Mit dem E-Klasse Cabrio vervollständigt Mercedes-Benz das Portfolio der neuen E-Klasse. Der offene Zweitürer, dessen Verkauf am 11. Januar 2010 startet, will mit Neuheiten wie dem automatischen Windschott "Aircap", das aus einem um zirka sechs Zentimeter ausfahrbaren Windabweiser mit Netz im Rahmen der Frontscheibe und einem Windschott zwischen den Rücksitzen besteht, der nun schwenkbaren Nackenheizung "Airscarf" sowie dem serienmäßigen Akustik-Verdeck überzeugen. Dieses öffnet und schließt sich binnen 20 Sekunden vollautomatisch mithilfe von sieben Hydraulikzylindern auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h.
Die Motorenpalette umfasst zum Marktstart drei Diesel- und vier Ottomotoren (150 bis 285 kW), die alle bis auf die Topversion, das 285 kW starke E 500 Cabrio, mit aktuellen BlueEfficiency-Maßnahmen kombiniert sind. Dazu zählen unter anderem die bedarfsgerechte Regelung der Lenkungs- und Kraftstoffpumpe, der Einsatz rollwiderstandsarmer Reifen und die Steuerung des Generators je nach Fahrsituation und Bordspannung sowie die Verbesserung der Aerodynamik (cW = 0,28). Später hinzu kommen sollen AMG-Versionen mit 386 kW und der Allradantrieb 4Matic.
Dank seines serienmäßigen, 23,5 Millimeter dicken Akustik-Verdecks zählt das geschlossene Cabrio der E-Klasse laut Hersteller im Innenraum zu den geräuschärmsten Fahrzeuge im Segment der viersitzigen Premium-Cabriolets mit Stoffdach. Mit drei Neuerungen ist es den Ingenieuren gelungen, das Geräuschniveau im Fahrzeuginnenraum im Vergleich zu herkömmlichen Stoffverdecken zu reduzieren: Der äußere Stoffbezug des Verdecks ist akustisch optimiert und besitzt als Wassersperre an der Innenseite eine Schicht aus Butyl statt wie bisher Neopren. Als dritte Maßnahme wurde die Zwischenlage aus Vlies anders aufgebaut als beim Vorgänger. Diese Schicht sorgt zugleich dafür, dass die Silhouette nicht durch von außen wahrnehmbare Spriegel gestört wird. Dank der aufwändigen Kinematik der Heckscheibe fällt der Verdeckstoff im Bereich der C Säule schmal aus. So ist die Glasheckscheibe nicht fest eingeschweißt, sondern bewegt sich beim Öffnen und Schließen aus dem Verdeckstoff heraus. Spezielle Wassertaschen sorgen dafür, dass an den Seiten keine Flüssigkeit eindringen kann. Gegen den sogenannten Ballooning-Effekt ist das Verdeck mit einer Keder-Reißverschluss-Verbindung über alle drei Spriegel eng an das Gestell gekoppelt.
Das Cabrio-Dach findet in einer Verdeckwanne hinter der Rückwand Platz. Ein schwenkbares Rollo trennt Verdeckwanne und Kofferraum voneinander; zum Schließen des Verdecks muss es geschlossen sein. Soll das Dach geschlossen bleiben, kann das Rollo nach hinten geschoben werden. Dann steigt das Fassungsvermögen des Kofferraums um 90 Liter auf 390 Liter.
Für offenen Fahrspaß auch an kühleren Tagen soll das Aircap-System sorgen. Während der Windabweiser die Luftströmung und zugleich, mithilfe des Netzes, das Druckniveau im Innenraum anhebt, bremst das elektrisch einstellbare Windschott zwischen den Rücksitzen die Rückströmung und vergleichmäßigt sie. So sollen die Luftbewegungen im Innenraum des Cabrios deutlich verringert werden. Zudem entsteht ein "Warmluftsee": Laut Mercedes verbleibt die aus der Heizung in den Innenraum strömende Warmluft bei aktiviertem Aircap dort erheblich länger. An besonders heißen Tagen können die Passagiere mithilfe von Klimaanlage und Aircap in analoger Weise auch bei geöffnetem Verdeck einen kühlen Innenraum erzeugen. In Kombination mit dem automatischen Windschott kann die Kopfraumheizung ihre Wärmewirkung effektiver erzielen, da die Luft im Innenraum schon vorgewärmt ist, bevor sie vom Gebläse in der Rückenlehne angesaugt und durch ein elektrisches Heizelement mit rund 200 Watt Leistung bei 19A Betriebsstrom geführt wird. Das Aircap-System ist bis zu einer Geschwindigkeit von 160 km/h auszufahren, genutzt werden kann es bis zur Höchstgeschwindigkeit.
