23.02.2010

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Roland Berger: Herstellern von Li-Ionen-Akkus drohen massive Überkapazitäten

"Das Geschäft der Hersteller von Li-Ionen-Akkus brummt derzeit, aber schon in den kommenden fünf bis sieben Jahren erwarten wir eine massive Konsolidierung", erklärt Dr. Wolfgang Bernhart, bei Roland Berger Strategy Consultants für alternative Antriebstechnologien zuständiger Partner und Autor der neuen Marktstudie "Powertrain 2020 - Li-Ion batteries - the next bubble ahead?". Laut dieser von Roland Berger Strategy Consultants durchgeführten Analyse, werden die bereits angekündigten Investitionen in die Produktion von Li-Ionen-Batterien zwischen 2014 und 2017 zu erheblichen Überkapazitäten führen, vor allem in den USA und in Japan.

Bei der Untersuchung geht der Autor davon aus, dass Elektroantriebe dank erheblicher Kostensenkungen bei Akkus im Verlauf der kommenden zehn Jahre in allen großen Automobilmärkten Marktanteile hinzugewinnen werden. So werde die Zahl der Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEV) und Elektrofahrzeuge (EV) in den Hauptregionen bis 2015 nach einem aggressiven Szenario die Zahl von 1,2 Millionen Fahrzeugen nicht übersteigen. Die Nachfrage nach Li-Ionen-Akkus für HEV/PHEV und EV betrage 0,82 Millionen "EV-Äquivalente", das Angebot hingegen, so Roland Berger, wird 2015 bereits bei über 2,6 Millionen EV-Äquivalenten liegen. Zwar werde die Nachfrage nach Li-Ionen-Akkus bis 2020 weiter anziehen, doch drei Millionen EV-Äquivalente würden frühestens 2018 nachgefragt werden.

Aus dieser Hochrechnung resultiert die These, dass die angekündigten Investitionen zwischen 2014 und 2017 zu Überkapazitäten, vor allem in den USA und Japan, führen. Werden die angekündigten Investitionen umgesetzt, würde die installierte Kapazität bereits 2015 doppelt so hoch sein wie die prognostizierte Nachfrage. Außerdem seien noch gar nicht alle Investitionen bereits bekannt: Bisher nicht angekündigte Investitionen großer Anbieter werden zu weiteren Überkapazitäten führen, und Subventionen auf nationaler Ebene werden ebenfalls zusätzliche Investitionen nach sich ziehen.

Den drohenden finanziellen Verlusten durch die Überkapazitäten steht ein hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwand gegenüber. So seien hohe Investitionsausgaben nötig, um die Kosten rasch zu senken: 50 bis 100 Millionen Euro für eine neue chemische Zusammensetzung der Akkuzelle, 350 Millionen Euro für eine Produktionsanlage mit einer Kapazität von 100.000 Stück, rechnet der Berater von Roland Berger vor. "Daher werden nur sechs bis acht global tätige Akkuhersteller die kommenden fünf bis sieben Jahre überleben", prognostiziert Bernhart. "Die kritische Größe wird 2015 bei einem Umsatzvolumen von rund 600 Millionen Euro liegen."

Die westlichen Regierungen müssten also handeln, wenn sie diese Zukunftstechnologien nicht an Asien verlieren wollen. Zugleich benötigen Akkuanbieter eine gut definierte Strategie, um schnell Marktanteile zu gewinnen und ihr Fortbestehen zu sichern. Und zu guter Letzt sollten Anleger sich der massiven Investitionsrisiken bewusst sein. Bernharts Fazit lautet daher: " Die Risikofaktoren häufen sich. Aber bei einem umsichtigen Management werden Elektroantriebe weiterhin ein profitabler Zukunftsmarkt sein."
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Autor(en): Caterina Schröder
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