14.02.2011

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BMW blickt in die Zukunft: Konzept-Roadster für mobile Vernetzung

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Aktuelle und zukünftige Möglichkeiten der Vernetzung in konzentrierter Form soll sie demonstrieren: Die neue Studie namens BMW Vision Connected Drive des Automobilherstellers aus Bayern. Weltpremiere wird sie auf dem 81. Internationalen Automobilsalon 2011 feiern. Bei der BMW-Konzeptstudie handelt es sich um einen zweisitzigen Roadster, der das Prinzip der intelligenten Vernetzung von Fahrer, Fahrzeug und Außenwelt konsequent weiter in die Zukunft verfolgt. Für die Studie wurde ein neues Bedien- und Anzeigekonzept entwickelt. Der Fahrer soll über ein dreidimensionales Head-up-Display sowie über ein frei programmierbares und ebenso dreidimensionales Kombiinstrument verfügen können, der Beifahrer bekommt ein eigenes Informationsdisplay. So soll das Fahrzeug zu einem selbstverständlichen, voll integrierten Teil der vernetzten Welt werden. Heißt es. Das Design der Studie beabsichtige, die Verbundenheit des Fahrers mit seinem Fahrzeug und den Dialog zwischen Fahrer und Beifahrer ebenso wie die Interaktion der Fahrzeuginsassen mit ihrer Umgebung zu verkörpern.

Als Kern und gleichzeitig als Ausdruck der hoch integrierten Vernetzung des Fahrzeugs schaffen Interfaces die Kontaktpunkte, über die Fahrer und Beifahrer zum einen mit dem Fahrzeug und auch darüber hinaus mit Umwelt und Datenwelt in Interaktion treten. Drei unabhängige aber untereinander vernetzte Anzeigeinstrumente bereiten die eingehenden Informationen auf und machen die relevanten Informationen im Sichtfeld von Fahrer und Beifahrer sichtbar. Aufeinander abgestimmt erweitern sie die Wahrnehmung zur Außenwelt und ins Fahrzeug hinein.

Ein Großteil der Windschutzscheibe vor dem Fahrer fungiert als Head-up-Display. Diese so genannte Augmented Reality ist in der Studie die Hauptanzeigefläche für den Fahrer und löst damit das herkömmliche Kombiinstrument ab. Die für die Fahrt wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit, Navigationshinweise oder Warnungen werden auf die Windschutzscheibe projiziert. Dabei scheint die Anzeige des Head-up-Displays im direkten Sichtwinkel des Fahrers über der Motorhaube zu schweben. Der große Vorteil: Das Auge muss beim Erfassen der Information nicht neu fokussieren, da diese genau dort ist, wo die Aufmerksamkeit des Fahrers ruht - auf der Straße, erklärt das Unternehmen.

Eine neue Darstellungstechnik ermöglicht es, verschiedene Inhalte in der Anzeige dreidimensional übereinander zu legen. Diese Überlagerung erlaubt es, verschiedene Signale je nach Fahrsituation und vor allem ihrer Wichtigkeit in den Vorder- oder Hintergrund zu stellen. Dadurch bleibt beispielsweise die Geschwindigkeitsanzeige im Hintergrund sichtbar, während im Vordergrund aktuelle Hinweise zur Routenführung oder Warnsignale dargestellt werden. Eine weitere Besonderheit der dreidimensionalen Darstellung im Head-up-Display ist die Möglichkeit, die Fahrsituation in Augmented Reality darzustellen. Die reale Fahrsituation wird durch die Überlagerung von virtueller Information erweitert, der Fahrer sieht mehr. Dazu legt das Head-up-Display die zusätzlichen Informationen deckungsgleich über das Bild der normalen Fahrsituation und erlaubt so beispielsweise die Einblendung von Navigationshinweisen direkt auf die Straße oder die Hervorhebung von bestimmten Gebäuden oder Gefahren wie Fahrzeugen oder Personen. Der Fahrer kann durch die Hervorhebung Wichtiges schneller erfassen und entsprechend handeln.

