08.03.2011

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Galileo Labs arbeiten an besserer Peilung

Routen berechnen, Fahrzeuge finden, wissen, wo man sich gerade befindet: Für Autofahrer oder auch Segler ist Satellitennavigation bereits so etwas wie eine Selbstverständlichkeit. Bislang basieren die Anwendungen hauptsächlich auf den öffentlich zugänglichen Peilsignalen des Global Positioning Systems (GPS). Wenn im Jahr 2012 die ersten vier von insgesamt 30 Satelliten des europäischen globalen Navigationssatellitensystems (GNSS) Galileo ihren Dienst aufnehmen, profitieren vor allem zivile Nutzer, erklärt die Fraunhofer-Gesellschaft. "Für sie verbessert sich die Satellitennavigation sukzessive auf allen Ebenen", stellt Wolfgang Inninger vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Prien fest. Die Ortung via Satellit wird zuverlässiger, genauer und sicherer: Zum einen sollen Nutzer auf mehr Satelliten zugreifen können. Zudem solle Galileo für verschiedene Dienste eine Funktion bieten, die die Korrektheit der übertragenen Positionsdaten überprüfbar mache. Die Funktion ermöglicht es beispielsweise, Umweltmessungen im fließenden Verkehr durchzuführen: Daten aus solchen Messungen können amtlich nur verwendet werden, wenn sie "gerichtsfest" sind, das heißt wenn sich jeder Messwert eindeutig einem Messort zuordnen lässt. GPS-Ortungen leisten das bislang nicht.

Konzepte, wie sich die neuen Möglichkeiten in dem GNSS nutzen lassen, zeigen die fünf Galileo Labs der Fraunhofer-Gesellschaft an den Standorten Berlin, Dortmund, Dresden, Erlangen und Prien. Im Berliner Lab am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg entsteht beispielsweise derzeit ein mobiles Umweltmonitoring-System zur Schadgas- und Feinstaub-Messung. Es soll die Erkenntnisse aus stationären Umweltmessungen um Echtzeitdaten direkt aus dem Verkehrsgeschehen ergänzen. Wissenschaftler des IML Prien haben bereits Anfang vergangenen Jahres ein galileogestütztes Ortungssystem für Lawinenopfer erfolgreich getestet - gemeinsam mit örtlichen Rettungskräften in der Galileo-Test- und Entwicklungsumgebung (Gate) in Berchtesgaden. Dort senden Pseudosatelliten auf acht Berggipfeln im Rahmen von Anwendungstests Galileo-Signale aus. "Bei diesem Feldtest haben wir die 'Lawinenopfer' auf wenige Zentimeter genau geortet", berichtet Inninger. Insgesamt könnte sich allein schon durch mehr Satelliten die Lokalisierungsgenauigkeit bei allen GNSS-Anwendungen verdoppeln, schätzt er. Die meisten Endgeräte werden künftig sowohl GPS- als auch Galileo-Signale nutzen können, manche Geräte auch in Verbindung mit weiteren Lokalisierungstechniken.

Insgesamt forschen acht Fraunhofer-Institute der Fraunhofer-Allianz Verkehr in Galileo Labs an GNSS-Anwendungen. Projekte aus den Labs werden auf der Hannover Messe am Fraunhofer-Stand "Forschung für die Mobilität von morgen" in Halle 2, D22 vorgestellt.
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Autor(en): Katrin Pudenz
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