22.02.2011

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Smart Forspeed: Zweisitzer mit Elektromotor im Heck

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Ohne Dach und Seitenscheiben, statt Frontscheibe ein flacher Windabweiser mit Photovoltaikzellen und ein Elektromotor im Heck: Smart präsentiert auf dem 81. Internationalen Auto-Salon in Genf einen Ausblick auf die kommende E-Fahrzeug Generation. Forspeed heißt die zweisitzige Studie, die die zum Daimler-Konzern gehörige Marke zeigen wird.

Mit Verbesserungen bei Fahrleistungen und Lademanagement soll das Konzeptfahrzeug einen Ausblick auf die Leistungsfähigkeit künftiger Generationen des Elektrosmart geben. Die Studie beschleunigt beispielsweise von 0 auf 60 km/h in 5,5 Sekunden und kann bis zu 120 km/h schnell fahren, gibt das Unternehmen an. Im Heck arbeitet ein 30 Kilowatt starker Permanentmagnetmotor, der konzeptbedingt bereits aus dem Stand kraftvoll antritt. Mithilfe einer Taste in der Mittelkonsole lässt sich eine Boost-Funktion aktivieren. Dann stehen kurzzeitig fünf Kilowatt mehr Leistung zur Verfügung. Das könnte ein ideales Leistungsplus beispielsweise für Überholvorgänge auf der Stadtautobahn sein. Die Kraft für den Elektroantrieb liefert eine Lithium-Ionen- Batterie mit 16,5 Kilowattstunden elektrischer Energie. Sie lässt sich einfach an einer konventionellen 220-Volt-Steckdose aufladen. Die Ladevorrichtung sitzt in der dritten Bremsleuchte hinter dem Logo und lässt sich mithilfe der Push-Push-Mechanik mit einem Fingertipp öffnen. Eine Batterieladung reicht für 135 Kilometer (laut Neuem Europäischen Fahrzyklus; NEFZ), erklärt das Unternehmen. Die Schnellladung von 0 auf 80 Prozent könne in 45 Minuten erfolgen. Eine weitere Lademöglichkeit haben die Entwickler auf dem Windabweiser platziert: Photovoltaikzellen speisen Solarstrom in das Bordnetz ein und verlängern so, wie beispielsweise beim E-Scooter der Marke, die Batterielaufzeit des Smartphones.

Exterieur und Interieur sind bei der Studie als formale Einheit gestaltet. Das zeigt sich in Details: Die Tridion-Sicherheitszelle fließt von außen kommend hinter den Überrollbügeln nach vorne bis zum Cockpit und bildet als tragendes Teil den Mitteltunnel. Türaußen- und Türinnenblatt gehen nahtlos ineinander über und bilden ebenso ein Bauteil wie Boden und Seitenwände. Der Lufteinlass im Windabweiser endet im zentralen Ausströmer in der Mittelkonsole und sorgt auf Wunsch für noch mehr Frischluftgefühl im Innenraum. In der Mitte des Instrumententrägers befindet sich ein Block mit zehn LED (lichtemittierenden Dioden). Wird die Studie angelassen, scheinen die LED durch den transluzenten Lack hindurch und zeigen den Ladezustand der Batterien an. Ist der Motor ausgeschaltet, ist von der Ladeanzeige hingegen bis auf die Kontur nichts zu erkennen.

Der gesamte Innenraum lässt sich bei Bedarf gegen Regen und Sonnenein strahlung schützen. Dafür besitzt die Studie eine Persenning. Sie kann problemlos über das Interieur gespannt und mit angenähten Riemen an der Karosserie angebracht werden. Mithilfe eines Reißverschlusses lässt sie sich mittig teilen und gibt so beispielsweise nur den Fahrerplatz frei. Doch auch ohne Wetterschutz führt ein Platzregen nicht zu ernsten Problemen. Wasserablaufkanäle im Fahrzeugboden sorgen dafür, dass das Wasser geführt abfließen kann. In den Sitzflächen befinden sich ebenfalls Wasserablaufkanäle. Die komplette Innenausstattung wurde wasserdicht beschichtet.

Fahrer und Copilot nehmen in der Studie vor zwei runden, turbinenähnlichen Cockpits Platz. Während der Fahrer den Tacho fest im Blick hat, ist der Beifahrer für Kommunikation und Navigation zuständig: In seinem Cockpit ist ein Smartphone untergebracht. Es lässt sich in seiner Halterung um bis zu 90 Grad drehen und zum Fahrer schwenken, damit dieser beispielsweise einen Blick auf die Anzeige des Navigationssystems werfen kann.

Die Karosserie der zweisitzigen Studie ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Runde und gespannte Formen, der bewusste Verzicht auf Fugen (beispielsweise beim einteiligen Frontmodul), glatte, grifflose Oberflächen an Türen und Heckdeckel sowie ein in Details an den Flugzeugbau angelehntes Design senken den Luftwiderstand. LED-Lichttechnologie ist ein Beitrag zur aktiven Sicherheit. Hinzu kommt eine intelligente Steuerung: Tagsüber ist automatisch das Tagfahrlicht aktiviert. Das Citylight-System erkennt jedoch, wenn der Fahrer die Nacht zum Tage macht: Dämmerungssensoren überwachen die Helligkeit und erteilen gegebenenfalls das Kommando, automatisch in den Abblendlichtmodus zu schalten.

Seit Ende des Jahres 2009 wird mit dem Smart Fortwo Electric Drive bereits die zweite Generation eines elektrisch angetriebenen Smart ausgeliefert. In 18 Ländern, darunter Deutschland, Italien, Spanien, England, Frankreich, die Schweiz sowie USA, Kanada und weiteren in Asien, stellt das elektrisch angetriebene Fahrzeug seine Alltagstauglichkeit unter Beweis. Aufgrund der Nachfrage wurde die Produktionszahl mittlerweile auf 1500 Fahrzeuge erhöht. Aufgrund dieser Erfahrungen verfügt die Marke über umfassendes Kundenfeedback, das jetzt in die Entwicklung des Elektroantriebs des Smart Forspeed eingeflossen ist.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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