10.03.2011

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Neue Vliesstoff-Generation für Autoteppiche

Freudenberg Vliesstoffe läutet eine neue Ära bei der Gestaltung des Interieurs von Automobilen ein. Sein neuer Kunststoff Lutraflor steht für wenig Gewicht, wettbewerbsfähige Preise und hohe Nachhaltigkeit. Eingesetzt wird er vor allem für die komplette Autoteppich-Innenausstattung, für Einlegematten sowie für die Innenverkleidung. Der Hybridkunststoff besteht aus zwei Lagen, einer Schicht Spinnvlies und einer Schicht Stapelfaservlies. Produziert wird er aus Recycling-Material.

Teppichgewichte variieren von Fahrzeug zu Fahrzeug, je nach Spezifikation des OEM. Generell steigt das Gewicht, wenn man die Ausstattung von Kleinwagen bis hin zu höherwertigen Fahrzeugen betrachtet. Die Quantifizierung der Gewichtseinsparung für ein spezielles Fahrzeug durch Verwendung des neuen Kunststoffs ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Sie hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob der Vliesstoff lediglich den bisherigen Teppich ersetzt oder ob der gesamte Teppichaufbau inklusive Akustikpaket geändert wird. Je nach Fahrzeugtyp und -größe ist aber eine Einsparung je Fahrzeug bis in den Kilogrammbereich denkbar.

Der Hybridkunststoff besteht aus zwei Schichten, die sowohl im Spinnvlies- als auch im Stapelfaservlies-Verfahren hergestellt werden. Die eine Schicht ist Spinnvlies und andere ein Stapelfaservlies, die in das Spinnvlies eingenadelt ist. Beide Schichten bestehen aus Polyester und Co-Polyester. Die Fasern bestehen zu 100 Prozent aus reinem Polyester, sind latexfrei und basieren auf rezykliertem Material. Der Vliesstoff besticht laut Firmenangaben vor allem durch eine hohe Abriebfestigkeit und hochwertige Anmutung. Dabei hängt die Quantifizierung der Abriebfestigkeit von der verwendeten Testmethode ab. Diese variiere von OEM zu OEM und mitunter von Fahrzeug zu Fahrzeug.

Beim Spinnvliesverfahren schmilzt Freudenberg Kunststoffchips mittels Extruder auf, die zu einer Vielzahl von Endlosfilamenten versponnen werden und welche auf einem Transportband abgelegt und anschließend mittels Wärme und Druck zu einem textilen Flächengebilde verfestigt werden. Bei der Herstellung eines Stapelfaservlieses werden Fasern endlicher Länge (typischerweise einige Zentimeter) auf einem Transportband abgelegt und anschließend mechanisch, thermisch oder chemisch zu einem textilen Flächengebilde verfestigt. Der neue Kunststoff beziehe aus der Stapelfaseroberfläche seine luxuriöse Haptik und Erscheinung, aus der Verankerung der Stapelfaseroberfläche im Spinnvlies und dem Spinnvlies selbst seine mechanische Stabilität und Abriebfestigkeit.

Die Schweizer Messe Index (12. bis 15. April 2011), zum zehnten Mal in Genf abgehalten, wird von Freudenberg Vliesstoffe genutzt, um den neuen Vliesstoff Lutraflor der Fachwelt vorzustellen. Der Messeveranstalter erwartet 450 Aussteller und 12.500 Besucher.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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