23.03.2011

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
BOOKMARK
RSS-Feed
NEWSLETTER

E-Auto mit erneuerbarer Energie laden: TU Chemnitz erforscht Elektromobilität

Nutzer von Elektroautos fühlen sich im Berliner Stadtverkehr nicht eingeschränkt: Dies haben Wissenschaftler der Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie der Technischen Universität (TU) Chemnitz im Pilotprojekt "Mini E Berlin - powered by Vattenfall" gezeigt. Angelaufen war es im Frühjahr 2009. Auf dieses Projekt aufbauend befasst sich die Professur nun in zwei weiteren Forschungsvorhaben mit der Elektromobilität, wie die TU verrät: Und zwar mit den Projekten "Mini E powered by Vattenfall V2.0" und "Gesteuertes Laden V2.0". Bei ersterem Vorhaben geht es vornehmlich darum, Marktakzeptanz sowie Nutzung zu beschleunigen und den Umweltnutzen zu steigern, bei zweiterem geht es darum ein neues Ladekonzept zu erarbeiten, um die schwankende Verfügbarkeit erneuerbarer Energien auszugleichen und diese für die Elektromobilität verfügbar zu machen.

Das Projekt "Mini E powered by Vattenfall V2.0" folgt direkt auf die Pilotstudie und erforscht den Betrieb von Elektroautos in verschiedenen Nutzungsformen, zum Beispiel bei Privatnutzern ohne private Lademöglichkeit, in Fahrzeugflotten und beim Car-Sharing. Untersuchungsort ist wiederum Berlin. "Übergeordnetes Ziel ist es, die Marktakzeptanz und Nutzung von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen und damit deren Umweltnutzen zu steigern", erklärt Prof. Dr. Josef Krems, Inhaber der Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie. Dabei sei zum einen die Analyse und Verbesserung des Konzepts Wind-to-Vehicle (W2V) entscheidend. Mit diesem Konzept sollen verstärkt erneuerbare Energien, insbesondere Windenergie, zum Laden von Elektrofahrzeugen verwendet werden, heißt es. Dafür müssten die Zeiten, zu denen die Windenergie eingespeist und die Fahrzeuge geladen werden, aufeinander abgestimmt werden. "Dabei ist die Bereitschaft der Nutzer, dieses Konzept zu unterstützen, ein wichtiger Faktor", erläutert Josef Krems. Zum anderen gelte es, die Akzeptanz der Nutzer durch Assistenzsysteme zu steigern. Diese sollen den Fahrer beispielsweise dabei unterstützen, öffentliche Ladesäulen statt der heimischen anzusteuern, um den Aktionsradius der Nutzer zu erweitern, erläutert die TU.

In der Feldphase wollen die Wissenschaftler mit 70 Elektrofahrzeugen von verschiedenen Nutzergruppen in unterschiedlichen Szenarien Daten erheben, so die TU. Objektive Messgrößen seien dabei die Nutzungs- und Ladedauer sowie Daten über das Streckenprofil. Hinzu kämen subjektive Einschätzungen, beispielsweise der Bedienerfreundlichkeit der Systeme und die Einstellungen der Nutzer zu Umwelt und Mobilität. Die Chemnitzer Psychologen planen die Nutzerstudie, erfassen Erwartungen ausgewählter Nutzergruppen im Umgang mit Elektromobilität und identifizieren Stärken und Einschränkungen bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen in bestimmten Anwendungsgebieten. Außerdem betreiben sie Nutzerforschung zu Assistenzsystemen im Rahmen von Elektromobilität.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) fördert das Projekt mit 360.000 Euro. Projektpartner der TU Chemnitz sind BMW sowie Vattenfall Europe Innovation.

Für das zweite Projekt mit dem Titel "Gesteuertes Laden V2.0" befasst sich die Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie mit der Optimierung des Ladevorgangs. Dieses Projekt basiert auf einer Entwicklung, die im Pilotprojekt entstand, erklärt die TU. Um die schwankende Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien auszugleichen und diese für Elektromobilität nutzbar zu machen, erarbeiteten die Projektpartner unter dem Begriff "Gesteuertes Laden" ein neues Ladekonzept.

