13.09.2010

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Mercedes-Benz: Die neuen Vans Vito und Viano kommen dem Pkw näher

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Daimler überträgt die schöne Pkw-Welt in seine neuen Vans Vito und Viano für Gewerbe und Familie. Wie die BlueEfficiency-Motoren, eine geregelte Flügelzellen-Motorölpumpe und das Start-Stopp-System so kommen jetzt Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht, Vier-Speichen-Lenkräder (aus der C-Klasse), Rückfahrkameras (E-Klasse) und Ambientebeleuchtung (S-Klasse) von den Personenwagen in die Van-Klasse rüber geschwappt. Mit den beiden neuen Modellen möchte Daimler den Vito klarer im Handwerker-Bereich und den Viano (Bild) noch deutlicher für Familien oder Sportinteressierte positionieren, wie es bei den Pressetagen an der Elbe in Hamburg hieß. Dazu wurde beiden Modellen ein neues Gesicht mit Unterschieden bei Kühlergrill, Lamellen, Rautengitter und Scheinwerfern sowie Stoßfängern verpasst, die alle mehr an das Pkw-Image als an das Transporter-Gefühl erinnern sollen. Nur das neue Sechsgang-Handschaltgetriebe EcoGear stammt aus der Transporterreihe (MB Sprinter), wo es bereits 2009 vorgestellt wurde. Die Außenabmessungen und Radstände von Vito und Viano blieben gegenüber dem Vorgänger gleich.

Sinn aller Maßnahmen ist nach Vertriebsleiter Andreas Burkhart, dass sich der Premium- und der Qualitätsanspruch des Unternehmens mit dem Stern auch in der neuen dritten Generation von Vito/Viano besser widerspiegelt. 250 Millionen Euro seien in den vergangenen drei Jahren in die Entwicklung der neuen Generation und in den Ausbau des spanischen Produktionsstandorts Vitoria geflossen. 1995 und 1996 kam die erste Generation auf den Markt, von der durchschnittlich 60.000 Fahrzeuge im Jahr verkauft worden sind. Die zweite Generation ab 2003/2004 erreichte 90.000 Einheiten per anno. Insgesamt wurden in den letzten 15 Jahren rund 1,1 Millionen Fahrzeuge weltweit verkauft.

Der wichtigste Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit waren die Akustikmaßnahmen, um auf das leise Niveau der Konkurrenz (des Marktführers VW Transporter und Multivan, T5) im Innenraum zu kommen. Allgemein sei es schwer, einer "Bassgeige auf vier Rädern" Pkw-entsprechenden Akustikkomfort einzuimpfen, so die Ingenieure um Burkhart. Insgesamt konnte der Geräuschpegel um 3 dB gesenkt werden, was einer Halbierung des subjektiven Empfindens entspricht. Absorber im Innenraum und an der Hinterachse, gezielte Versteifungen in der Karosseriestruktur, verbesserte Dämmungen an den Karosseriewänden und veränderte Dichtungen führen zu flüsterleisem Reisen auf hohem Komfortniveau.

Zur Ruhe im Interieur trägt auch das komplett neu entwickelte und abgestimmte Fahrwerk bei. Die Vorderachse des Viano basiert zwar unverändert auf einer Einzelradaufhängung mit Federbeinen. Im Detail jedoch hat Mercedes-Benz die Achse verändert: Ob Tragfeder und Federteller, Stützlager und Federbeindom, die Querlenker einschließlich Lagerung oder der Drehstab-Stabilisator und seine Lagerung - alle diese Elemente sind neu. Die geänderte Achseinstellung gewährleiste ein verbessertes Ansprechverhalten. Darüber hinaus arbeite die Lenkung mit einer neuen Kennlinie und einem anderen Drehstab.

In ersten Testfahrten konnten Vito und Viano die ATZ-Redaktion durchaus überzeugen. Auch wenn die Vorgängerfahrzeuge nicht zur Verfügung standen, auf die bei den Themen Abrollkomfort und Akustik oft referenziert wurde, so ist der Gewinn für Fahrer und Passagiere doch deutlich zu spüren. Vor allem der 3.0 CDI mit V6-Dieselmotor (165 Kilowatt) und gutem Automatikgetriebe konnte seine Souveränität und Fahrleistungen ausspielen - sei es auf den Kopfsteinpflasterstraßen durch die Speicherstadt, den Fahrten durch enge Gassen des Örtchens Blankenese oder den windumbrausten Landstraßen rund um Hamburg.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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