12.01.2011

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Ford elektrifiziert den Focus

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Es ist eine Serienversion, die ohne Verbrennungsmotor auskommt und zum Flaggschiff der schnell wachsenden Flotte von Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und rein batterieelektrisch angetriebenen Modellen werden soll, die die Ford Motor Company bis zum Jahr 2013 in Nordamerika und Europa auf den Markt bringen wird. Der neue Ford Focus Electric. Und dieses Flaggschiff hat das US-amerikanische Unternehmen nun vorgestellt. Gezeigt wird das Fahrzeug derzeit auf der North American International Auto Show (Naias) in Detroit. Bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 soll das neue batterieelektrisch betriebene Fahrzeug auf den Markt kommen.

Das neue Modell soll mit seiner Energie-Effizienz überzeugen, zugleich aber auch Fahrspaß bieten. So übernimmt er zum Beispiel die elektrische Servolenkung, die dynamischen Fahreigenschaften und das direkte Bremsgefühl von seinen sportlich ausgelegten Schwestermodellen mit Verbrennungsmotor. Dies trifft auch auf das Temperament zu: Das mit einem Eingang-Getriebe gekoppelte Elektroaggregat spricht ebenso unmittelbar wie sanft auf Beschleunigung-wünsche an. Als Höchstgeschwindigkeit sind bis zu 136 km/h realisierbar. Gleichzeitig stellt sich durch die Aerodynamik sowie die Abwesenheit eines Diesel- oder Benzinantriebs und dem Wegfall der damit verbundenen Betriebsgeräusche ein leises und komfortables Fahrerlebnis ein.

Pro Batterieladung bietet das Fahrzeug eine Reichweite, die den täglichen Fahrgewohnheiten normaler US-amerikanischer und europäischer Nutzer mehr als genügt, heißt es. In puncto Verbrauchsäquivalent soll er laut Unternehmen ein besseres Ergebnis als der Chevrolet Volt erreichen. Ein kompletter Ladezyklus an einer konventionellen 240-Volt-Steckdose ist nach Unternehmensangaben nach drei bis vier Stunden abgeschlossen. Als Energiespeicher kommen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz, die Ford in Kooperation mit dem Zulieferer LG Chem entwickelt hat. Um ihre Langlebigkeit und uneingeschränkte Leistungsfähigkeit - die sich unmittelbar auf die Reichweite des Elektrofahrzeug auswirkt - sicherzustellen, werden sie über ein Flüssigkeitssystem je nach Bedarf gekühlt oder aufgeheizt. Dieses thermische Management, dass die Akkus unabhängig von externen Bedingungen in dem für eine einwandfreie Funktion optimalen Temperaturfenster hält, ist für stromgetriebene Fahrzeuge von entscheidender Bedeutung, betont der Hersteller.

Die Lithium-Ionen-Batterie-Module des Fahrzeugs lassen sich einfach an der empfohlenen 240-Volt-Ladestation laden, die separat erhältlich sein wird. Zudem lässt sich das serienmäßig mitgelieferte Ladekabel an einen haushaltsüblichen 120-Volt-Kontakt anschließen. Einmal angeschlossen, konvertiert ein bordeigener Spannungswandler den ankommenden Wechselstrom in Gleichstrom, um die flüssigkeitsgekühlten und -beheizten Akku-Packs aufzuladen. Prognosen besagen, dass Besitzer dieses neuen Autos das Fahrzeug pro Tag zweimal oder noch öfter zum Wiederauf- oder Nachladen an ein Stromnetz anschließen werden. Auch aus diesem Grund hat der Automobilhersteller in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten Yazaki einen fünfpoligen Stecker entwickelt, der dem aktuellen Industriestandard entspricht und das Verbinden mit der Powerstation ergonomisch einfach, sicher und zuverlässig gestaltet. Sobald das Verbindungskabel mit dem Stromanschluss des Fahrzeugs verbunden wird, läuft ein Lichtband zweimal rund um den Stecker und zeigt auf diese Weise den korrekten Anschluss an. Die Leuchtsegmente markieren den Ladefortschritt. Ist der Kreis geschlossen, ist der Ladevorgang vollständig abgeschlossen und die Batterien sind zu 100 Prozent geladen.

