Wie die Entwicklungspartnerschaft AUTOSAR (AUTomotive Open System Architecture) heute, 14. Januar 2010, bekannt gab, wurde am 18. Dezember 2009 das neue Release 4.0 veröffentlicht und damit die Phase II abgeschlossen. Die grundlegende Architektur des neuen Releases basiert auf der bereits etablierten Architektur von Release 3.0 und ist dessen logische Weiterentwicklung. Erstmals mit der neuen Version eingeführte Konzepte umfassen Verbesserungen sowie Erweiterungen in den Bereichen funktionale Sicherheit, Architektur, Kommunikations-Module, Methodik und Templates sowie Anwendungsschnittstellen. So unterstützt die neue Version laut AUTOSAR-Sprecher Simon Fürst unter anderem Multicore-Microcontroller, LIN 2.1 und FlexRay 3.0 sowie ein Timing-Modell. Zudem steigt die Zahl der Anwendungsschnittstellen um etwa 320 auf insgesamt 540 an.
Die Weiterentwicklung der Methodik und Templates soll vor allem Verbesserungen in den Bereichen Harmonisierung der ECU-Konfigurations-Parameter, Unterstützung von Messungen und Kalibrierung, Vervollständigung des ECU-Resource-Templates und Anpassung an das Field-Bus-Exchange-Format (FIBEX) bringen. So wurden durch das Angleichen des FIBEX-Standards und des AUTOSAR-System-Templates bisherige Lücken zwischen beiden Standards geschlossen.
Mit dem Release 4.0 werden zudem erstmals Signale mit über 8 Bytes Länge sowie dynamischer Datenlängen unterstützt - das Release 3.0 war aufgrund des CAN- und LIN-Formats auf Signale bis 8 Byte begrenzt. Außerdem sind die Methodik und die Templates in der Lage, Timing-Anforderungen zu beschreiben.
Das neue Release beinhaltet eine Reihe weiterer Anwendungsschnittstellen, die von AUTOSAR für alle fünf Fahrzeugbereiche standardisiert sind: Karosserie und Komfort, Antriebsstrang, Fahrwerk, Insassen- und Fußgängerschutz sowie Mensch-Maschine-Schnittstelle (MMI), Telematik und Multimedia. Um die Wiederverwendbarkeit und den Austausch der Software zu verbessern, umfasst die Beschreibung der standardisierten Anwendungsschnittstellen eine große Anzahl standardisierter Schnittstellendaten.
Ergebnisse eines im Vorfeld durchgeführten Validierungsprozesses sind - anders als bei vorherigen Releases - bereits vor der Veröffentlichung in den neuen Standard eingeflossen. Dies war möglich, da das Release 4.0 eine teilweise Erweiterung der bereits vorhandenen und stabilen Architektur ist. Zum ersten Mal hat die Entwicklungspartnerschaft außerdem eine Validierung der Methodik und Templates vorgenommen. Die Validierung der Methodik basiert auf dem neuen Release, während die Validierung der Templates aufgrund der Verfügbarkeit der Tools teilweise auf Release 3.0 aufbaut. Metadaten anzeigen:Autor verbergen |
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