09.08.2010

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Formula Student Germany 2010: Delft holt sich den Titel zurück

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Nach fünf Tagen, in denen sich Studenten-Teams mit ihren Rennwagen in drei statischen und fünf dynamischen Disziplinen behaupten mussten, endete vergangenes Wochenende die diesjährige Formula Student Germany am Hockenheimring. In diesem Jahr nahmen an dem internationalen Konstruktionswettbewerb, den der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) bereits zum fünften Mal ausrichtete, 91 Teams aus der ganzen Welt teil. Damit waren 2010 so viele Teams wie nie zuvor beim Wettbewerb dabei: Im Vergleich mit dem Vorjahr sind 14 weitere dazugekommen. Rund 6000 Zuschauer kamen trotz des wechselhaften Wetters und bejubelten die insgesamt 2073 Studenten. Die Nachwuchsingenieure konstruierten ein Jahr lang einen Rennwagen und mussten an den vergangenen Tagen ihr Können in Disziplinen wie Beschleunigung, Ausdauer, Design und Finanzplanung beweisen.

Dieses Jahr bestand der Konstruktionswettbewerb erstmalig aus zwei Klassen: der Formula Student Combustion, dem Wettbewerb der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, und der Formula Student Electric, dem Wettstreit der rein elektrisch angetriebenen Rennwagen. Das Team der TU Delft sicherte sich den Gesamtsieg der Formula Student Combustion. Damit holen sich die Niederländer nach zwei Jahren den Titel von der Uni Stuttgart zurück, die im vergangenen Jahr den Wettbewerb gewann. Die Schwaben schieden diesmal vier Runden vor dem Ende der Endurance, dem Ausdauerrennen über 22 Kilometer, aus. Dadurch fehlten am Ende wichtige Punkte für den Gesamtsieg, sodass dieses Jahr nur Platz 15 für die Stuttgarter möglich war. Delft verwies Ann Arbor (Michigan, USA) und die Universität Zwickau auf den zweiten und dritten Platz. In der neuen Klasse der Elektrofahrzeuge, der Formula Student Electric, siegte das Greenteam der Universität Stuttgart. Das Team der Universität Eindhoven wurde Zweiter - vor der TU Graz.

Das Delfter Team wartete mit dem besten Gesamtpaket auf. Im finalen Ausdauerrennen hielt es neben der DHBW Ravensburg, Ann Arbor und dem Polytechnikum Turin durch und überzeugte mit konstanten Rundenzeiten. Die vier Finalisten wurden dieses Jahr erstmalig im Abstand von 15 Sekunden auf eine Runde der Rennstrecke gelassen. Im spannenden Showdown der Endurance schied das Ravensburger Team aufgrund von Problemen an der Bremsanlage aus. Turin überraschte mit schnellen Rundenzeiten und sicherte sich am Ende im Gesamtklassement den sechsten Platz. Als bester Newcomer wurde die TU Isfahan aus dem Iran ausgezeichnet.

Bei der weltweit ersten Formula Student Electric gingen 15 Teams an den Start. Sie traten in den gleichen Wettbewerbsdisziplinen wie die Klasse der Verbrennungsmotoren an. Höhepunkt war hier das 22 Kilometer lange Ausdauerrennen bei Nacht. Untermalt wurde das Rennen von ausgewählter Musik der teilnehmenden Teams, sodass das nahezu geräuschlose Fahren der Rennwagen stimmungsvoll ausgeglichen wurde. Neben dem Stuttgarter Greenteam schafften nur noch Eindhoven und Graz die Gesamtdistanz von 28 Runden. Acht Teams konnten wegen technischer Probleme leider gar nicht am Abschlussrennen teilnehmen. Insgesamt zeigten sich die Elektrofahrzeuge aber als durchaus konkurrenzfähig gegenüber den Rennwagen mit Ottomotor. Bei der Disziplin "Kraftstoffeffizienz" hatte Eindhoven die Nase vorn, gefolgt von Graz und Hatfield (University of Hertfordshire, GB). "Gerade für Nachwuchsingenieure ist es heutzutage sehr wichtig, Innovationen insbesondere mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Sie arbeiten schließlich zukünftig an den Lösungen für eine umweltschonende Mobilität", erklärte Tim Hannig, Chairman der Formula Student Germany.

Am Sonntag gab es für Teams und Zuschauer noch einen besonderen Höhepunkt. Die Frage, die viele Teilnehmer und Besucher der Renntage umtrieb, ob nun die Elektrofahrzeuge oder die Autos mit Ottomotor schneller seien, wurde unterhaltsam beantwortet. Dazu trat der diesjährige Elektro-Rennwagen des Teams aus Eindhoven gegen das Delfter Auto mit Ottomotor aus dem Jahr 2009 an. In einem knappen Rennen über fünf Runden auf der Endurance-Strecke, in dem die beiden Wagen gleichzeitig auf dem Kurs fuhren, konnte sich Eindhoven den Sieg sichern. Das Stuttgarter Greenteam fuhr anschließend dieselbe Distanz gegen die Uhr und konnte die Zeit der Niederländer noch einmal unterbieten.

Die ATZ begleitet auch 2010 den Konstruktionswettbewerb wieder mit einer Sonderausgabe, die zum Jahresende erscheinen wird. Darin werden die technischen Highlights der aktuellen Fahrzeuge und ein Rückblick auf das Event in Hockenheim enthalten sein. Besonders die Formula Student Electric ist dieses Jahr Thema des Hefts.

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Autor(en): Christiane Brünglinghaus
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