Wie Alfa-Romeo-Vorstand Haico van der Luyt bei der Fahrpräsentation am 5. Mai 2010 in Wiesbaden sagte, ist die neue Alfa Romeo Giulietta eine rationale Kaufentscheidung. Neben Emotion und Design soll bei der neuen Giulietta Wert auf Vernunft und Wirtschaftlichkeit gelegt werden. Hohe Alltagstauglichkeit stand diesmal besonders im Fokus der Fahrzeugentwicklung. So wird das Kofferraumvolumen des Vorgängermodells Alfa Romeo 147 um 58 Liter übertroffen, was unter anderem durch die neue, platzsparend konstruierte Hinterradaufhängung ermöglicht wird. Damit liegt der Gepäckraum mit 350 Litern Volumen im Vergleich mit den Hauptwettbewerbern der Giulietta im C-Segment - dem VW Golf, dem BMW 1er und dem Audi A3 - auf wettbewerbsfähigem Niveau. Sowohl die drei Ottomotoren als auch die beiden Dieselvarianten erfüllen die Euro-5-Abgasnorm. Sie benötigen, gemessen am Vorgängermodell, bis zu 15 Prozent weniger Kraftstoff.
Mit der neuen Giulietta feiert auch die für die gesamte Fiat-Gruppe neu konzipierte C-Plattfrom Premiere (ATZonline berichtete). Die gesamte Struktur soll verwindungssteifer sein und ein agileres Fahrverhalten ermöglichen, ohne gegenüber der Vorgängergeneration an Gewicht zuzulegen. Nach den eher schweren Baureihen Alfa 159 und Alfa Brera hat nun die neue Giulietta ihr Gewicht auf 1395 Kilogramm verringern können (2,0-l-Dieselmotor) und liegt damit auf dem Niveau des VW Golf. Durch den Einsatz von Leichtbaumaterialien im Bereich der Vorder- und Hinterachse des Fahrzeugs konnten vorn 8,5 und vier Kilogramm im Heckbereich eingespart werden. Insgesamt reduziert sich durch die C-Plattform-Architektur das Gewicht um zwölf Kilogramm. Die neue Plattform soll Ausgangsbasis für die Modelle in den C- und D-Segmenten werden. Auch SUV hat Alfa auf dieser Plattform angekündigt. Eine weitere Eigenschaft der Architektur ist ihre Modularität, durch die sie sich für Modellfamilien mit unterschiedlichem Radstand eignet. Die Bodengruppe kann in der Mitte und zu den Seiten hin um zusätzliche Elemente ergänzt werden.
Für die Giulietta sind ausschließlich Vierzylinder-Turbo-Otto- und Dieselmotoren mit Nennleistungen von 77 bis 173 Kilowatt im Programm. Der 1,4-l-Ottomotor mit Turboaufladung leistet 88 Kilowatt und stellt die Einstiegsmotorisierung im Bereich der Benziner dar. Der Vierzylinder wartet mit einer Beschleunigung von 9,4 Sekunden auf 100 Kilometern pro Stunde auf und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 195 Kilometern in der Stunde. Das maximale Drehmoment von 206 Newtonmetern im "DNA"-Modus "Dynamic" liegt bei 1750 1/min an. Dem steht ein durchschnittlicher Verbrauch von 6,4 Litern pro 100 Kilometer und entsprechend ein CO2-Ausstoß von 149 Gramm pro Kilometer gegenüber.
Der 1,4-l-Ottomotor in Multi-Air-Ausführung mit Turboaufladung ruft eine Nennleistung von 125 Kilowatt ab. Im Vergleich zum Vorgängermodell konnte der Durchschnittsverbrauch um 34 Prozent gesenkt werden. Der liegt nun bei 5,8 Litern pro 100 Kilometer. Entsprechend ergibt sich eine CO2-Emission von 134 Gramm pro Kilometer. Das Drehmoment erreicht ein Maximum von 250 Newtonmetern (Dynamic-Modus) bei 2500 1/min. Den Spurt auf 100 Kilometer pro Stunde erledigt diese Giulietta-Version in 7, 8 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 218 Kilometern pro Stunde.
