05.10.2010

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Audi E-tron Spyder: Sportwagenstudie mit Plug-in-Hybridantrieb

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Die Studie eines offenen Sportwagens mit Plug-in-Hybridantrieb: Das ist der "Audi e-tron Spyder". Diese Studie wird - zusammen mit dem "Audi quattro concept" - von der Marke mit den Ringen in Paris auf dem Automobilsalon präesentiert. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Zweisitzer. Er verfügt über einen Biturbo-V6-TDI mit 221 Kilowatt auf der Hinterachse und über zwei Elektromotoren an der Vorderachse, die zusammen 64 Kilowatt stark sind. Zudem ist die Studie 4,06 Meter lang und 1,81 Meter breit sowie 1,11 Meter flach.

Zusammen mit dem Gesamtgewicht des E-tron Spyder von rund 1450 Kilogramm sorgt die Kombination von drehmomentstarkem TDI und den beiden Elektromotoren für entsprechende Fahrleistungen. In 4,4 Sekunden beschleunigt die Studie laut Angaben des Herstellers auf 100 Kilometer pro Stunde. Wie der Automobilhersteller erklärt beschleunigt das Konzeptfahrzeug mithilfe des aus dem Stand heraus anliegenden maximalen Drehmoments der Elektromotoren mit katapultartigem Schub. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 250 Kilometer pro Stunde begrenzt. Das Fahrzeug kann die starken Momente des TDI - 650 Newtonmeter mobilisiert der Selbstzünder - und die insgesamt 352 Newtonmeter der beiden Elektromotoren beim Beschleunigen kombinieren (boosten). Mit gezieltem Momenteneinsatz an den Vorderrädern lässt sich die Längsdynamik steigern; gleichzeitig verbessert sich die Querdynamik bei der Kurvenfahrt. Durch das geringe Gewicht, den kurzen Radstand sowie der Gewichtsverteilung von 50 : 50 bietet das Konzept das Fahrverhalten eines Gokarts.

Die Kombination von TDI und Elektroantrieb sorgt jedoch auch für eine gute Verbrauchsökonomie und Emissionen. Durchschnittlich benötigt der E-tron Spyder laut Angaben des Unternehmens 2,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer und emittiert 59 Gramm CO2 pro Kilometer. Mit dem 50-Liter-Tank soll eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometer möglich sein. Zudem kann der offene Sportwagen mit seinem Elektroantrieb - etwa in Ballungsräumen - rein elektrisch fahren. Bis zu 50 Kilometer weit reichen die Reserven der 9,1 Kilowattstunden-Batterie im Vorderwagen. Die Höchstgeschwindigkeit für diese Fahrweise beträgt 60 Kilometer pro Stunde.

Im E-tron Spyder kommt zum ersten Mal eine neue Generation des 3.0 TDI Sechszylinders zum Einsatz, die von zwei Turboladern beatmet wird und 221 Kilowatt leistet. Dies sind noch einmal rund 37 Kilowatt mehr als in der aktuellen Leistungsstufe, die seit wenigen Monaten im neuen Audi A8 zum Einsatz kommt. Der längs eingebaute 3.0-TDI-Mittelmotor treibt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe die Hinterräder an. Neu ist jedoch auch die Kopplung des TDI mit dem Elektroantrieb der Vorderachse. Zwei Asynchron-Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 64 Kilowatt sowie einem maximalen Drehmoment von 352 Newtonmeter liefern zusammen mit dem 3.0 TDI beim E-tron Spyder die Performance eines Hochleistungs-Sportwagens. Das Geräuschniveau des mit niedriger Drehzahl operierenden TDI bleibt dabei niedrig - der Sechszylinder im Rücken der Insassen grollt unter Last sonor-sportlich, wird jedoch nie laut.

Die reguläre Verteilung der Antriebsmomente ist zugunsten der Hinterachse ausgelegt - entsprechend der Gewichtsverteilung des E-tron Spyder und der dynamischen Achslastverschiebung bei der Beschleunigung: Ähnlich wie bei einem reinen Mittelmotorsportwagen gelangen rund 75 Prozent der Momente nach hinten, 25 Prozent nach vorn. Wenn an einer Achse Schlupf auftritt, lässt sich diese Balance dank der zentralen Steuerung des gesamten Antriebssystems in Verbindung mit dem ESP modifizieren - damit übernimmt das Hybridfahrzeug die fahrdynamischen Vorteile der Quattro-Technologie. Die Kombination aus TDI-Mittelmotor und den beiden Elektro-Aggregaten an der Vorderachse macht es möglich, auch die Querdynamik des E-tron intelligent zu steuern. Ähnlich wie das Sportdifferenzial bei serienmäßigen Quattro-Fahrzeugen erlauben sie das "Torque Vectoring", also das gezielte Beschleunigen einzelner Räder. Unter- und Übersteuern lassen sich nicht nur mit individuellem Bremseneingriff, sondern auch durch einen millisekundengenauen Leistungsschub kompensieren.

Die Studie verhält sich selbst bei höchsten Querbeschleunigungen neutral. Im Fahrwerk kommen an der Vorderachse doppelte Dreieckslenker und an der Hinterachse Trapezlenker aus Aluminium-Schmiedekomponenten zum Einsatz. Das Setup von Federn und Stoßdämpfern ist straff gewählt. Die direkt ausgelegte Zahnstangenlenkung vermittelt fein differenzierte Rückmeldung. Ihre Lenkunterstützung erfolgt abhängig von der Geschwindigkeit, und zwar auf elektromechanischem Weg - das Konzept muss nur beim Lenken, nicht jedoch zur Geradeausfahrt Energie aufbringen.

1,81 Meter Breite bei nur 4,06 Meter Länge und 1,11 Meter Höhe - das sind die klassischen Proportionen eines offenen Hochleistungs-Sportwagens. Gegenüber der E-tron Coupe-Studie von Detroit haben dabei die Außenabmessungen (Länge um 13 Zentimeter, Breite plus drei Zentimeter) zugelegt, um den sportlichen Anspruch des Designs zu unterstreichen.

Konsequenter Leichtbau ist eine entscheidende Voraussetzung für Effizienz und Reichweite. Zugleich bildet Leichtbau das entscheidende Fundament für die Fahrdynamik. Die Audi-Entwickler haben beim Audi E-tron Spyder auf eine Kernkompetenz des Unternehmens zurückgegriffen: Die Karosseriestruktur basiert auf der Audi Space Frame-Technologie (ASF) und wurde in Hybridbauweise gefertigt. So besteht die Motorhaube ebenso wie zahlreiche Aerodynamik-Elemente aus Karbon. In der ASF-Technologie setzt sich das tragende Gerüst der Karosserie aus Aluminium-Strangpressprofilen und Druckgussteilen zusammen. In dieses Skelett sind Aluminium-Bleche kraftschlüssig und mittragend eingebunden. Jede einzelne Komponente des ASF Space Frame ist für die spezifische Aufgabe mit ganz unterschiedlichen Formen und Querschnitten optimiert und vereint so höchste Stabilität mit möglichst geringem Gewicht. Das Showcar wiegt trotz des Antriebslayouts mit zwei Elektromotoren samt jeweiligem Antrieb und dem TDI-Motor etwa 1450 Kilogramm.

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Autor(en): Katrin Pudenz
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