04.02.2011

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
BOOKMARK
RSS-Feed
NEWSLETTER

Edag - Light Car Sharing: Reine Mobilität auf Zeit

    » BILDERGALERIE
Ein Fahrzeugkonzept für vernetzte Mobilität: Dafür steht das neu entwickelte Edag - Light Car Sharing. Es ist ein elektroangetriebenes Fahrzeug, das jeder mieten kann, aber keiner kaufen muss. Für den diesjährigen Automobilsalon in Genf haben die Entwickler der Edag Group dieses grundlegend neue Mobilitätskonzept entwickelt. Es soll die bisherigen Grenzen zwischen Individualverkehr und anderen Verkehrsträgern auflösen, um den Kunden eine zusätzliche Form von Mobilität zu bieten. Laut Entwicklungsunternehmen handelt es sich dabei um ein Fahrzeug, das dem Kunden immer dann Mobilität biete, wenn er sie benötige. Und nur für diesen Zeitraum müsse sie auch bezahlt werden. Zudem sei es ein Vehikel, das öffentlich zugänglich sowie selbsterklärend zu bedienen sei und in Großstädten die individuelle Nutzung nach wie vor ermögliche. Das Fahrzeug biete reine Mobilität und erlege nach Gebrauch keinerlei weitere Verpflichtungen auf. Dieser Wagen werde über die Einbindung von Internetdiensten intelligent in die Benutzung anderer Verkehrsmittel eingebunden.

Ausgelegt wurde das Konzept als so genanntes Sharing-Fahrzeuges. In Anlehnung an das Light-Car-Konzept aus dem Jahre 2009 wurde bei der Neuentwicklung der Ansatz übernommen, Licht als Gestaltungs- und Kommunikationselement auf der Karosserieoberfläche zu verwenden. Über Leuchtflächen auf der Kunststoffkarosse wird mit der Umgebung kommuniziert. Das Auto zeigt seinen Status deutlich sichtbar an. Ob es zu mieten ist oder bereits von einem anderen Kunden reserviert wurde, signalisiert das Konzept ebenso wie seine momentane Reichweite. Schließlich sehe das Fahrzeugkonzept einen Elektroantrieb vor. Das Batteriepaket ist crashsicher in einem Sandwichboden integriert. Die crashsichere Hauptbodengruppe basiert auf der Space-Frame-Struktur, die das Unternehmen speziell für Elektrofahrzeuge entwickelt und bereits im vergangenen Jahr vorgestellt hat, heißt es. Der Radnabenmotor ist nun allerdings einem frontgetriebenen Motor gewichen. Auch seien strukturseitig andere Technologie und Materialien zum Einsatz gekommen. Aus dem Space-Frame wurde für das neue Fahrzeugkonzept eine stebsttragende Karosserie modifiziert. Diese sieht für Interieur und Exterieur einen hohen Kunststoffanteil vor, erklärt das Unternehmen. Für das Konzeptauto ist vorgesehen, dass es mit 15 Batteriemodulen a zehn Zellen und einer Gesamtkapazität von 18,2 Kilowattstunden bestückt wird. Verwendet werden sollen LiFePO-Zellen (Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen). Die Nominalleistung des wassergekühlten, frontgetriebenen Elektromotors wird mit 30 Kilowatt angegeben, das Drehmoment mit 100 Newtonmeter. In weniger als sieben Sekunden soll das Fahrzeug aus dem Stand auf 60 km/h beschleunigen können. Je nach Ladeverfahren ist die Dauer der Ladezeit zu benennen. Mit einem 10 bis 22 Kilowatt Ladegerät (Charger) lasse sich eine Ladezeit von 1,5 Stunden bis hin zu 20 Minuten bewerkstelligen. Das Ladekonzept basiere auf dem System des induktiven Ladens, erklärt das Unternehmen.

Das Sharing-Konzept misst 1,90 Meter in der Höhe. Die Fahrzeughöhe wurde so angelegt, dass ein komfortabler Einstieg möglich sei. Der ungünstige cw-Wert des Wagens ist für ein Stadtfahrzeug eher eine zu vernachlässigende Größe, heißt es, ebenso wie die Reichweite und die Höchstgeschwindigkeit. Sie wurden bewusst auf 100 Kilometer und 100km/h ausgelegt, betont das Entwicklungsunternehmen.

Für die Außenhautteile sind Faserverbundwerkstoffe und leichte Kunststoffteile vorgesehen. Dort, wo es im Stadtgebiet mal zu Parkremplern kommen kann - wie beispielsweise an den Stoßfängern - werden stoßabsorbierende Kunststoff-Pads angebracht, die rückverformbar sind, erklärt das Engineering-Unternehmen. Schließlich ist das Karosseriekonzept auf eine Nutzung von deutlich über zehn Jahren ausgelegt, wird ergänzend hinzugefügt. Zudem wurde konsequent auf ein Modulkonzept für Exterieur- und Interieurteile gesetzt, die einen schnellen Austausch der dem Verschleiß unterliegenden Teile (zum Beispiel Cockpit, Sitze, Stoßfänger, Batterie und Anbauteile) gewährleisten. Basis ist die weiterentwickelte EDbase-Plattform, die die Gruppe im vergangenen Jahr speziell für die Anforderungen von E-Fahrzeugen im Sinne des "Purpose Design" entwickelt hatte.

