24.06.2010

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Neue Mobilitätsszenarien im C-Beyond-Konzeptfahrzeug von Visteon

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Das neue Konzeptfahrzeug "C-Beyond" der Visteon Corporation hat in diesen Wochen Premiere bei den Automobilherstellern. Der Name des Konzeptfahrzeuges lässt sich aus dem Englischen "See Beyond" ableiten und bedeutet übersetzt "weiter sehen". Eingearbeitet wurden über 40 Entwicklungen und Konzeptideen aus den Bereichen Fahrzeugklimatisierung, Infotainment und Konnektivität. Ergänzt werden diese Bestandteile durch ein Lichtkonzept für Fahrzeuginterieur und -exterieur. Im Zentrum des Konzepts steht die nahtlose Integration aller Anwendungen, die Fahrer oder Beifahrer nutzen, wenn sie sich in die Fahrzeugumgebung einbinden, wenn sie Informationen mit dem Fahrzeug austauschen oder über Schnittstellen der Bordelektronik oder mobiler Geräte mit der Außenwelt in Verbindung treten. Darüber hinaus zeigen die Möglichkeiten der Personalisierung und der individuellen Komfort-Funktionen neue Wege auf, um den Aufenthalt im Fahrzeug für alle Insassen noch angenehmer zu gestalten. Mit dem Konzeptfahrzeug will der internationale Zulieferer zeigen, wie nahtlose Konnektivität und zukunftsfähige Mobilität die Interaktion der Insassen mit der nächsten Fahrzeuggeneration beeinflussen.

Im Konzeptfahrzeug fungiert die Cockpit-Elektronik nicht mehr nur als Informationsmedium für den Fahrer. Die Elektronik nutzt vielmehr Konnektivitätsfunktionen zur Fern- oder On-Board-Konfiguration, für vorausschauendes Navigieren mit Routenplanung oder für Verkehrsinformationen in Echtzeit. Zu den wesentlichen Entwicklungen des Konzeptfahrzeugs gehört auch die Infotainment- und Internet-Plattform. Es handelt sich um eine skalierbare Lösung, die vielfältige Funktionen abbildet: darunter Audiosystem, Medienmanager, Navigationssystem, Fonds-Infotainmentsystem, Sprachsteuerung und Einbindung externer Geräte. Die Plattform basiert auf einer offenen Systemarchitektur und ist mit den gängigsten elektronischen Standards aus der Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Linux kompatibel. Verschiedene Nutzer können gleichzeitig mit dem Fahrzeug interagieren. Die Insassen können DLNA (Digital Living Network Alliance) oder eine Drahtlos-Verbindung verwenden, um auf mobile Endgeräte zugreifen zu können. Das Unternehmen stellt außerdem ein Automotive-App zum Download für iPod-basierte Anwendungen, wie zum Beispiel für das iPhone, bereit. Damit können die mobilen Geräte als Fernbedienungen für die Infotainment-Systeme aller Sitzreihen genutzt werden.

Im Design des Cockpit verschmelzen die Technologien durch die Zusammenführung von digitalen und mechanischen Funktionen in einem frei konfigurierbaren Flachbildschirm als Kombi-Instrument mit angefügten dreidimensionalen Elementen. In den Elementen werden adaptive Lichtleiter genutzt, um das Licht des TFT-Displays mit zu verwenden. In Abhängigkeit von Fahrzeugmodus, Nutzer oder Funktionsinhalt kann der Bedarf nach Nutzer-Schnittstellen variieren. Um die Vielfalt der Schnittstellen zu kontrollieren, hat das Unternehmen anpassbare Features zur Mensch-Maschine-Interaktion (MMI beziehungsweise HMI, human-machine interaction) entwickelt. Steht das Fahrzeug, kann der Fahrer im Internet surfen oder Videos anschauen. Um die Fahrsicherheit zu gewährleisten, schaltet das Display während der Fahrt wieder zurück in einen vereinfachten Bedienzustand. Es lassen sich individuelle Profile anlegen und beim Einsteigen laden. Die Insassen können ihre persönlichen Einstellungen einrichten, beispielsweise bei Beleuchtung, Zentralverriegelung oder der Priorisierung von Informationen - zum Beispiel das Zulassen eingehender Gespräche oder Nachrichten.

