15.03.2011

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Max-Planck-Forschungspreis 2011 geht an Robotikforscher

Sebastian Thrun (Bild) von der Stanford University erhält den Max-Planck-Forschungspreis 2011. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft ehren damit einen Wissenschaftler, der das Forschungsfeld der intelligenten Systeme maßgeblich vorangebracht habe. Der Preis ist mit 750.000 Euro dotiert.

Seit 2004 leitet Thrun das Stanford-Institut für Künstliche Intelligenz, eines der größten Institute auf diesem Gebiet weltweit. Der 43-jährige Informatiker arbeitet an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Robotik. Sein Hauptinteresse gilt lernfähigen Robotiksystemen, die sich selbständig bewegen können. So hat er beispielsweise gezeigt, dass es möglich ist, ohne Vorwissen mit einem mobilen Roboter eine Karte der Umgebung zu erstellen und dabei die Position und Orientierung des Roboters effektiv zu schätzen. Als Projektleiter der computergesteuerte Auto-Testflotte des IT-Unternehmens Google setzt Thrun außerdem Impulse für die Erforschung von autonomem Fahren und die Kommunikation von Fahrzeugen mit deren Umfeld (ATZonline berichtete).

Darüber hinaus eröffnen seine Arbeiten neue Einsatzbereiche für Roboter außerhalb der industriellen Massenfertigung. So entwickelte er 1997 den Roboter "Rhino", der autonom durch das Deutsche Museum Bonn führen konnte. Der Nachfolger "Minerva" wurde 1998 im Smithsonian-Museum in Washington getestet. Weitere Roboter-Modelle können mit Menschen über Sprache kommunizieren oder Bergwerke kartieren. Sebastian Thrun habe damit wissenschaftlich bedeutsame Erkenntnisse zur Orientierungsfähigkeit mobiler Systeme erbracht. Das Preisgeld wird er für seine Forschung an der Universität Bonn einsetzen.

Ebenso erhält den Max-Planck-Forschungspreis 2011 Bernhard Schölkopf vom Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart. Der 43-jährige Mathematiker ist einer der führenden Forscher in Europa auf dem Gebiet des maschinellen Lernens. Er erforscht Rechenverfahren, so genannte Algorithmen, mit denen Computerprogramme so programmiert werden können, dass sie flexibel auf neue Situationen reagieren können.

Der Preis wird im jährlichen Wechsel jeweils in einem Teilgebiet der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften oder der Geisteswissenschaften ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden jeweils ein in Deutschland und ein im Ausland tätiger Forscher. Der Max-Planck-Forschungspreis wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert. Die Preisverleihung findet am 19. Oktober 2011 in Berlin statt.
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Autor(en): Christiane Brünglinghaus
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