28.02.2011

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Peugeot 508: Neuer Angriff auf die Mittelklasse

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Weg vom aggressiven Design und hin zu kleineren Motoren, so beschrieb Thomas Schalberger, Direktor Marketing und Kommunikation von Peugeot Deutschland, den neuen Peugeot 508 bei der nationalen Fahrpräsentation am 24. Februar 2011 im Rheingau. Mit neu gestaltetem Kühlergrill und langgezogenen Scheinwerfern soll das gehobene Mittelklasse-Modell erstmals die neue Designsprache von Peugeot zum Ausdruck bringen. Die durchschnittliche CO2-Emission der Baureihe konnte gegenüber dem 407 um fast 40 Gramm von 168 auf 130 Gramm je Kilometer gesenkt werden. Der 508, der die beiden Baureihen 407 und 607 ersetzt, wird am 12. März 2011 zeitgleich als Limousine und Kombi SW in den deutschen Markt eingeführt. Das 407 Coupé als Grand Tourisme soll jedoch bis auf weiteres im Verkaufsprogramm bleiben.

Der 508 basiert auf der Plattform 3 von PSA Peugeot Citroën, auf der auch der Citroën C5 und C6 stehen. Als Limousine ist er gegenüber dem 407 um zehn Zentimeter auf 4,79 Meter gewachsen. Betrachtet man den Radstand als Äquivalent zum Raumangebot, dann ist der 508, verglichen mit dem 607, um zwei Zentimeter und mit dem 407 um rund neun Zentimeter länger. Der Kombi bringt es auf 4,81 Meter Fahrzeuglänge. Das Gewicht liegt bei der Limousine um 35 Kilogramm, beim Kombi um 45 Kilogramm niedriger, verglichen mit dem 407. Der cw-Wert der Limousine beträgt 0,26. Der Kofferraum bei der Limousine fasst 515 und beim Kombi 560 Liter.

Für den neuen Peugeot 508 stehen ab Marktstart vier Diesel- und zwei Ottomotoren von 82 bis 150 Kilowatt zur Verfügung. Verbrauchsgünstigster Motor ist der 1,6-l-Dieselmotor e-HDi FAP mit automatisiertem Sechsgang-Schaltgetriebe EGS6 und einer Leistung von 82 Kilowatt. Sein Start-Stopp-System e-HDi verfügt über ein serienmäßiges System zur Bremsenergie-Rückgewinnung. Mit diesem Antrieb soll der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch bei 4,4 Litern auf 100 Kilometer liegen (Kombi: 4,5 l), der CO2-Ausstoß wird mit 115 Gramm je Kilometer angegeben (Kombi:116 g/km). Basismotorisierung ist ein 1,6-l-VTi-Ottomotor mit einer Leistung von 88 Kilowatt. Dieser Motor ist ebenfalls mit dem EGS6-Getriebe ausgerüstet. Neue Topmotorisierung ist ein 2,2-l-Vierzylinder-Dieselmotor HDi FAP mit sequenziellem Sechsstufen-Automatikgetriebe und einer Leistung von 150 Kilowatt - diese ist dem 508 GT vorbehalten. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch liegt bei 5,7 Liter (CO2-Austoß: 150 Gramm pro Kilometer). Das seien rund 33 Prozent oder 73 Gramm weniger als beim V6-Dieselmotor im 407.

Mit dem Modell 508 wird die Mikro-Hybrid-Technik e-HDi bei Peugeot eingeführt. Die Schwester Citroën hat sie im C3 schon seit fünf Jahren. Sie kombiniert einen Dieselmotor mit einem reversiblen Starter-Generator (i-Stars der zweiten Generation von Valeo). Der über einen Synchronriemen angetriebene Generator stellt eine höhere Leistung zur Verfügung als ein konventioneller Anlasser und lässt den Motor innerhalb von 400 Millisekunden wieder an. Dies sei rund 30 Prozent schneller als mit einer konventionellen Start-Stopp-Technik. Die Motorabschaltung erfolgt unterhalb einer Rollgeschwindigkeit von acht Kilometern pro Stunde. Das System soll bis -5 Grad Celsius funktionieren.

Die elektronische Steuerung des Starter-Generators (Volt Control) regelt auch die Rückgewinnung der Bremsenergie. Ein E-Booster genanntes Bauteil ist die Leistungselektronik und dient zugleich als Energiespeicher (fünf Volt). In dieser Doppelfunktion ist er zum einen Batteriebooster zur Einspeisung in den Starter-Generator und unterstützt zum anderen die Bordspannung beim Anlassen.

Im nächsten Schritt will Peugeot 2012 die Hybrid4-Technik beim 508 einführen, wie sie schon im 3008 eingesetzt wird. Dieser Antrieb, bestehend aus einem HDi-Dieselmotor an der Vorderachse und einem Elektromotor an der Hinterachse, soll in Summe eine Leistung von 147 Kilowatt bieten sowie einen Allradantrieb mit By-wire-Steuerung. Ziel sei eine CO2-Emission von 99 Gramm pro Kilometer.

In Deutschland wird der 508 in den vier Ausstattungsstufen Access, Active, Allure und GT angeboten. Die Einstiegsversion Access verfügt serienmäßig über Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, sechs Airbags, ABS, ESP mit ASR, elektronische Bremskraftverteilung EBV sowie einen Notbremsassistenten mit Einschaltautomatik für die Warnblinkleuchten. Eine Berganfahrhilfe ist in alle Modelle integriert. Zur Innenausstattung gehören unter anderem ein Head-up-Display in Farbe, eine Vier-Zonen-Klimaanlage, Komfortsitze mit ausziehbarer Oberschenkelauflage auf Fahrer- und Beifahrerseite, eine Massagefunktion für den Fahrersitz oder ein Voll-Leder-Paket. Das für Peugeot-SW-Modelle charakteristische Panorama-Glasdach ist beim Kombimodell ab der Ausstattungsversion Active serienmäßig.

Produziert wird der 508 in Frankreich (Rennes) und in China (mit Dong Feng, Wuhan). Die Fahrzeuge aus französischer Produktion sind für sämtliche Märkte außer China bestimmt.

Der neue 508 überzeugte bei den ersten Fahrten mit komfortabler Fahrwerksabstimmung und durchzugsstarken Motoren. Positiv aufgefallen ist das Start-Stopp-System e-HDi, das aus dem Stand und bei Minusgraden einwandfrei funktionierte. Der Neustart des Motors erfolgte lautlos und schwingungsfrei. Leider waren beim EGS-Getriebe die Schaltübergänge, besonders am Berg, deutlich spürbar. Bei den Assistenzsystemen konnte der 508 ebenfalls nicht punkten. Das Head-up-Display wirkte recht altmodisch und klassenübliche Sicherheitssysteme wie Spurhalte- oder Spurwechselassistent sind leider auch gegen Aufpreis nicht verfügbar.
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Autor(en): Christiane Brünglinghaus
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