Alfa Romeo: Erster Multi-Air-Motor mit Turboaufladung
Für den Alfa Romeo Mito Quattrofoglio Verde steigert Fiat die Leistungsdichte der letztes Jahr vorgestellten Multi-Air-Motoren auf mehr als 90 kW je Liter Hubraum. Dazu wird die mit Schaeffler zur Serienreife entwickelte elektrohydraulische Verstellung der Einlass-Nockenwelle mit klassischer Abgasturboaufladung kombiniert. Das knapp 1,4 Liter große Aggregat, dass wir während der Pressevorstellung des Mito Quattrofolgio erstmals zur Probe fuhren, erreicht eine Nennleistung von 125 kW und ein maximales Drehmoment von 225 Nm bei 2.250 1/min, im optionalen Dynamikmodus sogar 250 Nm bei 2.500 1/min - Werte die man eher mit sehr guten Dieselmotoren verbindet.
Der Dynamikmodus ist Teil eines "D.N.A." genannten Regelsystems, das nicht nur die Dämpfer-Kennlinien in drei Stufen variiert, sondern fahrsituationsabhängig die Feder-Dämpfer-Abstimmung verändert. Im Dynamikmodus lässt das ESP größere Schwimmwinkel zu, bevor die Regelung eingreift. Außerdem sprechen Gaspedal und Lenkung direkter an. Der Fahrer kann die drei Stufen "Dynamic", "Normal" und "All Weather" mit einem Schieberegler einstellen, der sich links des Gangwahlhebels befindet. Im Mito Quattrofolio bietet Alfa das System für einen Mehrpreis von 600 Euro als Sonderausstattung an.
Im EU-Zyklus weist der Mito Quattrofolio eine CO2-Emission von 139 Gramm je Kilometer aus, freilich nur im Normalmodus. Der italienische Hersteller reklamiert damit für sich, Sieger im selbst erfundenen "Eco-Power-Index" zu sein. Für diesen Index - laut Pressesprecher Malte Dringenberg "mit einem Augenzwinkern" zu betrachten - wird die CO2-Emission in Gramm je Kilometer durch die Nennleistung geteilt. Die Hochleistungsvariante des Alfa Mito kommt danach auf 0,82 Gramm je Kilometer und PS und führt das Segment vor dem Mini Cooper S (0,85 Gramm je Kilometer und PS) an. Schlusslicht unter den besonders sportlichen Kleinwagen ist dieser Aufstellung nach der Opel Corsa GSI mit 1,14 Gramm.
Bei den ersten Probefahrten standen für uns jedoch die fahrdynamischen Eigenschaften und nicht die Emissionsminimierung im Vordergrund. Fast hätten wir es geschafft, den Normverbrauch von 6,0 Litern durch intensive Kurvenhatz zu verdoppeln. Bewährt hat sich jedenfalls das Fahrdynamikregelsystem auf Anhieb: Während wir auf der Autobahn einigermaßen komfortabel mit hoher Geschwindigkeit reisten - jedenfalls fehlte das für Sportfahrwerke typische Stuckern fast völlig - schalteten wir auf der Landstraße in den Dynamikmodus. Die selektive Ansteuerung der Dämpfer machte sich in geringer Aufbauneigung bei hohen Querbeschleunigungen bemerkbar. Ein virtuelles Sperrdifferential, wie im Golf GTI über eine zusätzliche ESP-Funktion realisiert, sorgt für hohe Traktion des Fronttrieblers.
Der Mito scheint sich bei Alfa als Technologieträger zu etablieren. Schon in wenigen Monaten wird er als ersten Fahrzeug im Fiat-Konzern (Ferrari nicht eingerechnet) mit einem Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert, das Fiat auf Basis seiner bisherigen Handschaltgetriebe entwickelt hat und auch selber produziert. Der Kupplungssatz als Kernkomponente kommt jedoch von dem deutschen Zulieferer LuK. Metadaten anzeigen:Autor verbergen |
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Effizienz - elektrischer Systeme - Standards und Maßnahmen
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