12.07.2010

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Vom Weltauto zum Elektroauto

Herbert Demel, Executive Vice President bei Magna International, hat auf dem von der Universität Duisburg-Essen ausgerichteten "Wissenschaftsforum Mobilität" das Weltauto analysiert und dazu aufgerufen, Analogien bei der Verwirklichung von Elektroautos zu verfolgen.

Auch wenn das Weltauto nicht in der ursprünglich erdachten Form realisiert sei - relativ viele Baureihen werden nur in einer Region der Triade vertrieben, wenige in zwei Regionen und nur der Toyota Corolla sowohl in Nordamerika als auch in Asien und Europa - so sei der Trend der gemeinsam genutzten Architekturen eindeutig: Von 2009 bis 2015 wird eine Steigerung der auf einheitlichen Plattformen basierenden Pkw von 14 Millionen auf 25 Millionen Einheiten erwartet. Dabei wird der Vierzylindermotor unter der Haube dominant bleiben: "Alles, was mehr als vier Zylinder hat, wird schwinden, alles, was weniger hat, wächst", so Demel. Ähnlich verhalte es sich beim Hubraum, da Motoren mit mehr als drei Liter zu einer aussterbenden Gattung gehörten, im Gegensatz zu Motoren mit weniger als zwei Liter Hubraum.

Während die Motoren zunächst eine Domäne der Hersteller blieben, kämen Getriebe immer häufiger von den Zulieferern. Aus Demels Sicht ist dies auch sinnvoll: "Kein Mensch kauft einen BMW deshalb nicht, weil er kein BMW-Getriebe hat."

Was bedeutet dies nun für die Elektrifizierung? Dass diese kommt, steht für Demel außer Zweifel, und zwar "in kleinen Schritten irreversibel". Als Beleg führte er auch die unterschätzte Nachfrage in der Oberklasse an, wie jene für die Hybridversion der Mercedes S-Klasse. Impulse in Richtung 1000-Euro-Hybrid verspricht sich Demel vom Energiespeicher in Form von Supercaps.

Allerdings sei das E-Auto nur in der Kooperation wirtschaftlich herzustellen. Und da biete die Plattformstrategie der konventionell angetriebenen Fahrzeuge ein Vorbild für die E-Mobile. Ähnlich wie bei einer "starken" Marke der Verbrennungsmotor nicht zur Differenzierung tauge - zum Beispiel der Peugeot-Motor im Mini -, sei es auch bei den Elektroautos nicht sinnvoll, dass jeder Hersteller seinen eigenen Motor baut.

Demel sieht darüber hinaus unabhängig von der Antriebsart einen Zwang zu herstellerübergreifender Verwendung von Motoren: "Nehmen wir nur die B-Klasse. Im Peugeot 207, Fiat Punto, VW Polo und Opel Corsa sind die Basismotoren alle weitestgehend gleich. Hier haben unterschiedliche Motoren keinen Sinn, da sie für den Kunden nicht kaufentscheidend sind."
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Autor(en): Moritz-York von Hohenthal
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