24.01.2011

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Sartre-Projekt: Erste autonome Kolonnen-Testfahrten

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Ziel des Projektes namens Sartre ist es, Techniken für das eigenständige Fahren von Automobilen im Kolonnenverkehr auf Schnellstraßen zu entwickeln, ATZonline berichtete. Nun sind für das Sartre-Projekt - Sartre steht übrigens für Safe Road Trains for Environment - erste Kolonnen-Tests auf der Volvo-Versuchsstrecke in Göteborg (Schweden) durchgeführt worden.

Im ersten Praxistest wurde nun die notwendige Hardware in zwei Fahrzeuge installiert, eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug implementiert und eine Vielzahl von Sensoren eingebaut. In diesen ersten Tests folgte ein Automobil einem Führungsfahrzeug. Das Lenkrad des folgenden Pkw bewegte sich von alleine währen der Wagen problemlos dem Führungstruck folgte, teilte das Sartre-Konsortium mit. Der Fahrer habe Kaffee trinken und Zeitung lesen können und habe weder Hand noch Fuß benutzen müssen, um das Fahrzeug zu steuern, berichtet das Sartre-Konsortium.

"Wir freuen uns, dass die unterschiedlichen Systeme schon bei den ersten Fahrtests so gut miteinander gearbeitet haben", sagt Erik Coelingh, Technik-Experte bei der Volvo Car Corporation. "Schließlich kamen die Systeme von sieben verschiedenen Partnern aus vier Ländern. Die extremen winterlichen Bedingungen führten dazu, dass wir im Bereich der Kameras und der Kommunikation der Systeme untereinander ein paar Extraschichten einlegen mussten", fügt er hinzu. "Auf jeden Fall waren diese ersten Praxistests ein großer Schritt vorwärts für das gesamte Vorhaben", ergänzt Tom Robinson von Ricardo UK Ltd. und gleichzeitig Koordinator des Gesamtprojektes. "Sartre zeigt auf, wie in Zukunft Fahrzeuge eigenständig im Kolonnenverkehr fahren können", zeigt er sich vom Erfolg überzeugt.

Das Sartre-Projekt, das seit einem guten Jahr betrieben wird, ist auf insgesamt drei Jahre angelegt. In dieser Zeit sollen Kolonnen-Techniken entwickelt werden, die den Verkehrsfluss verbessern, Fahrzeiten verkürzen, Fahrern größeren Komfort bieten, Unfälle verhindern und sowohl Treibstoffverbrauch als auch CO2-Emissionen reduzieren sollen. Für dieses Jahr sind verschiedene Arbeitsphasen angesetzt und im kommenden Jahr 2012 soll das Konzept an einer aus fünf Fahrzeugen bestehenden Kolonne, die in der Lage sind, untereinander zu kommunizieren, vorgeführt werden.

Mithilfe der neuen Technik könnten schon in naher Zukunft Fahrzeuge eigenständig im Kolonnenverkehr fahren, heißt es . In der Praxis soll eine Kolonne durch ein so genanntes Führungsfahrzeug angeführt werden. Die anderen Teilnehmer sind durch Sensoren untereinander und mit dem Führungsfahrzeug verbunden. Sie sind mit einem Navigationssystem sowie einer Sender- beziehungsweise Empfängereinheit ausgerüstet, mit deren Hilfe sie mit dem Führungsfahrzeug kommunizieren. In der Kolonne fahren diese Automobile vollkommen autonom, so dass der jeweilige Fahrer problemlos ein Buch lesen, Kurznachrichten schreiben oder gar ein Nickerchen machen könnte. Die Fahrzeuge sind mit modernen Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet, mit deren Hilfe die Fahrzeuge selbsttätig Gas geben und bremsen sowie die Lenkung bedienen - Funktionen, die schon heute zumindest teilweise realisiert sind. Sobald sich der jeweilige Fahrer seinem individuellen Ziel nähert, übernimmt er wieder selbst das Steuer und schert aus der Kolonne aus. Die anderen Fahrzeuge rücken automatisch auf.

Das Projekt wird durch die Europäische Kommission teilfinanziert und umfasst Kooperationen zwischen folgenden teilnehmenden Firmen: Idiada und Robotiker-Tecnalia (Spanien), Institut für Kraftfahrwesen (IKA) Aachen (Deutschland), SP Technical Research Institute aus Schweden sowie Volvo Car Corporation and Volvo Technology, Schweden. Das Projekt soll aufzeigen, wie der Einsatz von Kolonnen zu Verbesserungen im Hinblick auf Umwelt, Sicherheit und Verkehrsdichte führen kann. Die erwartete Kraftstoffreduzierung bei Kolonnenfahrten auf Schnellstraßen liegt bei 20 Prozent, erklärt das Konsortium. Sicherheitsvorteile entstehen durch weniger Unfälle, die zum Beispiel durch Unkonzentriertheit oder Übermüdung der Fahrer verursacht werden. Die Frequentierung vorhandener Straßenkapazitäten wird ebenfalls gesteigert, woraus eine Verringerung der Reisezeit resultiert. Darüber hinaus wird die Fahrt für die Teilnehmer einer Kolonne reibungsloser, besser kalkulierbar und preiswerter sein, heißt es.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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