Auch präsentiert das Fahrzeug ein neues Konzept für eine vertikale Belüftungsführung des Klimasystems mit vier eigenständigen vertikalen Auslass-Zonen. Im Dachhimmel eingelassene Ausströmdüsen erzeugen einen von oben nach unten verlaufenden Luftstrom. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Klimasystem, wo die Luft von vorn nach hinten strömt, entsteht bei dem neuen Konzept ein persönlicher Bereich für jeden Insassen mit Komfort- und Temperatur-Regelung. Diese adaptive Klimaanlage passt sich automatisch an die Anzahl und die Platzierung der Insassen im Fahrzeug an und spart Energie, indem sie ungenutzte Zonen erkennt und sich dort abschaltet. Das vertikale Klimasystem verzichtet auf die herkömmlichen Luftauslassdüsen im Armaturenbrett und schafft so Raum im Cockpit für anderweitige Gestaltungsmöglichkeiten. Das System profitiert von der extrem flachen Architektur des Heizklimasystems des Zulieferers. Die sogenannte flat HVAC-Einheit kann Platz sparend auf oder unter dem Fahrzeugboden angebracht werden. Das vertikale Klimasystem bietet eine unabhängige Schnittstelle für die Klimaautomatik mit zwei oder vier Zonen, die Temperatur, Gebläsestärke und Luftzufuhr reguliert. Das Konzept des vertikalen Luftstroms ist sowohl für Elektro- als auch für konventionelle Fahrzeuge geeignet und erfordert keine Anpassungen an die Architektur des Heiz-/Klima-Moduls.

Eine regulierbare Innenraumbeleuchtung sorgt alternativ für Tag- oder Nacht-Atmosphäre. Zum Einsatz kommen dabei Entwicklungen des Zulieferers aus den Bereichen Annäherungssensorik, Vielfarben-LED, indirekte Beleuchtung und Hintergrundbeleuchtung, die den Insassen ermöglichen, ihre ganz individuelle Lichtatmosphäre zu schaffen.

Das Scheinwerfersystem des Konzeptfahrzeugs ist mit dem proprietären High-Intensity-LED-Projektor-Modul des Zulieferers ausgestattet. Es erfüllt die Richtlinien für Hauptscheinwerfer der aktuellen europäischen Gesetzgebung (ECE-123). Kompakte Dimensionen, geringes Gewicht und optische Leistung entsprechen heutiger HID-Technologie und machen das Modul somit zum Basisbaustein zukünftiger LED-Scheinwerfer. Das kameragesteuerte, adaptive Scheinwerfersystem schaltet abhängig vom überholenden und entgegenkommenden Verkehr automatisch zwischen Fern- und Abblendlicht um. Zusätzlich bietet es einen blendfreien Modus. Dieser ermöglicht, dauerhaft mit Fernlicht zu fahren, während programmierbare Blenden die Lichtverteilung in Abhängigkeit vom Gegenverkehr reduzieren. Weitere Neuheiten aus dem Bereich Lichttechnik beinhalten den sequenziellen Fahrtrichtungsanzeiger des Zulieferers, der verschiedene Funktionsalternativen für Front- und Heckblinker bereitstellt. Das Tagfahrlicht betont darüber hinaus die Kontur des Scheinwerfers und leistet einen hohen Wiedererkennungswert für das Fahrzeug. Deutlich sichtbare Lichtleiter ermöglichen zusätzliche Gestaltungsvarianten. Durch effizientes optisches Design und den Einsatz von LED kann der Energieverbrauch reduziert werden.

Die eingesetzten Technologien befinden sich in unterschiedlichen Stadien des Produktentwicklungs-prozesses - einige sind in der Vorentwicklung, andere sind einsatzbereit oder schon serienreif. "Das C-Beyond Konzept soll Fahrzeugherstellern Möglichkeiten aufzeigen 'weiter zu sehen' (= engl.: see beyond), den Fahrzeuginsassen also über konventionelle Anwendungen hinaus neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen", sagte Tim Yerdon, Director Global Innovation and Design bei Visteon.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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