Das Sicherheitskonzept des neuen E-Klasse Cabrios baut auf einer steifen Rohbaukarosserie mit hoher Crashsicherheit auf, die auch entscheidend zum hohen Akustik- und Schwingungskomfort beiträgt. So konnten die Konstrukteure die Verwindungssteifigkeit (Torsion) gegenüber dem Vorgängermodell um rund 30 Prozent verbessern. Um diesen Wert zu erreichen, erfuhr das E-Klasse Cabrio im Vergleich zum ebenfalls zweitürigen Coupé-Schwestermodell eine Reihe von Rohbauverstärkungen: Der A-Säulen-Verband besteht aus zwei hochfesten Stahlrohren in Y-Form, die mit den Blechschalen der A-Säulen verschweißt werden. Sie reichen vom A-Säulen-Knoten bis an den oberen Scheibenrahmen. Die gesteckten B-Säulen greifen in den Seitenschweller ein und besitzen so eine crashsichere Anbindung. Ein Schuh aus ultrahochfestem Stahl stützt die B-Säule innen gegen den Fondsitzquerträger ab. Die hintere Abstützung zur Rückwand verläuft bogenförmig zur Fondsitzanlage. Verstärkte Seitenschweller und Schottbleche in den Türen schützen die Insassen unter anderem beim seitlichen Mastaufprall. Zum stabilen Querverbund trägt auch die Bordkantenverstärkung mit ihrem hochfesten Stahlprofil bei. Zudem wurde der Querträger im Frontscheibenrahmen durch eine spezielle Zehnfach-Verschraubung gegenüber dem Vorgänger nochmals steifer. Die Bodenanlage ist an mehreren Stellen massiv verstärkt und die stabile Rückwand hinter den Fondsitzen erhöht die Quersteifigkeit der Karosserie zusätzlich.
Der Überrollschutz besteht aus zwei Überrollbügeln mit jeweils 35 Millimetern Durchmesser, die in den Fondkopfstützen in Kassetten hinter der Fondsitzlehne untergebracht sind. Ein Kippkegelsensor erkennt anhand extremer Schleuderbewegungen oder hoher aufprallbedingter Beschleunigungen, dass Gefahr für die Insassen droht. Sendet dieser Sensor ein entsprechendes Signal, werden vorgespannte Druckfedern auf pyrotechnischem Weg aktiviert. Im Zusammenspiel mit den verstärkten A-Säulen bilden die Stahlbügel so einen wirkungsvollen Überrollschutz.
Das Sicherheitskonzept wird durch sieben serienmäßige Airbags, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer an allen Sitzplätzen sowie crashaktive Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer ergänzt. Zu den Luftpolstern, die sich beim Unfall entfalten können, gehören erstmals in einem Mercedes-Benz-Cabrio Headbags. Dies verbergen sich, statt wie üblich im Dachrahmen, in der Türverkleidung im Bereich der Bordkante. Mit ihrem großen Abdeckbereich - entfaltet haben die Airbags eine Fläche von etwa 0,7 x 0,5 Metern und ein Volumen von 17 Litern - können sie im Crashfall die Insassen schützen.
Zu den weiteren Sicherheitsdetails des E-Klasse Cabrios gehören unter anderem die Müdigkeitsdetektion "Attention Assist", der präventive Insassenschutz Pre-Safe, das "Intelligent Light System", die aktive Motorhaube sowie der Abstandsregel-Tempomat "Distronic Plus". Metadaten anzeigen:Autor verbergen |
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