"Nachdem die Machbarkeit und Alltagstauglichkeit des Konzepts bereits erprobt wurde, geht es im aktuellen Projekt darum, die Effektivität und Effizienz des Gesteuerten Ladens deutlich zu steigern", erklärt Krems. Dazu sollen die Ladeinfrastruktur weiterentwickelt, Fahrzeuge umgerüstet und Software zur Steuerung des Be- und Entladens entwickelt werden, wird erläutert. Zudem schaffen und evaluieren die Projektpartner verbesserte Mensch-Maschine-Schnittstellen, die eine bessere Ausnutzung des Potenzials vom gesteuerten Laden bewirken sollen.

Die Wissenschaftler der Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie erfassen die Anforderungen der Nutzer an Assistenzsysteme und an die Ladeinfrastruktur, erläutert die TU. Außerdem evaluieren sie die Neuentwicklungen im Labor und begleiten im Anschluss eine Feldstudie, in der ausgewählte Fahrer das Gesamtsystem bewerten sollen. Dieses Projekt wird ebenfalls vom BMU unterstützt. Die Fördersumme beläuft sich auf 370.000 Euro. Die Chemnitzer Psychologen arbeiten mit BMW, mit Vattenfall Europe Innovation sowie mit den Technischen Universitäten Berlin und Ilmenau zusammen.

Im Rahmen dieser Studien hat die Professur vor kurzem zwei Mini E-Fahrzeuge zu Testzwecken erhalten. "Mit diesen werden wir Versuchsfahrten fast unter Laborbedingungen durchführen können", betont Krems. Derzeit erarbeiten die Wissenschaftler die Detailfragestellungen für diese Tests - untersucht werden sollen unter anderem Fragen zur Akzeptanz und den elektrofahrzeugspezifischen Aspekten.
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Katrin Pudenz
   mehr Beiträge vom 23.03.2011:
» Nachrichten:

start
DOSSIERS ZUM THEMA
Motoren mit kleinem Hubraum
Motoren mit kleinem Hubraum 16.04.2012 - In naher Zukunft kommen vermehrt Zwei- oder Dreizylindermotoren mit kleinem Hubraum auf den Markt. Dabei reicht die Spanne von Triebwerken mit hoher spezifischer Leistung als Fahrzeugantrieb bei Downsizing-Anwendungen bis hin zu preiswerten, technisch einfachen... » mehr
elektrische Antriebe: Komponenten und Systeme für elektrische Antriebe (10.04.2012)

Getriebe: Getriebe für Hybrid und Elektrofahrzeuge (26.03.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
FACHARTIKEL ZUM THEMA
2. Range Extender – Definition, Anforderungen, Lösungsmöglichkeiten
2. Range Extender – Definition, Anforderungen, Lösungsmöglichkeiten 11.05.2012 - Das ausschließlich batteriebetriebene (technisch exakt akkumulatorbetriebene) Elektrofahrzeug hat seit mehr als hundert Jahren ein großes Handicap: die deutlich geringere Reichweite gegenüber einem konventionellen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Die Tankfüllung eines... » mehr
Karosserie: Stahl-Leichtbau für das Future Steel Vehicle (27.04.2012)

Tank: CFK-Hochdrucktanks als tragende Strukturelemente (27.04.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
WHITEPAPER ZUM THEMA
Das Ganze ist mehr als die Summe aller Teile – Einheitliche Simulationsumgebung für mechatronische Komplettsysteme
Das Ganze ist mehr als die Summe aller Teile – Einheitliche Simulationsumgebung für mechatronische Komplettsysteme 07.12.2009 - Die Entwicklung einer Getriebesteuerung beim amerikanischen Automobilzulieferer Delphi zeigt exemplarisch die Herausforderungen bei Entwicklungsprojekten in der Mechatronik: Für mechatronische Systeme kommen Komponenten aus den vier Unterbereichen Mechanik,... » mehr
Verdrahtung: Ausgangsverkabelung von Stromversorgungen (Schulz-Electronic GmbH) (08.11.2007)

start
INTERVIEWS ZUM THEMA
"Neue Freiheitsgrade beim Downsizing"
"Neue Freiheitsgrade beim Downsizing" 15.05.2012 - Biokraftstoffe werden vorrangig unter dem Aspekt der CO2-Einsparung bei ihrer Herstellung diskutiert. Zudem können sie einen signifikanten Beitrag zu einer effektiveren Verbrennung im Motor leisten. Über die Wechselwirkung von Ethanol und anderen Biokraftstoffen mit... » mehr
elektrische Antriebe: Elektrische Radnabenmotoren, ein Pro und Contra (10.04.2012)

