12.02.2010

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Porsches erster Hybrid-Rennwagen feiert Weltpremiere in Genf

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Neben dem Debüt des 911 Turbo S (ATZonline berichtete) feiert Porsche auf dem Genfer Automobilsalon die Weltpremiere des 911 GT3 R Hybrid und schlägt damit ein neues Kapitel in der mit mehr als 20.000 Siegen in 45 Jahren erfolgreichen Geschichte des Porsche 911 als Rennwagen auf. Das Hybridsystem wurde speziell für den Einsatz im Rennwagen entwickelt und unterscheidet sich im Aufbau und in den Komponenten deutlich von konventionellen Hybridsystemen. So ergänzt ein elektrischer Vorderachsantrieb mit zwei je 60 kW starken Elektromaschinen den 353 kW starken Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor im Heck des 911 GT3 R Hybrid. Anstelle der in Hybrid-Straßenfahrzeugen üblichen Batterien liefert ein elektrischer Schwungradspeicher, der im Innenraum neben dem Fahrer untergebracht ist, die Energie für die Elektromotoren.

Der Rotor des Schwungradspeichers dreht mit bis zu 40.000 1/min und speichert so die Energie mechanisch in Form von Rotationsenergie. Aufgeladen wird der Schwungradspeicher bei Bremsvorgängen, wenn die beiden Elektromaschinen an der Vorderachse ihre Funktion umkehren und als Generatoren arbeiten. Aus dem geladenen Schwungradspeicher kann der Pilot bei Bedarf, also beim Beschleunigen aus Kurven heraus oder während Überholvorgängen, dessen Energie abrufen, indem das Schwungrad im Generatorbetrieb elektromagnetisch abgebremst wird und so aus seiner kinetischen Energie bis zu 120 kW Leistung für die beiden Elektromotoren an der Vorderachse generiert. Diese Zusatzleistung steht dem Piloten nach jedem Ladevorgang jeweils für eine Dauer von etwa sechs bis acht Sekunden zur Verfügung.

Der Hybridantrieb wird je nach Rennsituation nicht nur leistungs-, sondern auch verbrauchsorientiert eingesetzt. Dies soll die Effizienz und damit auch die Performance des 911 GT3 R Hybrid steigern, zum Beispiel durch ein geringeres Tankgewicht oder sogar spätere Boxenstopps.

Der Hybrid-GT3 wird nach seiner Premiere in Genf auf dem Nürburgring bei Langstreckenrennen erprobt werden. Als Höhepunkt dieser Erprobung ist ein Start beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings am 15./16. Mai 2010 vorgesehen. Einen Sieg fokussieren die Sindelfinger Ingenieure nach eigenen Angaben nicht. Vielmehr sehen sie den GT3 R Hybrid als Technologieträger und "Rennlabor", um Erkenntnisse für die spätere Anwendung der Hybridtechnik in Straßensportwagen zu gewinnen.

Die Idee, Elektromotor und Verbrennungsmotor zu kombinieren ist bei Porsche schon 110 Jahre alt. So konstruierte Ferdinand Porsche bereits im Jahr 1900 für die Wiener k.u.k. Hofwagenfabrik Ludwig Lohner & Co den Lohner Porsche "Semper Vivus". Dieser besaß bereits zwei Verbrennungsmotoren sowie elektrische Radnabenmotoren und konnte in einer Batterie Energie zwischenspeichern.
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Autor(en): Caterina Schröder
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