Zudem verfügt das Fahrzeug über eine Reihe von Fahrer-Informationssystemen, die helfen, den Ladeprozess zu organisieren, den ökologisch sinnvollsten und in puncto Energieverbrauch günstigsten Weg zu finden, den aktuellen Ladezustand der Batterien auch aus der Ferne zu überwachen und die Reichweite des Fahrzeugs durch effiziente Fahrweise zu optimieren. Zu diesen Funktionen, die speziell für das Fahrzeug entwickelt wurden, zählt auch das My-Ford-Touch-Informations- und Bediensystem. Es soll beispielsweise mit einer fortschrittlichen Darstellung von Parametern wie Batterie-Ladezustand, die verfügbare Reichweite sowie die Entfernung bis zum nächster Ladestation überzeugen. Das hiermit korrespondierende My-View-System ermöglicht sogar den Zugang zu nochmals präziseren und umfangreicheren Daten wie zum Beispiel dem aktuellen Energieverbrauch der Klimaanlage - der schließlich die nutzbare Reichweite beeinflussen kann.

Das neue Modell besitzt ein graphisches Element zur Visualisierung einer besonders energiesparenden Fahrweise im rechten Display der Instrumententafel. Diese Anzeige stellt die Reichweite, die über die Distanz zur nächsten Ladestation hinaus zur Verfügung steht, in Form stilisierter Schmetterlinge dar. Je mehr Schmetterlinge zu sehen sind, desto effizienter ist der Umgang mit dem Elektrofahrzeug und desto größer die vorhandene Reichweite. Die Entwickler ließen sich laut Hersteller zu dieser Darstellung von dem in der Wissenschaft bekannten "Butterfly-Effect" inspirieren. Eine kleine Veränderung, wie hier der Wechsel zu einem rein elektrisch betriebenen Fahrzeug, könne in einen enormen Effekt münden. Auf diese Weise trete der positive Effekt, den diese Antriebstechnologie auf die Umwelt hat, besonders augenscheinlich in den Vordergrund. Um diese Botschaft auch mit Fakten zu untermauern, zeigt das rechte Display am Ende einer Fahrt genaue Analysen zur zurückgelegten Entfernung. Zudem präsentiert es die zusätzlich durch die Bremsenergie-Rückgewinnung eroberten Kilometer, die verbrauchte Energie und die durch den Elektroantrieb eingesparten Liter an fossilen Energieträgern.

Bestandteil der Informationsoffensive an Bord des neuen Fahrzeugs ist auch das My-Ford-Navigationssystem mit acht Zoll großem Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts. Es wurde an die speziellen Anforderungen der Elektromobilität angepasst. So lassen sich neben Reisezielen auch Ladestationen festlegen. Und der Navigator weist nicht nur den Weg dorthin, sondern gleicht zudem noch die zurückzulegende Entfernung auch mit der verbliebenen Reichweite der Batterieladung und der aktuellen Fahrweise ab. Gerät der avisierte Fahrplan angesichts der noch zur Verfügung stehenden Energie ins Wanken, warnt das System rechtzeitig vor und gibt Tipps auf Basis der hinterlegten Eco-Route-Option, wie das Ziel doch noch zu erreichen wäre.

Kostensparend wirkt sich die so genannte Value-Charging-Funktion des neuen Modells aus. Dieses microsoftbasierte System lädt die Batterien des stromgetriebenen Fahrzeugs genau dann auf, wenn die im Netz verfügbare Energie besonders preiswert ist - also abseits Nachfragespitzen. Dies senke die Stromrechnung des Kunden, helfe aber auch den Stromversorgern, erklärt das Unternehmen.

Gemeinsam mit seinen diesel- und benzinbetriebenen Schwestermodellen - die auf der Naias 2010 Weltpremiere feierten - basiert der neue Ford Focus Electric auf der globalen C-Segment Fahrzeug-Architektur von Ford. Die für den nordamerikanischen Markt vorgesehenen Einheiten rollen im Michigan Assembly Plant in Wayne (Michigan) vom Band, einer Fertigungsanlage, die einen Teil ihres Strombedarfs aus einem der größten Solarkraftwerke der USA bezieht. Wo die europäischen Exemplare des Ford Focus Electric produziert werden, soll in Kürze entschieden werden. Das neue Elektrofahrzeug ist eines von fünf neuen Fahrzeugen, die zur Elektrifizierungsstrategie des Herstellers gehören. Als erstes Serienmodell hat die Auslieferung des Transit Connect Electric in Nordamerika bereits Ende vergangenen Jahres begonnen. Seine Markteinführung in Europa ist für die zweite Jahreshälfte 2011 geplant.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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