Sicherheit für Elektroautos - Fraunhofer LBF nimmt Ganzfahrzeugprüfstand in Betrieb
08.02.2010 - Nach rund einem Jahr Planung und Aufbau nimmt das Darmstädter Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) einen neuen Ganzfahrzeugprüfstand in Betrieb, der ganz auf die Erfordernisse der Elektrofahrzeuge abgestimmt ist. So wurde der neue Ganzfahrzeugprüfstand in Bezug auf die Vertikal-, die Längs- und die Bremskräfte mit verstärkten Hydraulikzylindern ausgestattet. Damit sollen auch Fahrzeuge mit höheren Leergewichten von bis zu sechs Tonnen problemlos getestet werden können. Dies ist vor allem für Elektroautos mit ihren schweren Batterien sowie für Sicherheitsfahrzeuge wichtig.
Während bisher am LBF Prüfungen nur für das Fahrwerk möglich waren, können nun mit dem neuen Prüfstand alle relevanten Kräfte über die Achsen in die gesamte Karosserie eingeleitet werden. Ergänzt werden die experimentellen Verfahren durch numerische Simulation und Analysen dieser Baugruppen. Zusätzlich können die im Fahrbetrieb auftretenden Belastungen durch Fahrbetriebsmessungen mit LBF-eigenen Messrädern erfasst werden.
Der Prüfstand baut auf dem MTS-329-LT-Modell auf und bietet die Möglichkeit, an jedem Rad alle sechs physikalischen Freiheitsgrade zu simulieren. Finanziert wurde das neue System mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket I der Bundesregierung ().
Mit dem neuen Prüfstand will das Darmstädter Fraunhofer-Institut seine Rolle als "Vorreiter bei der Festlegung von Prüfstandards" bei der Prüfung von Elektrofahrzeugen gerecht werden und gemeinsam mit Industriepartnern die Betriebsfestigkeit und Zuverlässigkeit neuartiger Fahrzeugkonzepte nachweisen.
Autor(en): Caterina Schroeder