Technik im Alltag: Der Citroën C3 Picasso HDI 110
05.02.2010 - Mit dem Slogan "Space Box", bewirbt Citroën den C3 Picasso, der von der ATZ-Redaktion etwas näher unter die Lupe genommen wurde. Die "Raumkiste", eine Mischung aus Lifestyle-Vehikel und Alltagsnutzauto, hat eine Länge von gerade mal vier Metern, und bietet im Inneren tatsächlich viel Raum zum Fahren und Leben (). Dies liegt nicht zuletzt daran, dass bei diesem Auto, im Gegensatz zu vielen anderen, nicht an Glasfläche gespart wurde. Das und die spezielle A-Säule wirken sich nicht nur positiv auf das Raumgefühl, sondern auch auf die Rundumsicht aus. Hier kann man noch sehen, wohin man fährt und was um einen herum geschieht. Vor allem im Stadtverkehr bringt dies einen großen Vorteil anderen Fahrzeugen gegenüber, die fast ausschließlich aus Blech bestehen und bei denen es scheint, als sei Glas so wertvoll wie Gold und müsse sehr sparsam verbaut werden.
In diesem Wagen besteht auch das Dach auf Wunsch zum großen Teil aus Glas in Form eines Panoramadachs mit mehr als einem Quadratmeter Fläche. Nur die hierzu gehörigen Sonnenrollos waren ein wenig schwergängig. Ansonsten findet man im Innenraum die für diese Fahrzeugklasse mittlerweile zum Standard gehörende verschiebbare Rücksitzbank. Sie ist 1/3 zu 2/3 geteilt, so dass entweder reichlich Gepäck (500 Liter) oder fünf Passagiere bequem befördert werden können, wenngleich nicht alle Redakteure eine optimale Sitzposition finden konnten. Zwei bis drei Personen können, je nach Größe, bequem hinten sitzen; Sitzriesen (1,86 Meter Körperlänge) bekommen beim optionalen Panoramadach jedoch etwas Probleme mit Schulter- und Kopffreiheit.
Geht man eine Reihe weiter nach vorn und nimmt auf dem Fahrersitz Platz, fällt zunächst die Instrumententafel ins Auge. Das Cockpit darin ist zwar mittig (also nicht fahrerorientiert) angeordnet, aber durchaus noch gut ablesbar, ohne den Verkehr aus dem Blick zu lassen. Besonders ins Auge sticht der Tacho mit dem Drehzahlmesser, der mit Tageslicht von hinten beleuchtet wird und so immer eine gute Ablesbarkeit garantiert - eine pfiffige und simple Idee, den anderen OEMs zur Nachahmung wärmstens empfohlen. Die digitale und sehr groß dargestellte km/h-Anzeige ist dadurch genau so hell wie das Umgebungslicht; Blendeffekte werden ausgeschlossen.
Der Bordcomputer daneben ist jedoch leider klassisch ausgelegt und gerade im direkten Vergleich mit dem Tacho relativ schlecht ablesbar. Auch vom Design her wäre hier mehr Einheitlichkeit wünschenswert gewesen. Immerhin bei Nacht wird der Tacho in einem angenehmen Orangeton beleuchtet, da hat Citroën denselben Farbton des benachbarten Bordcomputers getroffen. Die restlichen Bedienelemente sind logisch angeordnet. Da die Klimabedienung relativ großflächig ist, liegt das Radio recht tief; es ist aber eine bequeme Bedienung am Lenkrad vorhanden. Der Schaltkauf ist erhöht und gut erreichbar (aus Metall gefertigt, ist er im Winter jedoch unangenehm anzufassen).
Wir fuhren den einzigen verfügbaren Diesel mit 80 kW, der jedoch leider trotz Dieselpartikelfilter nur die Abgasnorm nach Euro 4 erfüllt. Der Motor gefiel von der Leistung her sehr gut, der 1,6-l-Common-Rail-Motor wurde zum Teil jedoch als recht geräuschvoll von den ATZ-Redakteuren empfunden. Im Durchschnitt verbrauchten wir 6,5 Liter Diesel auf 100 km, das sind eineinhalb Liter mehr als die Werksangabe von 4,9 beziehungsweise 5,0 Litern, je nach Bereifung. Das Drehmoment von 245 Nm, das schon bei 1750/min voll zur Verfügung steht, ist für dieses Fahrzeug mehr als ausreichend, um flott von der Stelle zu kommen oder ein Überholmanöver zu starten. Man ist mit dem Auto also auch auf der Autobahn recht spritzig und meist bequem unterwegs. Beim Einparken hilft das kantige Box-Design, da man vorne und hinten gut abschätzen kann, wo der Wagen aufhört.
Der Preis für die mit diesem Motor günstigste Ausstattung Tendance beträgt 20.300 Euro. In der Vollausstattung kostet der Wagen 22.050 Euro. Damit tritt er gegen den Platzhirsch in dieser Wagenklasse, den Opel Meriva, aber auch die Konkurrenten aus Südkorea mit Kia Venga oder Soul oder dem japanischem Daihatsu Materia an.
| Fazit: |
 | Wer Wert auf kompakte Außenmaße, erhöhte Sitzposition, viel Raum, hohe Praktikabilität und ein sich vom Mainstream-Design unterscheidendes Auto legt, ist mit dem C3 Picasso von Citroën genau richtig bedient.
(Michael Reichenbach) |
Autor(en): Caterina Schroeder