19.08.2010

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Sicherheit für Fußgänger: Mobilfunk-Technologie soll Unfälle vermeiden

Eine neue Mobilfunk-Technologie könnte zukünftig dazu beitragen, den Straßenverkehr sicherer zu machen: Positions-, Kontext und Profildaten des Fußgängers werden über das mitgeführte Mobiltelefon an andere Verkehrsteilnehmer übertragen. Dadurch sollen sich Unfälle vermeiden lassen. Wissenschaftler der Universität Kassel haben die Technologie unter anderem im Rahmen des vom Land Hessen geförderten "Venus-Projektes" entwickelt. Die Idee des "intelligenten Kontextfilters" haben sich Prof. Dr.-Ing. Klaus David und Alexander Flach vom Fachbereich Informatik/Elektrotechnik nun patentieren lassen.

Mit Daten über Position, Bewegungsgeschwindigkeit und -richtung des Fußgängers ermittelt der Kontextfilter gefährdete Personen im Umkreis von beispielsweise 70 Metern. Mit wenigen Berechnungen kann er zuverlässig einschätzen, ob eine Kollision naht. "Dadurch können Autofahrer und Fußgänger schnell gewarnt werden", erklärt Alexander Flach. Dies könne über das Navigationssystem im Auto geschehen und über einen Alarmton im Mobiltelefon des Fußgängers. Denkbar sei ferner, eine automatische Bremsfunktion im Fahrzeug zu installieren.

Systeme zur Erkennung anderer Verkehrsteilnehmer sind meist ins Fahrzeug integrierte Videosensoren, Licht- oder Wärmebildkameras. Nachteil dieser Systeme sei, dass oftmals ein direkter, uneingeschränkter "Blickkontakt" notwendig wäre. Oft gibt es aber im Stadtverkehr Situationen, in denen Fußgänger zwischen parkenden Autos hindurch auf die Straße treten würden. "Die existierenden Systeme erkennen den Fußgänger dann nicht rechtzeitig. Durch die Nutzung der Kontext- und Profildaten kann dieses Problem gelöst werden", führt Flach weiter aus.

Im Mobiltelefon integrierte Bewegungs- und Beschleunigungssensoren messen die Bewegungs- und Reaktionsdynamik des Fußgängers. Diese liefern 20 bis 50 Messwerte pro Sekunde und nehmen so Änderungen im Bewegungsverlauf blitzschnell wahr. Übermittelt werden die Sensordaten per W-Lan oder UMTS. Daten wie das Alter lassen sich auch in den intelligenten Filter einbeziehen. Rechne man individuelle Bewegungs- und Reaktionsdynamik des Fußgängers ein, könnten beispielsweise Faktoren wie Ermüdungserscheinungen berücksichtigt werden, erläutert Flach: "Ein junger Mensch läuft schneller als ein Rentner." Dazu könne ein Profil des Fußgängers angelegt und gespeichert werden, das über die Bewegungsdynamik hinaus persönliche Daten enthält. Inwieweit der Datenschutz das zulässt, müsse noch geklärt werden.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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