07.04.2010

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Renault-Nissan und Daimler vereinbaren strategische Kooperation

Die Renault-Nissan Allianz und die Daimler AG haben am heutigen Mittwoch eine strategische Kooperation vereinbart. So haben die beiden Unternehmensgruppen unter anderem vereinbart, bei der nächsten Generation des "smart fortwo" und des "Renault Twingo", einschließlich der Varianten mit Elektroantrieb, sowie der Erweiterung der Smart und Twingo Produktfamilien zu kooperieren. Darüber hinaus haben sie eine gegenseitige Kapitalbeteiligung vereinbart.

Die Schwerpunkte der Kooperation sollen nach Angaben der Automobilhersteller in konkreten Projekten liegen. Dabei handelt es sich im Einzelnen um: eine neue, gemeinsame Architektur für Kleinwagen, den Antriebsstrang sowie die Zusammenarbeit im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge.

So werden die nächste Generation des Smart fortwo, ein neuer Viersitzer der Marke Smart und der nächste Renault Twingo auf Basis einer gemeinsamen Architektur entwickelt. Jedes Fahrzeug wird sich hinsichtlich seiner Produktgestaltung klar voneinander differenzieren. Die Entwicklungsarbeit dieser neuen Architektur wird auf dem Heckantriebskonzept der aktuellen Smart Modelle aufbauen. Die Markteinführungen der gemeinsam entwickelten Modelle sind ab 2013 vorgesehen. Das Smart-Werk in Hambach (Frankreich) wird die Produktionsstätte der Varianten mit zwei Sitzen, während das Renault-Werk in Novo Mesto (Slowenien) die jeweiligen Viersitzer fertigen wird. Bereits ab Markteinführung werden die gemeinsam entwickelten Fahrzeuge auch mit einem Elektroantrieb verfügbar sein.

Der Fokus der Kooperation im Bereich des Antriebsstrangs liegt auf der gemeinsamen Nutzung von verbrauchsarmen Diesel- und Benzinmotoren durch die Kooperationspartner. Renault-Nissan wird in diesem Zusammenhang aus ihrem Portfolio Benzin- und Dieselmotoren mit drei und vier Zylindern an Daimler liefern, die dann an die Mercedes-Benz typischen Anforderungen und Charakteristika angepasst werden. Daimler, Renault und Nissan werden zudem bei zukünftigen Benzin- und Dieselmotoren zusammenarbeiten. Die Entscheidungen zu den entsprechenden Produktionswerken für die gemeinsam entwickelten neuen Motoren sind noch offen und werden zu einem späteren Zeitpunkt fallen. Daimler wird zudem Benzin- und Dieselmotoren aus seinem aktuellen Antriebsportfolio an Infiniti liefern. Dies beinhaltet Vier- und Sechszylinder-Motoren.

Die Unternehmen haben sich außerdem auf eine enge Kooperation im Segment der leichten Nutzfahrzeuge geeinigt. Mercedes-Benz Vans wird in diesem Zusammenhang sein Portfolio ab 2012 um ein komplett neues Einstiegsmodell erweitern, das für den kommerziellen Einsatz vorgesehen ist. Die technische Basis dieses Stadtlieferwagens wird von Renault stammen, die Produktion des Fahrzeugs erfolgt im Renault-Werk in Maubeuge (Frankreich). Zusätzlich zu dieser Zusammenarbeit bei leichten Nutzfahrzeugen werden auch ausgewählte Antriebskomponenten ausgetauscht, um das Produktangebot und das Absatzvolumen im Bereich der mittelgroßen Nutzfahrzeuge auszubauen. Dies beinhaltet einen kleinen Dieselmotor und Getriebevarianten, die Daimler von Renault- Nissan für den Mercedes-Benz Vito beziehen wird.

Die strategische Kooperation wird durch eine einmalige Kapitalbeteiligungsstruktur unterstrichen. Dadurch wird den drei Unternehmen die Chance eröffnet, auf Basis einer für alle Beteiligten vorteilhaften Partnerschaft, langfristig Synergien zu erörtern, abzugleichen und zu erschließen. Die generelle Struktur dieser Vereinbarung basiert auf dem Prinzip einer Überkreuzbeteiligung von 3,1/3,1/3,1 Prozent zwischen Renault, Nissan and Daimler. Daimler erhält 3,1 Prozent neu ausgegebener Aktien von Renault. Des Weiteren erhält Daimler von Renault 3,1 Prozent der vorhandenen Nissan-Aktien. Renault erhält 3,1 Prozent der Daimler-Aktien (eigene Aktien). Und Renault hat unabhängig davon vereinbart, 1,55 Prozent der Daimler-Aktien mit Nissan gegen 2 Prozent der Nissan-Aktien zu tauschen. Renault und Nissan werden dadurch jeweils 1,55 Prozent der eigenen Aktien von Daimler halten.

Die strategische Kooperation wird durch die Renault-Nissan B.V. - stellvertretend für die Allianz - und die Daimler AG durch ein neues "Cooperation Committee" gesteuert, in dem alle beteiligten Partner vertreten sein werden.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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