Der sogenannte "1750"-Benziner wird dem Spitzenmodell "Quadrifoglio Verde" der Alfa-Romeo-Giulietta-Baureihe vorbehalten sein. Bei einem Hubraum von 1742 Kubikzentimetern erbringt er eine Nennleistung von 173 Kilowatt und ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmetern (Dynamic-Modus) bei 1900 1/min. Den durchschnittlichen Verbrauch gibt der Hersteller mit 7,6 Litern pro 100 Kilometer an, was eine CO2-Emission von 177 Gramm je Kilometer ergibt. Das "Kleeblatt" absolviert den Standardsprint auf 100 Kilometer in der Stunde in 6,8 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 242 Kilometern pro Stunde. Als einzige Motorisierungsvariante verfügt der QV über kein Start&Stopp-System, das ansonsten serienmäßig in der Giulietta verbaut wird. Der Verkaufsstart dieses Modells wird laut Hersteller im dritten Quartal 2010 sein.
Der 1,6-l-Turbodiesel mit Multijet-Direkteinspritzung erbringt eine Nennleistung von 77 Kilowatt und wartet mit einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern (Dynamic-Modus) bei 1750 1/min auf. Der Turbodiesel erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 185 Kilometern in der Stunde und präsentiert sich mit einem Sprintvermögen von 11,3 Sekunden auf 100 Kilometer in der Stunde. Der kombinierte Verbrauch ist der niedrigste der fünf Motorisierungsvarianten und liegt bei 4,4 Litern pro 100 Kilometer; der CO2-Ausstoß beträgt bei 114 Gramm pro Kilometer.
Der größere 2,0-l-Turbodiesel, ebenfalls mit Multijet-Direkteinspritzung, erreicht ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern (Dynamic-Modus) ebenfalls bei 1750 1/min. Er sprintet in acht Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht wie der 1,4-l-Multi-Air-Motor eine Höchstgeschwindigkeit von 218 Kilometern pro Stunde. Der Durchschnittsverbrauch liegt knapp über dem des kleineren Diesels und wird mit 4,7 Litern pro 100 Kilometer angeben (124 Gramm CO2 je Kilometer).
Alfa Romeo bietet die Giulietta grundsätzlich mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe an. Für den 1,4-l-Multi-Air-Motor mit Turboaufladung und den 2,0-l-Turbodiesel ist die Automatik-Alternative "Alfa Romeo TCT" mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe in Vorbereitung und wird das Getriebeangebot ab dem vierten Quartal 2010 ergänzen.
Die neue Giulietta bietet zudem die elektromechanische Lenkung "Dual Piston". Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Zahnstange des Gelenkgehäuses gleich zwei Zahnräder besitzt. Dabei ist das Steuerritzel direkt mit der Lenksäule verbunden und soll dadurch besonders direkte und präzise Rückmeldungen ermöglichen. Das Antriebsritzel überträgt das Drehmoment des elektrischen Stellmotors der Servo-Unterstützung. Diese Konstruktion bietet den Vorteil einer geschwindigkeitsabhängigen Steuerung und den Einsatz aktiver Rückstellkräfte bei Fahrerassistenzsystemen wie DST (Dynamic Steering Torque). Dieser Lenkassistent unterstützt den Fahrer in kritischen Situationen mit einem leichten Lenkimpuls und hilft, das Fahrzeug wieder auf Kurs zu bringen. Erst wenn dies nicht gelingen sollte, greift die Elektronik in Form des Stabilitätsprogramms VDC ein und entschärft die Situation.
Die neue Giulietta überzeugte bei den ersten Fahrten mit ihrer dynamischen Fahrwerksabstimmung und spritzigen Motoren. Die elektromechanische Servolenkung trägt besonders zum Fahrspaß bei. Sie ist direkt, aber auch nicht zu leichtgängig. Dazu passen die gut dosierbaren Bremsen. Der Kompaktwagen könnte neuen Schwung in das C-Segment bringen. Besonders der 1,6-l-Turbodiesel wäre eine Option für kleine Familien, die Wert auf Wirtschaftlichkeit legen. Metadaten anzeigen:Autor verbergen |
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Effizienz - elektrischer Systeme - Standards und Maßnahmen
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