27.11.2009

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Baukasten für das Elektroauto der Zukunft: Projekt "StreetScooter"

Die RWTH und FH Aachen entwickeln derzeit gemeinsam mit Unternehmen aus dem regionalen Mittelstand ein Elektroauto für den Stadtverkehr. Ziel des Projekts "StreetScooter" ist es, ein von Grund auf neues Fahrzeug zu entwickeln. Projektleiter sind Prof. Dr. Achim Kampker (Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH) und Prof. Dr. Johannes Gartzen (Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik der FH Aachen).

Der StreetScooter ist als modulares Baukastensystem aufgebaut, bei dem das Package des Autos um die Batterie herum angeordnet wird. So kann er in verschiedenen Varianten produziert werden: als Zwei- und Viersitzer, mit offener und geschlossener Ladefläche sowie als Cabrio- und Coupé-Variante. Die Modelle zeichnen sich laut Hochschule durch ihre skalierbare Fahrleistung, die flexible Reichweite und eine hohe Individualisierbarkeit von Innen- und Außengestaltung aus. So wird der StreetScooter bei einer Leistung von 30 kW eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen, die Reichweite soll bei 60 bis 130 Kilometern liegen. Nach Angaben der Projektpartner kann dank der modularen Baukastenstruktur und einer integrierten Produkt-Prozess-Gestaltung ein Verkaufspreis von schätzungsweise 5.000 Euro exklusive Batterie und Mehrwertsteuer realisiert werden.

Eigens für den StreetScooter wird auf dem Campus der RWTH ein Demonstrationslabor, der sogenannte "Elektrofahrzeugbaukasten", errichtet. Dort sollen die ersten Elektroautos in Arbeitsschritten, die auch für die Großserienproduktion tauglich sind, gefertigt werden. Während Elektroautos bisher nur als Nebenprodukt großer Automobilbauer oder als teure Einzelproduktionen auf den Markt gelangten, strebt die Projektgruppe StreetScooter eine zeitnahe Umsetzung an: Schon Ende 2011 sollen die ersten Prototypen vom Band rollen, für 2012 ist dann eine Kleinserie geplant. Nach der Serienentwicklung startet der Verkauf voraussichtlich Ende 2013.

Bei ihrer Entwicklung gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Bedarf an günstigen (Zweit-)Autos für kurze Distanzen in Zukunft weiter steigen wird. Modelle wie der Smart fortwo oder der Tata Nano würden auf eine klare Marktentwicklung hinweisen.

Die Zusammenarbeit der Hochschulen mit Partnern aus der Industrie ermöglicht die ganzheitliche Betrachtung der zentralen Forschungsthemen der Elektromobilität: Batterietechnologie, Leistungselektronik, elektrischer Antrieb, Energieeffizienz, optimierte Leichtbaukarosserien, neuartige Kommunikations- und Fahrerassistenzsysteme sowie Batterieleasing-, Energieversorgungs- und Infrastrukturkonzepte. Die Industriepartner beteiligen sich mit eigenem Entwicklungspersonal und investieren neben Material und Zulieferkomponenten auch liquide Mittel.
(Foto: RWTH Aachen)
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Autor(en): Caterina Schroeder
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