Getriebe: "Potenzial steckt in der Elektrifizierung" (26.03.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
WebTV ZUM THEMA
Wie Audi dem R8 e-tron das Singen lehrt
Wie Audi dem R8 e-tron das Singen lehrt 05.04.2012 - Musik-Keyboard, Rechner und Studiolautsprecher - das sind einige der wesentlichen Zutaten für die akustische Visitenkarte der künftigen Audi e-tron-Modelle. Denn während in einem herkömmlichen Auto der Verbrennungsmotor die Musik macht, ist die Maschine in einem... » mehr
Wettbewerb Sounddesign E-Mobilität: So klingt ein Elektrofahrzeug (16.02.2012)

BMW E-Scooter: Entwicklungsträger mit Elektro-Antrieb (06.07.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
NACHRICHTEN ZUM THEMA
Jörg Grotendorst wird CEO bei Siemens "Inside e-Car"
Jörg Grotendorst wird CEO bei Siemens "Inside e-Car" 23.05.2012 - Jörg Grotendorst wird am 1. Juni 2012 die Geschäftsleitung der Siemens-Geschäftseinheit "Inside e-Car" mit Sitz in Erlangen übernehmen. Diese bietet Komponenten und Systeme für den elektrischen Antriebsstrang in Pkw an. Grotendorst übernimmt damit die Leitung von... » mehr
Interieur: Johnson Controls: Weniger Gewicht und robuste Datenübertragung im neuen 3er BMW (23.05.2012)

Ingenieurdienstleister: Altran eröffnet Exzellenzzentrum für neue Automobiltechnologien in Barcelona (22.05.2012)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
start
FIRMEN ZUM THEMA
IAV GmbH
IAV GmbH
D 10587 Berlin

TESIS DYNAware Technische Simulation Dynamischer Systeme GmbH
(D 81379 München)

AFT Atlas Fahrzeugtechnik GmbH
(D 58791 Werdohl)

mehr  MEHR ANZEIGEN
start
BÜCHER ZUM THEMA
Automobilelektronik
Automobilelektronik 17.01.2012 - Eine Einführung für Ingenieure Systematisches Studienbuch zur Automobilelektronik Sichere und effizientere Autos durch Elektronik Systematische Darstellung der Autoelektronik wie sie für das Studium benötigt wird ... » mehr
Motorradtechnik: Motorradtechnik (03.11.2011)

Kraftfahrzeugtechnik: Bosch Grundlagen Fahrzeug- und Motorentechnik (01.11.2011)

mehr  MEHR ANZEIGEN
 
 
start
PREMIUM PARTNER
start
LOGIN FACHARTIKEL-ARCHIV
 
start
NEUES THEMENDOSSIER ONLINE
Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft

ThemendossierMit den Online-Themendossiers für automobile Ingenieure greift ATZonline Titelstrecken der Fachmagazine der ATZ-Familie auf und erweitert sie um aktuelle Nachrichten, Fachbeiträge und Interviews aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung beim Hersteller & Zulieferer zum Thema Auto und Technik.

Aktuell: Alternative Kraftstoffe - Energiequellen und -träger der Zukunft
start
LESEPROBE KOSTENLOS ONLINE BLÄTTERN

Lesen Sie hochaktuelle Beiträge zu den Themen Auto & Technik auf technisch wissenschaftlichem Niveau aus Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Produktion der Automobilindustrie.

» ATZ: Seit 1898 in der Automobilindustrie die Zeitschrift für Auto & Technik

» MTZ: In der Auto-Motor-Entwicklung die Zeitschrift für Ingenieure

» ATZelektronik: Die Auto-Zeitschrift für Elektronik & Elektrotechnik

» ATZproduktion: Die Technik-Zeitschrift für die Automobilindustrie-Produktion
start
NEWSLETTER
Mit dem Newsletter erhalten Sie zwei Mal in der Woche aktuelle News, Berichte, Events und Interviews aus der Automobiltechnik und Automobilentwicklung. Natürlich kostenlos!

Exklusiv für Newsletter-Abonnenten:
regelmäßig kostenlose Fachartikel

  
start
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE
Das Wissen der Experten:
Qualitätsgeprüft. 25.000 Stichwörter. Kostenlos.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen
start
KOOPERATIONEN
eCarTecElektro-Mobil Kongress
 
RSS Home Springer Automotive Media Mediadaten AGB/Datenschutz Impressum Kontakt

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2012