicklung. Natürlich kostenlos!

  
start
KOOPERATIONEN
elektromobiliaKraftwerk BatterieGabler Wirtschaftslexikon
Gabler Wirtschaftslexikon
 
RSS Home Springer Automotive Media Mediadaten AGB/Datenschutz Impressum Kontakt

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010