02.12.2010

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Der neue Audi A6: Karosserie, Fahrwerk und Sicherheitssysteme

Der neue Audi A6 kommt im Frühjahr 2011 mit fünf Motoren von 130 Kilowatt bis 220 Kilowatt in den Handel. Mithilfe der Kombination unterschiedlicher Materialien baut die Karosserie sehr leicht, die Bedienung des Wagens ist trotz ihrer Funktionsfülle einfach und das Programm an Assistenz- und Multimedia-Systemen ist breit gefächert. Die Motoren hat ATZonline bereits in einem ersten Teil vorgestellt. Im Frühjahr 2011 soll übrigens ein ATZextra zum neuen Audi A6 erscheinen, in dem das Fahrzeug von allen Seiten beleuchtet wird. In diesem zweiten Teil beschäftigt sich ATZonline jedoch erst einmal mit der Karosserie, dem Fahrwerk sowie den Sicherheitssystemen.

Der Aufbau des neuen Audi A6 ist leicht, sicher und fest. Der Automobilhersteller aus Ingolstadt kombiniert verschiedene Materialien miteinander. Aufgrund der Stahl-Aluminium-Mischbauweise wiegt die Karosserie etwa 15 Prozent weniger als eine konventionelle Stahlkonstruktion. Der A6 2.0 TDI mit 130 Kilowatt bringt leer 1575 Kilogramm auf die Waage (ohne Fahrer). Aluminium-Komponenten haben mehr als 20 Prozent Anteil an der Karosserie. Bei den Federbeinaufnahmen im Vorderwagen handelt es sich um Gussteile, bei den Streben im Motorraum und den Querträgern hinter den Stoßfängern um Profile aus diesem leichten Material. Sämtliche Anbauteile wie die vorderen Kotflügel, die Motorhaube, die Heckklappe und die Türen, aber auch die Trennwand und der Querträger im Kofferraum bestehen aus Aluminiumblech. Eine tragende Rolle spielen auch die verwendeten Highend-Stähle. An ihrer Spitze stehen die formgehärteten Stähle, die ihre extreme Festigkeit durch einen Temperatursprung während des Pressvorgangs erhalten. Sie finden sich in einigen Bereichen der Passagierzelle und an ihrem Übergang zum Vorderwagen. In vielen Bereichen sind tailored blanks im Einsatz - unterschiedlich starke Bleche, die in den höher belasteten Zonen dicker und fester sind.

Der neue Audi A6 ist 4,92 Meter lang und hat 2,91 Meter Radstand. Seine Breite beträgt 1,87 Meter, seine Höhe 1,46 Meter. Im Vergleich mit dem Vorgängermodell baut er einige Millimeter kürzer und niedriger, in der Breite. Vor allem im Radstand hat er jedoch zugelegt.

Mithilfe einer ausgefeilten Aeroakustik und einer aufwändigen Dämmung liegt der Geräuschpegel im Innenraum auch bei schneller Autobahnfahrt niedrig. Der Schwingungskomfort resultiert aus der aufwändigen Abstimmung aller Komponenten, einer konsequenten hydraulischen Dämpfung in der Achsen- und Triebwerkslagerung sowie aus der hochsteifen Karosserie. Der aerodynamische Feinschliff, der auch den verkleideten Unterboden und die Durchströmung des Motorraums einbezieht, sorgt für einen, im Vergleich zum Vorgänger, nochmals verbesserten cw-Wert von 0,26 in der Basisversion. Die Stirnfläche des neuen Audi A6 misst 2,3 Quadratmeter.

Das Fahrwerk des neuen Modells bringt sportliche Präzision mit souveränem Komfort zusammen, erklärt der Automobilhersteller. Die Radlenker und viele weitere Komponenten bestehen aus leichtem Aluminium. Je fünf Lenker führen die Vorderräder, im Heck arbeitet eine spurgesteuerte Trapezlenker-Hinterachse. Die neu entwickelte Servolenkung hat einen elektromechanischen Antrieb und soll hocheffizient agieren. Das Maß ihrer Unterstützung richtet sich nach der Geschwindigkeit. Die Lenkung ist mit einem Verhältnis von 16,1 zu 1 direkt übersetzt und liefert ein fein differenziertes Feedback von der Straße. Sie kooperiert eng mit dem optionalen Assistenzsystem Audi Active Lane Assist und erweist sich auch beim Bremsen auf einseitig griffigem Untergrund als hilfreich: Die Lenkimpulse, die sie dort gibt, erleichtern es dem Fahrer, in die richtige Richtung zu steuern.

Serienmäßig gibt der Hersteller dem neuen A6 eine Stahlfederung mit, die hohen Abrollkomfort gewährt; alternativ steht ein Sportfahrwerk sowie ein S-Line-Sportfahrwerk der Quattro GmbH bereit. Optional ist auch die Luftfederung mit vier elektronisch geregelten Stoßdämpfern erhältlich. Die Adaptive Air Suspension ist neu entwickelt - an der Vorderachse arbeiten Federbeine, im Heck getrennte Luftfedern und Dämpfer. Das System justiert die Höhenlage der Karosserie auf drei Niveaus. Auf der Autobahn legt es den Aufbau tiefer, was die Stabilität steigert und den Kraftstoffverbrauch verringert.

