07.10.2010

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Ladeboden ohne Schrauben und Rost

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Die finnische UPM und die US-amerikanische Dow Automotive Systems haben eine neue Lösung für Ladeböden von Lkw-Anhängern vorgestellt, die ohne Verschraubungen mit dem Fahrgestell auskommen. Damit wird eine Korrosion des Fahrgestells vermieden, weil dies nicht mehr für Schrauben durchbohrt werden muss. Die vollverleimten, strapazierfähigen Ladeböden aus Sperrholz von UPM mit dem Namen Wisa - für Anhänger und Auflieger der Nutzfahrzeugindustrie konzipiert - werden per Dow-Klebstoff Betamate mit dem Chassis verbunden.

Die innovative Lösung für den Einbau von Böden in Anhänger stellten UPM und Dow auf der IAA 2010 vor. Bei der Lösung "Wisa Bonded Floor Solution" wird der Boden mit dem Anhänger verklebt. Mechanische Befestigungen wie Schrauben sind nicht mehr erforderlich. Dadurch biete die Lösung eine größere Struktursteifigkeit, höhere Haltbarkeit, bessere akustische Eigenschaften und besonderen Korrosionsschutz.

Bislang mussten Sperrholzböden mechanisch an der Anhängerkarosserie befestigt werden: Der Sperrholzboden wurde mit Schrauben oder Bolzen an der Karosserie fixiert. Dazu mussten bis zu 300 Schrauben verarbeitet werden, durch die es zu Korrosion sowie zu problematischer Geräusch- und Vibrationsbildung (Noise Vibration Harshness; NVH) kommen konnte. Um dem entgegenzuwirken, musste bisher die mechanische Befestigung in einem weiteren Montageschritt zusätzlich versiegelt werden. Mechanische Befestigungen schränken die Haltbarkeit insgesamt ein und sind mit einem erhöhten Wartungsaufwand verbunden.

Die Finnen und die US-Amerikaner haben nun eine Lösung "aus einer Hand" entwickelt, bei der nicht nur die mechanischen Befestigungen entfallen, sondern der Sperrholzboden mit einem Polyurethanklebstoff direkt mit der Anhängerkarosserie verbunden wird. Dank der durchgehenden Klebschicht ist der Sperrholzboden genauso robust und sicher wie ein mit herkömmlichen Befestigungselementen montierter Boden. Tatsächlich sorgt die durchgehende Klebschicht für eine gleichmäßigere Lastverteilung als die Punktabstützung durch Schrauben und trägt so zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit der Verbindungsstellen bei. Neben der erhöhten Struktursteifigkeit des Anhängers bietet diese neue Lösung zahlreiche weitere Vorteile für den Endanwender, zum Beispiel eine erhöhte Beständigkeit gegen Korrosion und Wasseraufnahme, höhere Haltbarkeit und geringere Geräuschentwicklung. Das neue Fußbodensystem kann auch zu einem verringerten Wartungsaufwand für den Anhänger beitragen, weil die Lauffläche nicht mehr durch die Schrauben unterbrochen wird, wo sonst gern Paletten, Laufkatzen oder Containerräder hängen bleiben.

Zur Vereinfachung des Produktionsprozesses wird das Wisa-Material zusammen mit dem entsprechenden Klebstoff von Dow direkt an den Anhängerhersteller geliefert. Auf der IAA in Hannover präsentierten UPM und Dow Automotive Systems die marktreife Lösung an einem vom britischen Trailerhersteller Don-Bur entworfenen und gebauten Auflieger. Dieser ist mit einem Wisa-Truck-Plus-Sperrholzboden ausgestattet, der mit dem eigens für diesen Zweck modifizierten Polyurethanklebstoff Betamate von Dow verleimt ist.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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