08.10.2010

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TU Ilmenau: Neue Stiftungsprofessur Elektrochemie und Galvanotechnik

An der Technischen Universität Ilmenau wurde die neue Stiftungsprofessur Elektrochemie und Galvanotechnik eingerichtet. Jedoch auf einem etwas ungewöhnlichen Wege: Zum ersten Mal in Deutschland wird eine Stiftungsprofessur durch eine mittelständische Wirtschaftsbranche eingerichtet. Bislang taten dies einzelne Firmen der Großindustrie. Möglich wurde die Stiftungsprofessur Elektrochemie und Galvanotechnik durch eine gemeinsame Initiative der Technischen Universität Ilmenau und des Zentralverbands Oberflächentechnik. Sie wird durch Prof. Andreas Bund (Bild) vertreten.

Neue elektrochemische Verfahren werden künftig dringend benötigt, um Elektrofahrzeuge der Zukunft zu entwickeln, erklärt die TU Ilmenau. Durch elektrochemische Prozesse wandeln Brennstoffzellen die chemische Energie ihres Treibstoffs Wasserstoff direkt in elektrischen Strom und sind, da sie lediglich Wasserdampf freisetzen, ein sauberer Energiespender. Elektrochemische Verfahren werden ebenso dabei entscheidend sein, eine bessere Energiespeicherung durch Batterien zu erreichen, heißt es weiter. Speziell angepasste, hochentwickelte Produkte würden heute beispielsweise in der Fahrzeugindustrie für den Korrosions- und Verschleißschutz oder auch in Elektrotechnik und Elektronik für Edelmetallkontakte benötigt.

Um den großen Bedarf der Wirtschaft an neuen Materialien zu befriedigen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung nötig, so die TU. Da sich Forschungsarbeiten bislang häufig an Großunternehmen orientieren würden, hätten kleine und mittlere Unternehmen oft Schwierigkeiten, exakt an ihre Bedürfnisse angepasste Schichtsysteme zu finden und grundlegende Fragestellungen von der Wissenschaft schnell und befriedigend bearbeiten zu lassen. Die Einrichtung der Stiftungsprofessur Elektrochemie und Galvanotechnik an der Technischen Universität Ilmenau ermöglicht eine solche Kooperation von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern in der Forschung einerseits und den industriellen Anwendern andererseits, betont die TU.

Wegen der langjährigen Erfahrung der TU Ilmenau auf dem Gebiet der Galvanotechnik hat der Zentralverband Oberflächentechnik die Stiftungsprofessur in Ilmenau angesiedelt. Sie wird seit dem 1. August durch Prof. Andreas Bund vertreten und soll in gemeinsamen Projekten Forschungsergebnisse liefern, die für die gesamte mittelständisch dominierte Branche der Oberflächentechnik von Nutzen sein werden. Der an der TU Ilmenau einzurichtende Masterstudiengang Elektrochemie und Galvanotechnik wird von der Universität und dem Zentralverband Oberflächentechnik gemeinsam getragen und ist bundesweit einzigartig. Er wird sowohl Studierenden im Hauptstudium als auch berufsbegleitend angeboten.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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