Zu den Highend-Lösungen des neuen Fahrzeugs gehört auch das Fahrdynamiksystem Audi Drive Select. In seiner Serienversion greift es auf das Motormanagement, die Servolenkung und die Klimaautomatik zu. Die Arbeitsweise dieser Systeme lässt sich in fünf Stufen steuern - "Comfort", "Auto", "Dynamic", "Individual" und "Efficiency". Für alle TFSI- und TDI-Modelle wird auf der "Efficiency"-Betriebsebene eine verbrauchsoptimierte Fahrweise durch eine angepasste Charakteristik verschiedener Fahrzeugsysteme unterstützt. Etwas später folgen das Sportdifferenzial und die Dynamiklenkung, die ihre Übersetzung nach dem gefahrenen Tempo variiert.

Das Sicherheitspaket des neuen Fahrzeugs umfasst je zwei Front-, Seiten- und Kopfairbags, vier Gurtstraffer und das integrale Kopfstützensystem von Audi. Das optionale Bluetooth-Autotelefon online verbindet die Business-Limousine mit dem Internet; als Partner fungiert dabei der Dienstleister Google. Ein Universal-Mobile-Telecommunications-System (UMTS)-Modul holt aktuelle News, Wetter- und Reise-Infos ins Auto, zudem bringt es Bilder und Infos von Google Earth auf den Monitor und spielt sie mit der Navigationsroute zusammen. Ein W-Lan-Hotspot stellt den Kontakt zu mobilen Endgeräten an Bord her. Der Fahrer kann alle Dienste mit seinem Handy-Vertrag nutzen; die Abrechnung läuft über seine SIM-Karte, die in vielen Fällen bereits mit einer Flat-Rate ausgestattet ist.

Die Neuerung der Man-Machine-Interface (MMI)-Navigation-Plus ist jedoch das Touchpad, das MMI-Touch. Mit ihm kann der Fahrer viele Funktionen komfortabel und intuitiv ausführen - die Ziffern von Telefonnummern und die Buchstaben des Navigationsziels mit dem Finger schreiben oder in Listen und Karten scrollen. Sein Blick kann dabei auf der Straße bleiben, weil das System jede Eingabe akustisch quittiert. Das MMI-Touch erkennt auch die Zeichen aus asiatischen Sprachen. Wenn der Fahrer das Touchpad nicht zur Eingabe braucht, wird es auf eine Radio-Tastatur mit sechs Stationstasten umgeschaltet. Die MMI-Navigation-Plus im neuen A6 arbeitet in enger Vernetzung mit den optionalen Assistenz- und Sicherheitssystemen. Die Daten der Route kommen den Steuergeräten der Scheinwerfer, des Automatikgetriebes und der Adaptive Cruise Control mit Stopp-and-Go-Funktion zugute. Dadurch können diese Systeme komplexe Szenarien erkennen und den Fahrer vorausschauend unterstützen.

Das Sicherheitssystem Audi Pre Sense steht in verschiedenen Ausbaustufen bereit. In vielen Situationen kann es Unfälle und ihre Folgen mindern oder sogar ganz vermeiden, indem es den Fahrer warnt und die Limousine im Notfall mit zunehmender Stärke abbremst. Zugleich schließt das System die Fenster und das Schiebedach, zieht die Gurte an, aktiviert die Warnblinkanlage und strafft die Dämpfer der optionalen Adaptive Air Suspension. Audi Pre Sense Front arbeitet in enger Abstimmung mit der Adaptive Cruise Control (ACC) mit Stopp-and-Go-Funktion. Die radarbasierte Abstandsregelung beschleunigt den neuen A6 und verzögert ihn in gewissen Grenzen. Sie nutzt die Signale von zwei Radarsensoren, einer Videokamera und den Ultraschallsensoren; sie bezieht Navigationsdaten mit ein und wertet viele weitere Informationen aus. Der Einsatzbereich der ACC Stopp-and-Go reicht vom Rollen im Stadtverkehr bis zur Höchstgeschwindigkeit; ihre Arbeitsweise lässt sich fein steuern.

Der neue Audi Active Lane Assist unterstützt den Fahrer ab 60 km/h Geschwindigkeit dabei, den A6 ruhig auf Kurs zu halten. Eine Kamera erkennt die Linien auf der Fahrbahn. Wenn die Limousine auf eine von ihnen zufährt, steuert das System sie durch einen sanften Eingriff in die Lenkung zurück. Der Audi Side Assist beobachtet ab 30 km/h Geschwindigkeit den Bereich hinter der Limousine per Radar und sichert auf diese Weise den Spurwechsel ab. Die Tempolimitanzeige erkennt wichtige Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeigt sie im FIS-Display oder im Head-up-Display. Der Nachtsichtassistent arbeitet mit einer Wärmebildkamera. Er projiziert seine Schwarzweiß-Bilder auf das FIS-Display und markiert dabei Personen, die er vor dem Fahrzeug erkennt. Wenn er eine potenziell gefährliche Situation annimmt, markiert er die Person rot.

Die Auslieferung des neuen Audi A6 beginnt im Frühjahr 2011.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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