08.02.2011

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Kommunikation zwischen Fahrzeug und Außenwelt

Obwohl moderne Autos hohe Sicherheitsstandards erfüllen, sterben jedes Jahr in Deutschland immer noch fast 5000 Menschen bei Verkehrsunfällen, über 400.000 werden verletzt, wie die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK in München zu berichten weiß. Um diese Zahlen weiter zu verringern, arbeiten Forscher der Einrichtung an Konzepten für die Car-to-X-Kommunikation (kurz C2X). Zu diesem Zweck haben die ESK-Forscher ein C2X-System entwickelt, das die Kommunikation zwischen einer elektronischen Einheit im Fahrzeug und der Außenwelt ermöglicht sowie strukturiert. "Das System beruht auf einem speziell für Fahrzeuge entwickelten W-Lan in Kombination mit GPS", erläutert Projektleiter Josef Jiru. "Position und Sensordaten des Fahrzeugs über Geschwindigkeit, Beschleunigung oder Rutschen können an entsprechende drahtlose Kommunikationsknoten am Straßenrand, die Roadside Units (RSUs), gemeldet werden." Im Gegenzug erhalten die Fahrzeuge von den RSUs aktuelle Informationen über den Straßenzustand vor ihnen, über eventuelle Unfälle und Staus oder über die optimale Geschwindigkeit, um auf der "grünen Welle" mitzuschwimmen.

Es geht hierbei laut Einrichtung um drei Arten von Nachrichten: Erstens um periodische, standardisierte Meldungen, die jedes Auto bis zu zehnmal pro Sekunde an andere Autos und an die RSUs abgibt. Dabei handelt es sich um die Position, die Fahrtrichtung, Geschwindigkeit und Ähnliches. Dadurch können sich die RSUs und die Geräte an Bord an besonders gefährdeten Stellen wie Autobahneinfahrten ein Bild von der Situation machen und vor möglichen Gefahrsituationen die betroffenen Fahrer rechtzeitig warnen. Des Weiteren geht es um eventbasierte Nachrichten, also etwa um den Hinweis auf einen Unfall, in den ein Pkw selbst verwickelt ist oder den die RSU erkennt, da mehrere Fahrzeuge gleichzeitig schnell abbremsen. Auch Staus werden so erfasst, weil viele Autos stehen, oder rutschige Straßen, wenn das das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) anschlägt. Damit das C2X-System nicht zusammenbricht, wenn viele Fahrzeuge von einem solchen Ereignis betroffen sind, erforschen die Experten Methoden zur "kontextsensitiven Aggregation" der Nachrichten. Das bedeutet, dass verschiedene Nachrichten gleichen Typs zusammengefasst und nach ihrer Relevanz gefiltert werden. So lassen sich beispielsweise Meldungen über weiter entfernte Ereignisse blocken, um die Netze nicht zu überlasten. Drittens geht es um Applikationsnachrichten. Dabei handelt es sich um Verkehrsnachrichten, beispielsweise Informationen über Ampelphasen. RSUs können auch Daten aus weiteren Quellen wie Rundfunk und Verkehrszentrale beziehen.

Zur Minimalkonfiguration des C2X-Systems werden bei Bedarf weitere Anwendungen und ihre zugehörige Software geladen. So lassen sich die Ressourcen der Geräte schonen. Die Fahrer und RSUs können gezielt Dienste anfragen und ihrerseits auch anbieten. Die Neuste Anwendungen zur Verkehrssicherheit und -effizienz wie das eben vorgestellte Car2X-system zeigen die Fraunhofer-Forscher bei der Messe Embedded World in Nürnberg von Dienstag, 1. März 2011, bis Donnerstag, 3. März 2011.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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