FVA-Arbeitskreis geht offene Fragen der Batterieproduktion an
Vergangene Woche konstituierte sich der Arbeitskreis "Elektrische Speichertechnik" der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA). Dazu versammelten sich knapp 50 Experten aus mittelständischen Betrieben, Autokonzernen und Hochschulen. Neben bereits laufenden Projekten wollen sie weitere gemeinsame Forschungsthemen rund um Energiespeicher für mobile und stationäre Einsätze identifizieren. "Ziel ist es, die gemeinsam mit den Teilnehmern entwickelten Themen in Forschungsprojekten an Hochschulen zu vertiefen und die Ergebnisse dann den Unternehmen zugänglich zu machen", so Dr. Walter Begemann von der Initiative E-Motive. Dieser gemeinschaftliche Ansatz solle es auch kleineren Betrieben ermöglichen, bei der ungeheuren Entwicklungsdynamik der Elektromobilität mitzuhalten.
Der Arbeitskreis folgt dem Ansatz der Forschungsvereinigungen für Antriebstechnik (FVA) und Verbrennungskraftmaschinen (FVV) im VDMA. Sie treiben schon seit den 60er Jahren Forschungsthemen voran, die ihre vor allem mittelständischen Mitgliedsunternehmen anregen. Jährlich kommen so allein in der FVA über 100 Forschungsprojekte zusammen. "E-Motive", eine Netzwerkinitiative des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), folgt diesem Beispiel nun für die Elektromobilität. Sie ist für das Gros der mittelständischen Mitglieder ein Zukunftsfeld, das sie zwar angehen wollen und müssen. Doch die mangelnde technologische Reife und die unklare Vermarktungsperspektive machen es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schwer, Kapazitäten dafür frei zu machen. Es drängt sich also förmlich auf, das Thema gemeinsam anzugehen. Zumal die Betriebe in der FVA auf Tuchfühlung zu den Autoherstellern und Systemzulieferern bleiben. Über die beteiligten Experten ist E-Motive in die verschiedenen nationalen Elektromobilitäts-Netzwerke eingebunden - ob in die Nationale Plattform Elektromobilität, das Forum Elektromobilität oder die Forschungsunion Wirtschaft - Wissenschaft der Bundesregierung.
Der neue Arbeitskreis knüpft an Forschungsprojekte an, die E-Motive und die FVA mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II und im Zuge des Pilotprojekts "E-Antrieb.Net" koordinieren. Letzteres ist auf vier Jahre angelegt und wird mit Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) Produktionstechnik für die Elektromobilität entwickeln. Projektziel ist es dabei, KMU aus dem Bereich der Produktionstechnik mit auf die Reise zu nehmen.
Noch tappen die Batterieforscher bei vielen Fragen im Dunklen. Sie legen gerade erst die Grundlagen für künftige Optimierungen. "Das gilt auch für die Produktion, deren Automatisierung bisher an den uneinheitlichen Standards und Schnittstellen scheitert", erklärt Walter Begemann. Um diese Standards oder Schnittstellen in den Lieferketten werde sich der neu gegründete Arbeitskreis ebenso kümmern, wie um gemeinsam nutzbare Simulationstools. Welche Projekte man in welcher Reihenfolge angehe, liege vor allem an den Ideen und Diskussionen der Mitglieder. "Sie wissen am allerbesten, wo der Schuh drückt und welche Forschungsthemen drängen", sagt er. Begemann ist überzeugt, dass der Arbeitskreis helfen wird, die Lücke zwischen Batterieforschung und -fertigung zügig zu schließen. Denn die Erfahrung der FVA zeige: wo deutsche Autohersteller, Maschinenbauer und ihre Zulieferer die Köpfe zusammenstecken, sind erstklassige Lösungen nicht weit. Metadaten anzeigen:Autor |
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