Die Ergänzung zum Head-up-Display ist das ebenfalls dreidimensionale frei programmierbare Kombiinstrument. Es übernimmt die Aufgaben des zentralen Informationsdisplays. Als Ausdruck einer maximalen Fahrerorientierung ist es jedoch in der direkten Sichtachse des Fahrers angebracht und nimmt den Ort des bisherigen Kombiinstruments ein. So sind die dort angezeigten Informationen für den Fahrer besser und mit minimaler Blinkabwendung ablesbar. Das Kombiinstrument ergänzt die Einblendungen im Head-up-Display um weiterführende Informationen, beispielsweise eine Kartenansicht zur aktuellen Zielführung, Entertainmentinformationen wie Cover oder Titellisten oder auch kurze Texte wie SMS oder E-Mails. Es übertrifft damit die Möglichkeiten eines klassischen Instrumentenkombis. Wie im Head-up-Display erlauben auch hier mehrere Ebenen die dreidimensionale Darstellung von Inhalten und deren Überlagerung, um die Priorität der einzelnen Informationen visualisieren. Durch die freie Programmierbarkeit der Anzeigefläche können die Entwickler des Herstellers die Informationen im Kombi optimal darstellen und ihrem warnenden oder informierenden Charakter entsprechend gestalten und priorisieren.

Da das bisherige zentrale Display an die Stelle des Instrumentenkombis wandert, erhält der Beifahrer mit dem so genannten Passenger-Information-Display sein eigenes Interface. Losgelöst von den beiden Anzeigeinstrumenten des Fahrers, verfügt der Beifahrer über seinen eigenen Interaktionsbereich. Vom Fahrer uneinsehbar und damit nicht ablenkend, ermöglicht es dem Beifahrer, Informationen und Entertainmentprogramm individuell für sich zu steuern, aber auch zusätzliche Informationen abzufragen und sie mit einer einfachen Geste an den Fahrer ins Kombiinstrument zu senden. Informationen, Musik oder Adressdaten für die Zielführung können hier während der Fahrt vom Beifahrer recherchiert und danach an den Fahrer weitergeleitet werden.

Das Beifahrer-Interface wird über eine touch-sensitive Fläche bedient und über Gesten gesteuert. Lichtpunkte im leitfähigen Bezug der Instrumententafel reagieren auf jede Berührung und geben Feedback über die Interaktion von Fahrzeug und Beifahrer. Die geometrische Trennung von Bedienfläche und Display auf zwei Layern – in zwei Schalen - ermöglicht beste Bedieneigenschaften. Durch die Anordnung auf dem zum Beifahrer strebenden, unteren Layer ist das Bedienelement optimal erreichbar. Das Display darüber liegt höher und für optimale Sicht weiter entfernt. In ausgeschaltetem Zustand verschwindet das Display unsichtbar in der homogenen Fläche der Instrumententafel. Die Integration von Bedienfläche und Display in die Layer und deren Flächen bringt den besonderen Funktionalitätsgedanken des Layering-Designs zum Ausdruck: Formen und Flächen haben Funktion und dienen in diesem Fall als Anzeigeorte und Bedienflächen.

In Zukunft ermöglichen webserver-basierte Anwendungen eine vollkommen neue Dimension des In-Car-Infotainment. Daten müssen dann nicht mehr ins Fahrzeug mitgebracht werden, sondern werden, aus der Cloud abgerufen. Das Fahrzeug wird zu einem integralen Bestandteil im Netz. Und durch eine applikationsbasierte Programmierung lassen sich Umfänge von Funktionen zukünftig lediglich durch ein Update erweitern und optimal an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen.

Eine Besonderheit im Exterieur des Konzeptfahrzeugs ist das Türkonzept. Angelehnt an das elektromechanisch versenkbare Türkonzept des BMW Z1, bei dem ein Fahren selbst mit offenen Türen möglich und erlaubt ist, findet diese Idee in der Studie Erweiterung. Zwei verschiebbare Türelemente - eins innen, eins außen - verschwinden beim Türöffnen im Fahrzeugkörper und ermöglichen so den Einstieg. Während die äußere Schale sich nach vorne schiebt, verschwindet die innere Schale in einer gegenläufigen Bewegung im hinteren Bereich des Fahrzeugs. Auch beim BMW Vision ConnectedDrive ist das Fahren mit offener äußerer Tür ein zentraler Aspekt.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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