23.12.2010

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Audi Unfallforschung plant Forschungskooperation mit AO-Foundation

Für den Bereich der medizinischen Unfallanalyse plant die Unfallforschung der Audi AG eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO-Foundation), einer weltweiten Vereinigung von Unfallchirurgen. Die international tätigen Mediziner befassen sich mit der operativen Versorgung von Knochenbrüchen und anderen Knochenverletzungen wie etwa mit Implantaten. "Der Austausch mit der AO-Foundation wird sehr wertvoll für die Entwicklung von Sicherheitssystemen in unseren Modellen", erklärt Dr. Miklos Kiss, Koordinator in der Unfallforschung der Automobilherstellers aus Ingolstadt.

Die AO-Foundation wurde 1959 in der Schweiz gegründet und hat ihren Sitz in Davos. Aktuell unterhält die Non-Profit-Organisation Forschungsräume und Labors für zirka 200 Wissenschaftler. Die Forschung konzentriert sich auf biomechanische Themen und die Entwicklung und Erforschung innovativer Implantate, die helfen, Eingriffe klein zu halten.

Seit nun mehr zwölf Jahren untersucht die Audi Unfallforschung unter dem Namen Audi Accident Research Unit Verkehrsunfälle (AARU). Neben der technischen Seite analysiert das interdisziplinäre Expertenteam auch medizinische und psychologische Aspekte, erklärt das Unternehmen. In gemeinsamen Fallbesprechungen untersuchen die beteiligten Disziplinen Unfälle von der Ursache über den Hergang bis zu den Folgen. Die Ergebnisse fließen in kodierter und anonymisierter Form in eine Datenbank ein. So stehen die Untersuchungsergebnisse für weitere Auswertungen, Statistiken, Analysen und spezielle Anfragen zur Verfügung.

Die AARU ist eine Forschungsgemeinschaft zwischen dem Klinikum der Universität Regensburg, dem bayerischen Innenministerium und dem Automobilhersteller. Die Wissenschaftler untersuchen Verkehrsunfälle mit dem Ziel, den jeweiligen Unfallhergang zu verstehen, die allgemeine Verkehrssicherheit zu steigern und die Erkenntnisse in die Entwicklung neuer Modelle des Herstellers, beispielsweise für Assistenzsysteme, einfließen zu lassen. Die Unfallforschung verfügt über ein Team von Ingenieuren, das sich nach einem Verkehrsunfall mit der Rekonstruktion des Unfalls und der Dokumentation der Schäden an den Fahrzeugen beschäftigt. Pro Fahrzeug werden dafür über 400 Bilder angefertigt und zirka 1300 technische Datenbankeinträge vorgenommen.

Auch dem medizinischen Aspekt widmet die AARU in ihrer Unfallanalyse Aufmerksamkeit. Die Mediziner analysieren die Verletzungsmuster sowie Heilungsverläufe. Bis zum kompletten Abschluss eines Falles können je nach Verletzungsschwere und Heilungsverlauf mehrere Monate vergehen. Für jeden Unfallbeteiligten wird eine Übersicht mit allen Verletzungen angefertigt. Die Verletzungen werden nach ihrer Schwere und nach möglichen Spätfolgen kodiert. Ein Team aus Psychologen interviewt alle Unfallbeteiligten, um zu erfahren, was diese subjektiv erlebt haben, wie die Beteiligten die Situation wahrgenommen haben und welche Strategien sie verfolgt haben, um den Unfall zu verhindern.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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