27.10.2010

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Mehr Liebe und Assistenzsysteme im Passat

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Mit viel Liebe zum Detail und neuen Assistenzsystemen hat Volkswagen den Passat in die siebte Generation geschickt. In Barcelona konnten Journalisten aus Deutschland, Rumänien und der Slowakei, aber auch aus Taiwan und Singapur am Wochenende des 22. und 23. Oktober 2010 den Nachfolger des B6 auf ersten Fahrten durch Stadt und Land testen. Die Weiterentwicklung B7 (ATZonline berichtete) geht klar in Richtung mehr Luxus und Höherpositionierung. So hat man der Limousine und dem Kombifahrzeug Variant - geht zeitgleich an den Start - viele neue oder verbesserte Assistenz-, Sicherheits- sowie Komfortsysteme gegönnt, wie sie bisher nur in der Oberklasse (Phaeton) verwendet wurden. Der B7 ist zwar kein ganz neues Fahrzeug, aber doch weit mehr als ein Facelift des von 2005 bis 2010 produzierten B6. Die Außenabmessungen haben sich so gut wie nicht geändert. Karosserie- und Fahrwerksteile wurden nur dort angepasst, wo es für das neue Design nötig war.

Erstmals wird im Segment der oberen Mittelklasse eine Müdigkeitserkennung angeboten, bei der der Fahrer akustisch und optisch gewarnt wird, eine Pause einzulegen. Gemessen wird die Müdigkeit über nachlassende Bewegungen an Lenkrad und Pedalen im Vergleich mit dem Verhalten zu Fahrtbeginn.

Die automatische Distanzregelung ACC des Phaeton wurde für den Passat um eine Stadt-Notbremsfunktion erweitert. Wie Ingo Meinke, verantwortlich für dieses System, ausführte, ist die Funktion auf Basis einer Software-Algorithmus-Eigenentwicklung unterhalb von 30 Kilometer pro Stunde aktiv und bremst den Wagen automatisch bis zum Stillstand vor einem Hindernis ab, um einen Auffahrunfall zu mindern oder ganz zu vermeiden. Es ähnelt dem City-Safety-System von Volvo und Continental. Neu ist zudem, dass das ACC schon dann das Fahrzeug zum Einfädeln auf die Überholspur beschleunigen lässt, wenn der Blinker gesetzt wird. Front Assist (als "wacher Beifahrer mit eigenem Bremspedal" zwischen 30 und 200 Kilometer pro Stunde durch Vorkonditionieren der Bremsanlage), Dynamic Light Assist (Dauerfernlicht blendet nicht mehr den Gegenverkehr) und Side Assist (Toter-Winkel- und Spurwechselassistent) runden die Vielzahl der "kleinen Helferlein" ab.

Das Design wurde neu interpretiert. Hier zeigt der Frontbereich klare Parallelen zum Phaeton mit seinen vier markanten chromfarbenen Querspangen im Kühlergrill. Die kleineren Modelle bei VW haben nur zwei Spangen. An den eleganteren Scheinwerfern verschwanden die "Tränensäcke". Das Heck wird von dominanten roten Leuchten bestimmt, die nun bis in die Kotflügel herumgezogen wurden. Im Dunkeln leuchten sie in markanter "M"-Form auf.

Die Detailliebe zeigt sich zum Beispiel in einer innovativen Gepäckraumabdeckung, wenn man die Hände voll hat. Tippt man die Abdeckungsplatte mit dem Ellbogen leicht an, "flutscht" sie zirka 20 Zentimeter nach hinten, tippt man noch mal, rutscht sie noch einen Schritt zurück, bis sie beim nächsten Anstoßen ganz verschwindet. Genau so simpel wie praktisch ist das System Easy Open, wenn man zwei Rioja-Weinkisten verstauen möchte. Mit einem Tritt unter den Stoßfänger (bitte nicht berühren), lässt sich die Kofferraumklappe öffnen, ohne auf den Funkschlüssel zu drücken, wie Olaf Stindl, Technische Entwicklung Ausstattung, und Klaus-Dieter Schrader, Technische Entwicklung Fahrerassistenzsysteme, an der Relaisstation in den Bergen Barcelonas erklärten. Es reicht, wenn der Schlüssel in der Hosentasche steckt und dort vom Fahrzeug erkannt wird. Möglich macht dies ein kapazitiver Sensor, der im Stoßfänger sitzt und die typische Fußbewegung detektiert. Eine vorbeilaufende Katze könne die Klappe nicht zum Öffnen bringen. Volkswagen denkt darüber nach, diesen Sensor durch die Ultraschallsensoren der Einparkhilfe zu ersetzen.

Bei den Testfahrten positiv überrascht hat der flott zu fahrende Erdgasantrieb des Passat. Eines der saubersten Modelle seiner Klasse ist der Passat Eco-Fuel: Mit der neuen Version wurde ein Durchschnittsverbrauch von 6,6 Kubikmeter Erdgas pro 100 Kilometer ermittelt (Variant: 6,7 Kubikmeter pro 100 Kilometer); das entspricht einer CO2-Emission von nur 117 Gramm pro Kilometer (Variant: 119 Gramm pro Kilometer) und einer Verbrauchsreduzierung von 0,4 Kubikmeter. Dank doppelter Aufladung via Turbo und Kompressor (Twincharger) gilt der Passat EcoFuel als eines der sportlichsten Erdgasfahrzeuge weltweit. Die Limousine ist 214 Kilometer pro Stunde schnell und beschleunigt in 9,8 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde; die entsprechenden Werte für den Variant betragen 212 Kilometer pro Stunde und 9,9 Sekunden.

Die ATZ wird im Dezemberheft ausführlich über die technischen Höhepunkte des Passat berichten, der seit 1973 weltweit 15 Millionen Mal verkauft wurde. Der neue B7 wird in Emden und Zwickau vom Band rollen.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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