11.06.2010

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Der Toyota Rav4 ist nicht mehr digital

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Mit dem Facelift des Rav4 stellte Toyota am Donnerstag, 10. Juni 2010, eine neue Version des Segmentbegründers "Kompakte SUVs" der deutschen Presse vor. In Eltville konnten die Journalisten die Neuerungen der überarbeiteten dritten Generation testen, die seit 2006 produziert wird und 2009 technisch aktualisiert wurde. Die heutigen Modifikationen umfassen in den Bereichen Design und Qualität wie eine an das Toyota-Familiengesicht angepasste Frontpartie, mehr Chromleisten am Heck und eine verbesserte Qualitätsanmutung im Innenraum, aber auch, dass die gesamte Motorenpalette mit Optimal Drive (weniger Reibung und Verbrauch) und Euro 5 angeboten wird. Zudem gibt es mehr Möglichkeiten, das Motorenangebot mit den Ausstattungsvarianten zu kombinieren, sowie günstigere Preise durch Paketbildung. Mit dem Facelift schon nach einem Jahr möchte Toyota auch zukünftig schneller auf Kundenbefragungen und Pressestimmen antworten, "sich nicht mehr digital verhalten, sondern Verbesserungen stetig einfließen lassen", wie sich Henning Meyer, Leiter Produkt-PR und Technik-PR, im Gewölbekeller der Burg Crass ausdrückte.

Der neue, breitere Kühlergrill, flankiert von neuen Scheinwerfern mit Projektionsleuchten für das Abblendlicht, stellt mit einem horizontalen Strukturelement klare Bezüge zu den Modellen Verso und Avensis her und weist den neuen RAV4 auf den ersten Blick als jüngstes Mitglied der Toyota-Familie aus. Das Zusammenspiel von Motorhaube und vorderen Radhäusern betone die breite Spur des Rav4 und deute auf den ersten Blick seine begeisternde Fahrdynamik an. Ein neuer, aerodynamisch optimierter vorderer Stoßfänger unterstütze diese Anmutung mit seitlich weit herumgezogenen Ecken.

Der Rav4 wurde als "Recreational Active Vehicle" erstmals 1994 präsentiert; die "4" steht für den permanenten Allradantrieb. Revolutionär war es damals, in das Segment der Geländewagen ohne die sonst noch übliche Leiterrahmen-Bauweise zu gehen und dort die selbsttragende Karosserie des Corolla einzuführen. Im Jahr 2000 folgte die zweite Generation. Seit 2006 rollt die aktuelle dritte Generation, nun auch mit Frontantrieb erhältlich, vom Band. Sie hat als Neuerungen das praktische Easy-Flat-System an Bord, das die Rücksitzlehnen (1/3 zu 2/3) nach vorne mit einem Griff umklappen lässt, so dass ein ebener Laderaum (mit Staufach darunter) entsteht. Letztes Jahr (2009) bekam der Rav4 auch ein CVT - von Toyota Multidrive S genannt - für den 2-l-Ottomotor und ein Sechsgang-Wandlerautomatikgetriebe für den 2,2-l-Dieselmotor spendiert; beide Schaltboxen kommen von Aisin. Das CVT realisiert mithilfe zweier kegelförmiger Riemenscheiben, auf denen ein zugfestes V-förmiges Stahlband läuft, unendlich viele Übersetzungsverhältnisse. Es bietet eine kultivierte Kraftübertragung - die Änderung der Übersetzung verläuft stufenlos und nahezu unmerklich, so dass der Motor auf einem verbrauchsgünstigen, niedrigen Drehzahlniveau gehalten werden kann. Wer dennoch "Gangwechsel" spüren möchte, kann hierfür einen speziellen Modus mit sechs Stufen anwählen.

Der Rav4 wird im japanischen Tahara, Aichi, und seit 2008 im kanadischen Woodstock, Ontario, hergestellt. Gingen 1994 noch 60.000 Fahrzeuge in deutsche Kundenhand, waren es 2009 beachtliche 130.000 Einheiten. Bis heute wurden drei Millionen Einheiten weltweit ausgeliefert. Seit 15. Mai 2010 steht der Wagen zum Bestellen in der Ausstellung bei den Händlern.

Erste Ausfahrten durch den Rheingau mit dem Rav4 zeigten ein komfortables bis sportliches Fahrverhalten, so dass man recht flott um die Kurven kommt, was man diesem SUV gar nicht zutrauen würde. Dies liegt sicher an dem für die SUV-Klasse einmaligen und neuen IADS-System. Es ist ein hochmodernes System, das mithilfe zahlreicher Sensoren den aktiven Allradantrieb ATC-4WD, die ESP-Fahrdynamikregelung VSC und die elektrische Servolenkung EPS zu einem Komplettsystem vernetzt. Der Verbrauch pro hundert Kilometer lag durchschnittlich bei diesen Kurztrips bei 8,3 Litern (Diesel 2.2 D-4D, für die an sich spritsparende Frontantriebsvariante vielleicht etwas viel) und bei 10,0 Litern sowohl für die 4x4-Diesel-Automatik als auch den 4x4-Benzin-Handschalter.

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Autor(en): Michael Reichenbach
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