21.03.2011

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Vernetzt: IBM prognostiziert wachsenden Markt für Mobilitätsdienstleistungen

Eine Studie von IBM prognostiziert einen wachsenden Markt für Mobilitätsdienstleistungen. Vernetzte Automobile sollen im Mittelpunkt stehen, heißt es in dem kürzlich veröffentlichten Werk. Mehr als jemals zuvor sei eine Ausweitung der automobilen Wertschöpfungskette auf neue Dienstleistungen rund um das zukünftige "Intelligente Fahrzeug" entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum der Branche. Das vernetzte Automobil wird eine Schlüsselrolle bei der Etablierung neuer automobiler Mobilitätsprodukte und Dienstleistungen spielen, betont das US-amerikanische IT- und Beratungsunternehmen. So seien 75 Prozent der deutschen Studienteilnehmer (weltweit 65 Prozent) davon überzeugt, dass Telematik als Schlüsseltechnologie weitere signifikante Entwicklungsmöglichkeiten für die Automobilindustrie biete. Weltweit gingen 63 Prozent der Interviewten davon aus, dass sich der Markt insbesondere durch das Zusammenspiel von Mobilitätsservices mit verschiedenen Verkehrsträgern stark verändern werde. In diesem Ökosystem der neuen Mobilität ist es unverzichtbar, Allianzen sowohl mit industrienahen als auch industriefremden Partnern zu schließen, um schneller innovative Angebote bereitstellen zu können, betont das Unternehmen. Für die Studie "Advancing Mobility - The Next Frontier of Smarter Transportation" hat das IBM Institute for Business Value (IBV) 123 Führungskräfte in 18 Ländern und in unterschiedlichen Branchensegmenten befragt.

Neue Technologien, Klimawandel und wachsende Verkehrsprobleme verändern die Einstellungen der Verbraucher zum Auto. Die Branche muss darauf reagieren: Und das nicht nur mit unterschiedlichen Antriebstechnologien. Die Fahrzeuge selbst müssen durch neue Mobilitätsprodukte und Dienstleistungen ergänzt werden, erklärt das Unternehmen. Es gelte, die Maxime der Kundenorientierung auf die Entwicklung innovativer Mobilitätsangebote anzuwenden. Dazu müssen Automobilhersteller, so erläutern es die Autoren der Studie, ihre Erfahrungen aus dem bestehenden Händler-, Service- und Finanzierungsnetzwerken nutzen und auf das veränderte Konsumentenverhalten abstimmen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie sind laut Unternehmen die Folgenden: Erstens bleibt das Automobil ein unverzichtbares Element im individuellen Mobilitätsmix. Es ist jedoch eine Veränderung in den Konsumentenpräferenzen erkennbar. Diese Veränderung zeigt eine zunehmende Abkehr vom traditionellen Automobilbesitz hin zu einem Fahrzeug als bedarfs- und nutzenorientiertem Mobilitätsträger. 36 Prozent der befragten Automobilhersteller in Deutschland, aber immerhin schon 58 Prozent in Frankreich, entwickeln gegenwärtig neue Mobilitätskonzepte, etwa im Bereich des Car-Sharings. Zudem wird zweitens das vernetzte Automobil eine Schlüsselrolle bei der Etablierung neuer Mobilitätsprodukte und Dienstleistungen spielen: Umfassende Fahrzeugkonnektivität ermöglicht neue Services in den Bereichen Fahrzeugsicherheit, Kommunikation, Bezahlsysteme und Unterhaltung. 75 Prozent der deutschen Studienteilnehmer sind davon überzeugt, dass Telematik als Schlüsseltechnologie weitere signifikante Entwicklungsmöglichkeiten für die Automobilindustrie bietet.

"Die Automobilhersteller sind bis jetzt noch hervorragend positioniert, um in diesem neuen Ökomodell die Führungsrolle zu übernehmen", betont Stefan Schumacher, in der IBM-Unternehmensberatung zuständig für das Thema Mobilitätskonzepte. "Aber sie müssen angesichts der rasanten Marktentwicklung sehr schnell reagieren, um sich ihre Anteile an den neuen Mobilitätswertschöpfungsketten zu sichern."

Die Studie, für die neben Führungskräften aus der Automobilbranche auch Mobilitätsexperten aus dem Finanzbereich und der öffentlichen Verwaltung befragt wurden, skizziert zudem, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit die Automobilbranche diese Führungsrolle übernehmen kann. Dazu zählt zunächst die Erweiterung des Produktportfolios dahin, dass es sämtliche Antriebstechnologien - von Elektromotoren, über Brennstoffzellen bis hin zum Hybrid - umfasst. Es gilt weiter intelligente und vernetzte Fahrzeuge zu Entwickeln, die erweiterte Optionen im Bereich der Telematik (Infotainment, Sicherheit, Fahrzeugdiagnostik) bieten. Auch die Kombination des Produktes Automobil mit verschiedenen multi-modalen Mobilitätsdienstleistungen und Verkehrsträgern wird dazu gezählt: Nach den Haupttrends bis zum Jahr 2020 befragt, gehen 63 Prozent der Interviewteilnehmer weltweit davon aus, dass tiefgreifende Marktveränderungen insbesondere durch das Zusammenspiel von Mobilitätsservices mit verschiedenen Verkehrsträgern stattfinden werden, erläutert das Unternehmen.

Die Studie prognostiziert des Weiteren die Entwicklung eines größeren Ökosystems der Mobilität. Dieses Ökosystem zeichnet sich durch das Vordringen branchenfremder Akteure in die traditionellen Automobilmärkte, insbesondere im Umfeld von Elektromobilität und neuen Services (Telematik-Dienstleister, Car-Sharing-Anbieter, Infrastruktur-Unternehmen, Einzelhandel, Kapital-Investoren etc.) aus. Dazu gehört auch die wachsende Bedeutung von Allianzen mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, um neue Service-Angebote zu entwickeln (Finanzierung, Energie, IT, Transport etc.). Und ebenfalls die Schlüsselrolle von Finanzdienstleistern, um neue Finanzierungsmodelle für die verschiedenen Elemente von Mobilitätsangeboten bereitzustellen, zählt zu diesem Ökosystem.

Die beschriebenen Entwicklungen und Umfrageergebnisse, aber auch die unterschiedlichen Einschätzungen zeigen laut IBM: die Branche steht vor bewegten Zeiten. Es wird derjenige das Rennen machen, dem es am besten gelingt, auf der richtigen Spur zu bleiben oder rechtzeitig die Spur zu wechseln.

(Bild: Continental)
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Autor(en): Katrin Pudenz
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