12.01.2010

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Detroit 2010: Deutsche suchen der Erfolg mit Kleinwagen und Volumenmodellen

Fast so etwas wie Mitleid klang an, als Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am frühen Montagmorgen, 11. Januar 2010, den Reigen der Pressekonferenzen der Detroit Motor Show eröffnete. Die Messe des vergangenen Jahres habe "im Zeitpunkt der größten denkbaren Niedergeschlagenheit" stattgefunden. Der Ausstellung in diesem Jahr sieht Wissmann mit gedämpftem Optimismus entgegen, besonders für die deutschen Hersteller, die in der Krise Marktanteile dazugewinnen konnten, allerding in einem Markt, der von 16,1 Millionen in den USA verkauften Autos auf 10,4 Millionen eingebrochen ist.

Für 2010 rechnet Wissmann für den USA-Markt mit elf bei zwölf Millionen Personenwagen und Lighttrucks - konservativ geschätzt, wie er feststellt. Dabei wollen die deutschen Hersteller und Zulieferer wieder gut mit dabei sein. In den Jahren seit 2005 konnten sie ihren Marktanteil von 5,1 Prozent auf 7,3 Prozent steigern und haben - nach Wissmann - die Zehn-Prozent-Marke im Blick. Wenn Volkswagen nun auch seine Produktion in den USA aufnimmt, erwartet der VDA-Präsident einen größeren Sprung beim Marktanteil.

Bei den "Luxury Cars" - diesen Begriff übersetzt man am besten mit Premium-Marken - konnten die deutschen Hersteller ihre dominante Position ausbauen. Fast jedes zweite Fahrzeug kam von einer deutschen Marke. Jetzt hält Wissmann die Zeit für gekommen und günstig, auch bei den Volumenmodellen und bei den "Small Cars", was zum Beispiel auch den Golf umfasst, die Präsenz zu steigern. Bei den Kleinen hatten die Deutschen bisher einen Marktanteil von 9,7 Prozent. Damit kommt jeder Vierte in diesem Segment verkaufte Wagen aus deutscher Produktion.

Nach wie vor setzt die deutsche Industrie auf den Diesel in seiner saubersten Variante - den Clean Diesel, der inzwischen in allen Bundesstaaten die strengen Abgasvorschriften erfüllt. Die Fahrzeuge haben in den USA in 2009 alle Umweltpreise abgeräumt, die bei Messen ausgelobt wurden. Der Kopf der Amerikaner scheint also beim Diesel angekommen zu sein, das Herz aber noch nicht. Denn im Lighttruck-Markt liegt der Anteil der Dieselmotoren immer noch bei nur 7,3 Prozent. Aber er wächst: 2008 waren es nur 3,1 Prozent.

Wissmann legt Wert auf die Feststellung, dass die Konzentration auf den Diesel nicht bedeutet, dass die deutschen Hersteller die Alternativen zum Verbrennungsmotor vernachlässigten. 50 Prozent der Investitionen der deutschen Hersteller in Forschung und Entwicklung kommen Umweltthemen und -technologie zugute. Insgesamt gebe die Automobilwirtschaft rund 20 Milliarden Euro für Entwicklung aus. Wissmann hat eine klare Meinung zu solchen Investition in schweren Zeiten: "Man darf an allem sparen, bloß nicht bei der Blutzufuhr zum Kopf."
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Autor(en): Peter Schwerdtmann / Auto-Medienportal
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