25.02.2011

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Johnson Controls: Neues Fügeverfahren für leichtere Rücksitzanlagen

Ein Verfahren, das die Fertigung von leichten Rücksitzanlagen ermöglicht, hat nun Johnson Controls Automotive Experience entwickelt. Mithilfe des neuen Verfahrens konnten die Ingenieure des Unternehmens das Gewicht der Rücksitzstruktur bei gleichbleibenden Sicherheitsanforderungen um 34 Prozent senken. So wird der Rahmen der Rücksitze zum Teil aus Aluminium gefertigt, die Rückwand wird zudem in dünnerem Stahlblech ausgeführt, erklärt das Unternehmen. Möglich werde dies durch Klebetechnik.

So erklärt der Zulieferer, dass herkömmliche Rahmen von Rücksitzanlagen für Automobile aus Stahl bestehen. Denn dieser Werkstoff weist die erforderliche Stabilität auf, die einzelnen Komponenten lassen sich durch Schweißen sicher und wirtschaftlich zusammenfügen, heißt es weiter. Aluminium, das bei gleicher Stabilität weniger Masse und Gewicht aufweise, sei bisher nicht zum Einsatz gekommen, da die beiden Werkstoffe nicht miteinander verschweißt werden könnten. Daher arbeiten die Entwickler zweigleisig, erläutert das Unternehmen: Neben dem Multi-Material-Design adaptieren sie für diese Anwendung auch die Klebetechnologie als Alternative zum Schweißen.

Bei der Konstruktion der oberen und unteren Rahmenelemente entschieden sich die Ingenieure für Aluminium. Die seitlichen Elemente sowie der zusätzlich versteifend wirkende Querträger bestehen aus Stahl, erläutert der Zulieferer. Für die Gewichtsreduktion des Rücksitzrahmens bedeutet das: Gegenüber der konventionellen Bauart ergab sich bereits in diesem Stadium eine Einsparung von 30 Prozent. Im zweiten Schritt verringerten die Entwickler die Materialstärke der Stahlwand auf der Rückseite der Sitze von 0,6 auf 0,4 Millimeter. "Solch dünne Stahlbleche konnte man bislang nicht sicher mit der Rahmenstruktur verschweißen, doch weitere vier Prozent Gewichtsersparnis waren natürlich zu verlockend und ein zusätzlicher Ansporn, die Klebetechnologie auch für diese Anwendung nutzbar zu machen", berichtet Dr. Andreas Eppinger, Vice President Technology Management bei Johnson Controls Automotive Experience, von der Entwicklungsarbeit.

Die neue Fügetechnologie des Unternehmens soll so belastbar sein, dass alle Standards bezüglich Dauerhaltbarkeit, Strukturfestigkeit und Stabilität auch im Crash-Fall erfüllt werden. Zudem erlaubt das Kleben auch die Verwendung von Kunststoffen, Naturfasern sowie weiteren Materialien. Des Weiteren ist die neue Technologie mit anderen Fügeverfahren wie etwa Nieten, Clinchen oder Schweißen kompatibel.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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