15.02.2010

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Neuer Touareg spart am Gewicht und Verbrauch

Volkswagen enthüllte Mitte letzter Woche als Weltpremiere den komplett neu entwickelten Touareg, der den SUV-Gedanken mithilfe effizienterer Motoren sowie neuer Assistenz- und Sicherheitssysteme zeitgemäß interpretieren soll. Zum Thema "Nachhaltigkeit" tragen somit neben dem Parallelhybridantrieb die Gewichtsreduzierung um 208 kg (Grundversion) sowie der durch eine flacherer Karosserie (-200 mm) und optimierte Aerodynamik verbesserte cw-Wert bei. Bereits im April 2010 wird der neue Volkswagen-SUV bei den Händlern stehen.

Mit einem von VW angegebenen Durchschnittsverbrauch von 8,2 Litern auf 100 Kilometer (CO2-Emissionen: 193 g/km) verbindet der Hybridantrieb als neue Topmotorisierung die Leistung eines klassischen Achtzylinder-Motors mit dem Verbrauch eines Sechs- respektive Vierzylinder-Motors. Deshalb ersetzt er in Europa und Amerika den bisherigen V8-Ottomotor. Der Downsizing-Strategie folgend, werden die Motorversionen V10 TDI und W12 des Vorgängers nicht mehr angeboten.

Die Antriebseinheit des mit einer Hochvolt-NiMH-Batterie ausgestatteten Hybrid-Geländewagens besteht im wesentlichen aus dem per Kompressor aufgeladenen, 245 kW starken V6 TSI mit Benzindirekteinspritzung, einem Achtgang-Automatikgetriebe und dem zwischen Verbrennungsmotor und Automatik integrierten Hybridmodul. Dieses kompakte Modul wiegt inklusive der Trennkupplung 55 kg und beinhaltet - in einem Gehäuse - die dem V6 TSI nachgeschaltete Trennkupplung und den 34 kW starkem E-Motor. Arbeiten V6 TSI und E-Motor gleichzeitig (Boosten), ergibt sich eine per Prüfstand ermittelte Gesamtleistung von bis zu 279 kW und ein Drehmoment von maximal 580 Newtonmetern. Der Touareg Hybrid erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und beschleunigt in 6,5 Sekunden auf 100 km/h.

Um Verbrauchsvorteile im Vergleich zu konventionellen SUV gleicher Größe und Leistung im Stadtverkehr von mehr als 25 % sowie im kombinierten Betrieb von bis zu 17 % zu erreichen, setzen die Entwickler im wesentlichen auf vier Parameter: den Elektromotor, das Segeln, die Rekuperation sowie das Start-Stopp-System. So wird der TSI-Motor beim rein elektrischen Fahren (bis 50 km/h) nicht nur abgeschaltet, sondern über eine Trennkupplung von der Achtgang-Automatik abgekoppelt, um Schleppmomentverluste zu vermeiden. Diese Trennung erfolgt auch, sobald der Fahrer vom Gas geht ("Segeln"), so dass der Touareg durch die so eliminierten Schleppmomentverluste deutlich länger "rollt". Dies ist bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h und damit auch auf der Autobahn möglich. Deutlichere Auswirkungen auf den Verbrauch im Stadtverkehr werden die Rekuperation sowie das in das Antriebssystem integrierte Start-Stopp-System haben.

"Kraftstoffeffizienz" stand auch bei den konventionell angetriebenen Touareg-Versionen im Fokus. So konnten die Wolfsburger Ingenieure nach eigenen Angaben den Verbrauch des V6 FSI mit der neuen SUV-Generation um 2,5 Liter reduzieren. Demnach soll der 206 kW starke Benzindirekteinspritzer, der aus 3,6 Litern Hubraum bis zu 360 Newtonmeter Drehmoment entwickelt, 9,9 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Dieser Durchschnittsverbrauch entspricht einer CO2-Emission von 236 g/km - 60 g/km weniger als zuvor.

Sparsamer wurden auch die Dieselmotoren. Im Hinblick auf die Leistung markiert hier eine weiterentwickelte Version des V6 TDI mit nach wie vor 176 kW (Europa-Version) direkt zur Markteinführung den Einstieg in die Welt des Touareg; der 550 Newtonmeter starke Turbodiesel verbraucht laut Hersteller 7,4 l/100 km (analog 195 g/km CO2) und damit 1,9 Liter weniger als zuvor. Die CO2-Emissionen reduzierten sich so um 49 g/km gegenüber dem bisherigen Touareg V6 TDI und 24 g/km im Vergleich zum bereits Vorgänger mit BlueMotion Technology.

Neu im Touareg-Programm ist ein V8 TDI, der aus 4,2 Litern Hubraum 250 kW sowie ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern schöpft. Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit 9,1 l/100 km (analog 239 g/km CO2) an. Dieser TDI wird in den USA nicht angeboten.

Ebenfalls im Hinblick auf die Verbrauchswerte modifiziert wurde der serienmäßige Allradantrieb. In der Grundversion ("4Motion") verfügen alle Touareg der neuen Generation über einen Allradantrieb mit selbstsperrendem Torsenverteilergetriebe. Zudem verfügt der neue Touareg über ein "Offroad-Fahrprogramm", das via Knopfdruck das ABS, EDS und ASR auf den Geländeeinsatz abstimmt, den Bergabfahrassistent aktiviert und die Automatikschaltpunkte anpasst. Optional kann der V6 TDI via "Terrain-Tech-Paket" statt mit Torsendifferenzial mit einem noch stärker für den Offroad-Einsatz ausgelegten Verteilergetriebe inklusive Untersetzungsstufe sowie einem jeweils bis zu 100 % sperrendem Mitten- und Hinterachsdifferenzial geordert werden ("4XMotion").

Mehr Sicherheit auf der Straße sollen die automatische Distanzregelung ACC (Adaptive Cruise Control) mit Stop-and-Go-Funktion, die zur Not bis zum Stillstand abbremst, sowie Lane und Side Assist bieten, die vor unerwünschtem Verlassen der Spur beziehungsweise bei Überholmanövern vor von hinten herannahenden Fahrzeugen warnen.

Ein weiteres Highlight ist das erstmals bei Volkswagen eingesetzte Umfeldbeobachtungssystem "Area View". Über vier Kameras (in der Heckklappe, in den Außenspiegeln und im Kühlergrill) wird das komplette Umfeld des Touareg auf den zentralen Touchscreen in der Mittelkonsole transferiert. So überträgt Area View etwa im Gelände via Frontkamera und Seitenkameras das unmittelbare Bild direkt vor und neben dem Wagen und ermöglicht so das einfacherer passieren unübersichtlicher Passagen.

Für zusätzliche Sicherheit und Komfort bei Nacht wurde der "Dynamic Light Assist" entwickelt. Die dynamische Fernlichtregelung erkennt als kamerabasiertes System den Gegenverkehr ebenso wie vorausfahrende Verkehrsteilnehmer und passt den Lichtkegel der Bi-Xenon-Scheinwerfer so an, dass einerseits niemand geblendet wird (maskierter Bereich des Scheinwerfers), andererseits für den Fahrer die bestmögliche Ausleuchtung der Fahrbahn realisiert werden kann.
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Autor(en): Caterina Schröder
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