Neben zwei Seitentüren mit einfachen Schiebefenstern steht den bis zu sechs Passagieren eine Heckeinstiegstür zur Verfügung. Durch die geteilte Hintertür können die Passagiere bequem einsteigen und auf einem der sechs Klappsitze Platz nehmen. Die Bestuhlung ist in zwei Dreiersitzreihen aufgeteilt, die in einer Rücken-an-Rücken-Formation platziert sind. Diese zentral in Höhe der B-Säule positionierte Sitzanlage übernimmt zudem Struktureigenschaften und ist zudem leichter als konventionelle Einzelsitze. Im Konzeptfahrzeug gibt es keine Ablageflächen oder aufwendige Türverkleidungen. Als einziges Anzeigeelement dient ein Display, das die rudimentären Informationen wie Geschwindigkeit, Ladezustand, Reichweite und Navigation zur Verfügung stellen. Heizung, Scheibenwischer oder Licht werden automatisch über Sensoren gesteuert. Im Vordergrund stand die einfache und intuitive Bedienbarkeit sowie die Buchung über eine Smartphone-Applikation, die auch mit anderen Verkehrsmittelanbietern vernetzt ist.

Eine zentrale Rolle spielt das Internet, das bereits heute über Smartphones jederzeit und überall nutzbar ist. Betreiber einer zukünftigen Car-Sharing-Flotte orten ihre Fahrzeuge über GPS und können den Standort an potenzielle Kunden übermitteln. So kann er sofort über zur Verfügung stehende Fahrzeuge informiert und über das Navigationssystem in seinem Smartphone zum nächsten Leihfahrzeug geführt werden. Die Buchung erfolgt via Internet und ermöglicht den Zugang zum Leihfahrzeug über einen elektronischen Bluetooth-Schlüssel. An speziellen Parkplätzen werden die Sharing-Fahrzeuge induktiv geladen.

Ein Schlüsselthema für Vernetzung von Fahrzeug und Infrastruktur ist eine standardisierte Kommunikation zwischen Fahrzeug und Benutzer. Neue Dienste, wie eine automatisierte Legitimation und die Auswahl von individuellen Tarifen oder Preisen pro Minute sind nur einige Beispiele für die Möglichkeiten, die eine Vernetzung zwischen Energieversorgung und Fahrzeug bietet. Die Vernetzung bringt Mehrwerte für das Gesamtsystem Mobilität. Beispielsweise wird zum einen dem Energieversorger die Möglichkeit gegeben durch am Netz befindliche E-Fahrzeuge Lastschwankungen im Energienetz durch Nutzung der Energiespeicher zu reduzieren. Zum anderen kann sichergestellt werden, dass die Car-Sharing Fahrzeuge - immer wenn nötig - mit ausreichend ressourcenschonenden Energien versorgt werden.
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Katrin Pudenz
   mehr Beiträge vom 04.02.2011:
» Nachrichten:

» Fachartikel:

start
DOSSIERS ZUM THEMA
Motoren mit kleinem Hubraum
Motoren mit kleinem Hubraum 16.04.2012 - In naher Zukunft kommen vermehrt Zwei- oder Dreizylindermotoren mit kleinem Hubraum auf den Markt. Dabei reicht die Spanne von Triebwerken mit hoher spezifischer Leistung als Fahrzeugantrieb bei Downsizing-Anwendungen bis hin zu preiswerten, technisch einfachen... » mehr
elektrische Antriebe: Komponenten und Systeme für elektrische Antriebe (10.04.2012)

Getriebe: Getriebe für Hybrid und Elektrofahrzeuge (26.03.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
FACHARTIKEL ZUM THEMA
2. Range Extender – Definition, Anforderungen, Lösungsmöglichkeiten
2. Range Extender – Definition, Anforderungen, Lösungsmöglichkeiten 11.05.2012 - Das ausschließlich batteriebetriebene (technisch exakt akkumulatorbetriebene) Elektrofahrzeug hat seit mehr als hundert Jahren ein großes Handicap: die deutlich geringere Reichweite gegenüber einem konventionellen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Die Tankfüllung eines... » mehr
Karosserie: Stahl-Leichtbau für das Future Steel Vehicle (27.04.2012)

