08.03.2010

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Technik im Alltag: Porsche Panamera 4s

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Es ist kein leichter Weg, den Porsche mit dem Panamera beschreitet, tritt er doch gegen äußerst etablierte Konkurrenz an. Und die Entwickler zielen nicht nur auf Exoten a la Aston Martin Rapide, Maserati Quattroporte oder Jaguar XFR. Wer nachfragt, bekommt auch A8, 7er und S-Klasse genannt. Und mit letzterer will man gar in Puncto Komfort zumindest gleichziehen. Gleichzeitig soll der Panamera in der Fahrdynamik Porsche-typisch bleiben und die Gegner hier deklassieren. Ein äußerst schwieriger Spagat, zu dem Porsche ansetzt, gerade in dieser hoch anspruchsvollen Fahrzeugklasse. Die zahlreichen technischen Feinheiten des Panamera haben wir in der ATZ und auf ATZonline bereits umfangreich vorgestellt.

In der Theorie ist Porsches erste viertürige Serienlimousine also bestens gerüstet. Wie sich der hohe technische Aufwand in der Praxis auswirkt, haben wir zunächst anhand des Panamera 4s nachvollzogen.

Was sich beim ersten Einsteigen unmittelbar einstellt, ist das Porsche-Gefühl: tiefe Sitzposition, relativ hohe Mittelkonsole, die in Anlehnung an den Carrera GT nach vorne ansteigt, und bekannte Designmerkmale. Dennoch alles im neuen Umfeld einer Luxus-Limousine. Ganz wesentlich für diesen Effekt verantwortlich ist die Tatsache, dass Porsche den Panamera noch alleine entwickelt hat und die Plattform nicht teilen muss. Daher konnte die für dieses Segment sehr niedrige Auslegung realisiert werden und der Panamera tritt optisch als "echter" Porsche auf. Und auch der Dreh am Zündschlüssel - selbstverständlich auch hier auf der linken Seite - ändert an dieser Wahrnehmung nichts: Der Panamera klingt, geht und fühlt sich an wie ein Porsche. Allerdings beherrscht dieser Porsche zusätzlich gänzlich neue Charakterzüge: Sehr komfortabel und bei Zurückhaltung im Gasfuß nobel säuselnd gleitet der Panamera auf Wunsch über die Straße. Der 4,8-Liter-V8-Saugmotor hält sich dann vornehm brummelnd zurück und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wechselt butterweich die Gänge. Einzig die am Testwagen montierte Sportbereifung mit entsprechend geringem Querschnitt sorgte insbesondere bei langsamer Fahrt für etwas zu deutliche Rückmeldung über Fahrbahnunebenheiten.

Doch die Bereifung macht Sinn, möchte man die zweite Seite des Panamera nutzen. Denn alles, was zunächst gediegen und gemütlich daher kommt, kann im voll ausgestatteten Testwagen per Knopfdruck auf ziemlich gnadenlos gestellt werden. Motorkennlinie, Schaltzeiten, Stabilitätskontrolle, Dämpferkennlinien bis hin zur Auspuffklappe zeigen dann ihr dunkles Ich. Ist alles, was sportlicher macht aktiviert, beschleunigt der 4S ohne spürbare Traktionsverluste bei Bedarf dank Launch Control in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Das Leergewicht von über 1,8 Tonnen wird gefühlt halbiert - und das auch dann noch, wenn es in enge Kurven geht. Hier zeigt die optionale adaptive Luftfederung mit schaltbarem Zusatzvolumen ihre volle Wirkung. Laut Porsche kompensiert das Fahrwerk Seitenneigungen bis zu 1 g Querbeschleunigung. So (querdynamisch) agil haben wir noch keine Luxus-Limousine erlebt.

Das Potenzial des Panamera und der Fahrspaß verleiten häufiger zu flotter bis sehr schneller Fahrweise. Umso spannender wie immer am Ende die Frage nach dem Verbrauch. Und der bleibt in Anbetracht der Fahrleistung moderat: 13,8 Liter pro 100 Kilometer haben wir auf insgesamt knapp 1.500 Testkilometern verbraucht. Bei gemütlicherer Fahrt sind auch elf Liter ohne großen Verzicht möglich. Neben der Direkteinspritzung tragen das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und das Start-Stopp-System sicher wesentlich dazu bei, dass sich der Kraftstoff-Konsum im Rahmen hält.

Technische Daten

Fazit:
Ruben DanischMit dem Panamera ist Porsche ein faszinierender Einstieg in eine neue Klasse gelungen. Mit hohem technischen Aufwand schafft die Limousine tatsächlich die Spanne zwischen Luxus-Liner und Sportwagen und bewahrt trotz der für die Marke großen Neuerungen das typische Porsche-Gefühl.

(Ruben Danisch)
  
Weitere Stimmen aus der Redaktion:
Johannes WinterhagenSchade, dass Porsche die Bezeichnung GT schon für besonders sportliche Fahrzeuge reserviert hat. Denn der Panamera ist seit langem das erste Fahrzeug im ATZ-Fuhrpark, dass den Namen Grand Tourismo (GT) zu recht trägt. Selten war ich so komfortabel so schnell unterwegs. Als Familienvater schätze ich, dass ich Kinder und Gepäck unterbringe, ohne auf einen echten Sportwagen verzichten zu müssen.

(Johannes Winterhagen)
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Autor(en): Ruben Danisch
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