10.12.2010

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BTU Cottbus forscht für die Fabrik der Zukunft

Forschung für die Fabriken von morgen: So lautet das Ziel zweier neuer Forschungsprojekte an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus. Möglich werden sie mit der finanziellen Unterstützung der Europäischen Kommission in Höhe von 700.000 Euro. Das teilte die BTU nun mit. Die Forschungsprojekte tragen die Namen Comet und E-Custom.

Ziel des Vorhabens Comet ist die Nutzbarmachung von Industrierobotern für hochpräzise Fertigungsaufgaben. So müsse zum Beispiel zum Fräsen derzeit noch auf teure Spezialmaschinen zurückgegriffen werden. Durch den Einsatz der preiswerteren und universell einsetzbaren Roboter sollen die Kosten für die automatisierte Produktion gesenkt und gleichzeitig die Flexibilität der Fertigungsanlagen erhöht werden, erklärt die BTU. Bisher würden drei Aspekte entsprechende Anwendungen von Industrierobotern verhindern: die ungenügende absolute Positioniergenauigkeit, die Unfähigkeit in Echtzeit auf sich ändernde Prozesszustände zu reagieren und der Mangel an zuverlässigen Programmier- und Simulationswerkzeugen, mit deren Hilfe sich ein sicherer und effektiver Produktionsanlauf gewährleisten lässt. All diese Beschränkungen sollen mittels eines mehrstufigen Ansatzes überwunden werden. Ziel ist die Entwicklung einer modularen Fertigungszelle, die sich an die Ansprüche verschiedener Produktionsbereiche anpassen lässt. Diese Zelle soll die Nachfrage der Industrie nach kosteneffektiven, flexiblen und verlässlichen Fertigungslösungen abdecken, heißt es weiter. Geplante Anwendungsgebiete sind unter anderem der Werkzeugbau sowie die Automobil- und Luftfahrtindustrie.

Die Arbeit an den Modulen der Fertigungszelle wurde auf einzelne Arbeitspakete aufgeteilt. Der Lehrstuhl Automatisierungstechnik übernimmt die Leitung eines dieser Arbeitspakete, sowie die technische Koordination des Gesamtprojektes. In den Laboren des Lehrstuhls Automatisierungstechnik werden ein Teil der notwendigen Experimente durchgeführt. Dabei werden das Konzept und seine Ziele anhand von realen Robotern und Maschinen überprüft. Das Comet-Projekt wird in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren von 14 Partnern aus der Industrie und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen bearbeitet und verfügt über ein Budget von acht Millionen Euro, davon sind 5,3 Millionen Euro Fördermittel der Europäischen Kommission. Der Lehrstuhl Automatisierungstechnik erhält rund eine halbe Millionen Euro.

Das Projekt E-Custom beschäftigt sich mit der Frage, wie der Wandel von der Massenproduktion hin zur kundenindividuellen Fertigung bewältigt werden kann. Neue Technologien würden schon längst die Entwicklung individueller Produkte sowie deren Produktion und Vertrieb auf breiter Basisermöglichen, erklärt die BTU. Darauf aufbauend sollen Lösungen entwickelt werden, um die Kunden, aber auch Zwischenhändler und Zulieferer, stärker in Entscheidungsprozesse zum Produktentwurf und der Auswahl der Fertigungstechnologien einzubinden sowie die Fertigung in den verschiedenen Produktionsstätten effizient zu steuern. Der Informationsaustausch soll über ein webbasiertes System stattfinden, über das zusätzlich der ökologische Fußabdruck der gewählten Produktvarianten berechnet werden kann. Auf diese Weise kann jeweils die umwelt- und ressourcenschonendste Fertigungsvariante ausgewählt werden, heißt es. Der Projektzeitraum für E-Custom erstreckt sich über drei Jahre. Das Konsortium des mit 4,4 Millionen Euro geförderten Projektes besteht aus insgesamt elf Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Der Lehrstuhl von Prof. Berger erhält rund 200.000 Euro.

Über die Beteiligung an diesen Forschungsprojekten können für die Dauer der Projekte drei akademische Mitarbeiterstellen am Lehrstuhl Automatisierungstechnik geschaffen werden.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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