Tank: CFK-Hochdrucktanks als tragende Strukturelemente (27.04.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
INTERVIEWS ZUM THEMA
"Neue Freiheitsgrade beim Downsizing"
"Neue Freiheitsgrade beim Downsizing" 15.05.2012 - Biokraftstoffe werden vorrangig unter dem Aspekt der CO2-Einsparung bei ihrer Herstellung diskutiert. Zudem können sie einen signifikanten Beitrag zu einer effektiveren Verbrennung im Motor leisten. Über die Wechselwirkung von Ethanol und anderen Biokraftstoffen mit... » mehr
Getriebe: "Potenzial steckt in der Elektrifizierung" (26.03.2012)

Gemischbildung: "Hier schlummert noch erhebliches Potenzial" (13.02.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
WebTV ZUM THEMA
Wie Audi dem R8 e-tron das Singen lehrt
Wie Audi dem R8 e-tron das Singen lehrt 05.04.2012 - Musik-Keyboard, Rechner und Studiolautsprecher - das sind einige der wesentlichen Zutaten für die akustische Visitenkarte der künftigen Audi e-tron-Modelle. Denn während in einem herkömmlichen Auto der Verbrennungsmotor die Musik macht, ist die Maschine in einem... » mehr
Wettbewerb Sounddesign E-Mobilität: So klingt ein Elektrofahrzeug (16.02.2012)

Genf 2011: Einblicke (04.03.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
NACHRICHTEN ZUM THEMA
Jörg Grotendorst wird CEO bei Siemens "Inside e-Car"
Jörg Grotendorst wird CEO bei Siemens "Inside e-Car" 23.05.2012 - Jörg Grotendorst wird am 1. Juni 2012 die Geschäftsleitung der Siemens-Geschäftseinheit "Inside e-Car" mit Sitz in Erlangen übernehmen. Diese bietet Komponenten und Systeme für den elektrischen Antriebsstrang in Pkw an. Grotendorst übernimmt damit die Leitung von... » mehr
Ingenieurdienstleister: Altran eröffnet Exzellenzzentrum für neue Automobiltechnologien in Barcelona (22.05.2012)

Elektromobilität: Avila: "Elektromotor und Verbrennungsmotor sind ein gutes Team" (22.05.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
FIRMEN ZUM THEMA
TESIS DYNAware Technische Simulation Dynamischer Systeme GmbH
TESIS DYNAware Technische Simulation Dynamischer Systeme GmbH
D 81379 München

Continental Automotive GmbH
(D 30165 Hannover)

Constellium Singen GmbH
(D 78224 Singen (Hohentwiel))

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
BÜCHER ZUM THEMA
Basiswissen Verbrennungsmotor
Basiswissen Verbrennungsmotor 07.07.2011 - Dieses etwas andere Lehrbuch führt in die Berechnung von Verbrennungsmotoren ein, indem es von aktuellen Fragestellungen zum Beispiel der Fahrzeugdynamik oder Motorthermodynamik ausgeht und bei der Lösung die notwendige Theorie herleitet. ... » mehr
Elektromobilität: Strategien zur Elektrifizierung des Antriebsstranges (03.06.2011)

 
start
PREMIUM PARTNER
start
LOGIN FACHARTIKEL-ARCHIV
 
start
NEUES THEMENDOSSIER ONLINE
Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft

ThemendossierMit den Online-Themendossiers für automobile Ingenieure greift ATZonline Titelstrecken der Fachmagazine der ATZ-Familie auf und erweitert sie um aktuelle Nachrichten, Fachbeiträge und Interviews aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung beim Hersteller & Zulieferer zum Thema Auto und Technik.

Aktuell: Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft
start
LESEPROBE KOSTENLOS ONLINE BLÄTTERN

Lesen Sie hochaktuelle Beiträge zu den Themen Auto & Technik auf technisch wissenschaftlichem Niveau aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Produktion der Automobilindustrie.

» ATZ: Seit 1898 in der Automobilindustrie die Zeitschrift für Auto & Technik

» MTZ: In der Auto-Motor-Entwicklung die Zeitschrift für Ingenieure

» ATZelektronik: Die Auto-Zeitschrift für Elektronik & Elektrotechnik

» ATZproduktion: Die Technik-Zeitschrift für die Automobilindustrie-Produktion
start
NEWSLETTER
Mit dem Newsletter erhalten Sie zwei Mal in der Woche aktuelle News, Berichte, Events und Interviews aus der Automobiltechnik und Automobilentwicklung. Natürlich kostenlos!

Exklusiv für Newsletter-Abonnenten:
regelmäßig kostenlose Fachartikel

  
start
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE
Das Wissen der Experten:
Qualitätsgeprüft. 25.000 Stichwörter. Kostenlos.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen
start
KOOPERATIONEN
eCarTecElektro-Mobil Kongress
 
RSS Home Springer Automotive Media Mediadaten AGB/Datenschutz Impressum Kontakt

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012